KizzMag hat sich zum Ziel gesetzt, das ausführlichste und umfangreichste Kizombaportal für Deutschland und Europa zu werden. In dieser Rubrik möchten wir euch, vor allem den neuen Kizomberas/os, die verschiedenen Kizomba Tanzstile, die es gibt, vorstellen. Natürlich beobachten wir auch aktuelle Entwicklungen und berichten über neue Tanztrends, Tops und Flops.

Darüber hinaus findet ihr anschauliche Demovideos zu den jeweiligen Kizombatänzen. Das hilft insbesondere den Neulingen der Kizombawelt, die anfangs kaum zwischen den verschiedenen Musikrichtungen und den dazugehörigen Stilrichtungen unterscheiden können. Das Gehör und das Gespür dafür entwickelt ihr aber meist sehr schnell. Dazu gehört unter anderem der Unterschied zwischen traditionellem und Urban Kizomba, Semba und Tarraxinha.

Ihr habt Ergänzungen, Anregungen oder Fragen zu diesen Themen? Dann schreibt uns gerne an oder besucht unseren Blog.

Kizomba traditional – Passada

Der traditionelle Kizomba ist sowohl ein Tanz als auch eine Musik aus Angola, der sich in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren entwickelte. Das Wort Kizomba stammt aus der Sprache des Kimbundu und bedeutet: Fest, Spielerei, Tanz, Unterhaltung. Kimbundu ist eine der vielen Sprachen der Einheimischen in Angola, die vor allem im Raum der Hauptstadt Luanda gesprochen wird.

Kizomba  stammt aus Angola und leitete sich stark vom karibischen karnevalesken Zouk ab. Zouk ging nach Angola über, wo er sich mit traditioneller angolanischer Musik und dem Semba, aber auch der Passada sowie Coladeira und Mazurka aus Kap Verde vermischte. So wurde der Kizomba geschaffen. Durch die große Beliebtheit wird Kizomba von vielen luso- afrikanischen Künstlern gesungen.

Eigenschaften des traditionellen Kizomba

Beim traditionellen Kizomba handelt es sich um einen 4/4 Takt, der hauptsächlich weiche Rhythmen mit afrikanischen Klängen beinhaltet. Die Haltung beim traditionellen Kizomba ist meistens sehr eng, die Führung wird hauptsächlich durch die Berührung der Brust der Tanzpartner hergestellt. Der angolanische Kizomba wird fein und sinnlich getanzt. Dies ist für Anfänger meist die größte Hürde bzw. Hemmung. An die Nähe dieses engen Tanzes müssen sich die meisten erst einmal gewöhnen. Nach ein paar Tänzen stellt sich die Sicherheit aber meist schon ein.

Der kapverdische Kizomba unterscheidet sich neben der Sprache durch seinen romantischeren und beschwinglichen Charakter.

Das traditionelle Kizomba, oder auch Passada genannt hat sich in den letzten Jahren erweitert um das Urban Kizomba, auch Neo Kizomba genannt.

Traditional Kizomba Demos

Urban Kiz

Urban Kizomba hat sich in den letzten Jahren entwickelt und hat seinen Ursprung in Frankreich. Er wird ebenfalls French-Style, Urban, Modern oder Neo Kizomba genannt.  Aber auch andere Länder ziehen hier deutlich nach. Immer mehr Tanzschulen und Artisten vertiefen sich auf diesem Gebiet und bieten extra Urban Kiz Workshops an. Auf Youtube werden unzählige Videos verbreitet und ist somit nicht mehr aus der Kizomba-Welt wegzudenken.

Eigenschaften des Urban Kiz

Im Gegensatz zum traditionellen Kizomba wird Urban mehr auf der Linie getanzt und hat meist eine Distanz zum Tanzpartner. Die Tanzpartner haben eine sehr aufrechte Haltung und dabei sehr viel Körperspannung, da viel mit Armen und Beinen geführt wird. Schnelle Beinbewegungen, Breaks und …. sind typisch. Urban wird mehr auf elektronischer Musik getanzt, Ghetto Zouk, Hip Hop und Remixes von Popsongs sind weitere Musikquellen.

Urban Kiz Demos

Tarraxinha

Tarraxinha basiert auf den ursprünglichen Kizombabewegungen, jedoch zeichnet sich Kizomba durch einen flüssigen Bewegungsablauf und durch quasi „ständiges Laufen und in Bewegung sein“ aus sowie durch zusammenhängende Figuren.

Tarraxinha Eigenschaften

Tarraxinha hingegen ist wesentlich ruhiger und wird auch meist langsamer getanzt. Hier werden Bewegungen oftmals über einen Taktschlag hinweg gezogen, wohingegen beim Kizomba jeder Taktschlag des 4/4 Taktes einen Schritt bedeutet. Durch die langgezogenen Bewegungen über mehrere Taktschläge hinweg, wirkt dieser Tanz noch sinnlicher, gefühlvoller und noch intimer als der Kizomba selbst. Und wie wir wissen gilt Kizomba bei vielen Tänzern bereits als der sinnlichste Tanz, den es gibt.

Die ruhige Tanzweise des Tarraxinha kommt durch wellenartige Hüftbewegungen, während der Rest des Körpers statisch bleibt und sich kaum bewegt. Da die Hüfte bei diesem Tanz im Vordergrund der Bewegungen steht, bedeutet es insbesondere für Frauen oftmals Überwindung, sich dieser Tanzart zu öffnen. Auf den Tanzflächen werden beide Stile oftmals kombiniert, je nach Musik und Musikalität des jeweiligen Tanzpaares entstehen wunderbare Tänze.

Tarraxinha Demos

Semba

Der traditionelle Semba gehört ebenfalls zu den afrikanischen Tänzen und stammt wie der Kizomba aus Angola. Er gilt als der Vorläufer des brasilianischen Samba und hatte auch Einfluss auf die Entwicklung des Kizomba. Über die Entstehungszeit ist wenig bekannt, jedoch gehört diese Tanzrichtung zu den beliebtesten afrikanischen Tänzen und wird auch in Deutschland und Europa immer populärer.

Eigenschaften des Semba

Semba ist die schnellste und schwungvollste Stilrichtung der Kizomba-Stilrichtungen. Ebenfalls ein 4/4-Takt, wird Semba meist über den ganzen Raum mit eher großen Schritten und sehr energievoll getanzt. Von vielen Tänzern wird Semba mit dem Merengue verglichen. Beim Semba wird sehr viel gelaufen und auffallende Figuren eingebaut. Viele Kizomba Figuren können auch beim Semba angewandt werden, da die Schritte beim Semba die Gleichen sind. Jedoch steht hier weniger gefühlvolles Tanzen und Nähe im Vordergrund, sondern vielmehr eine lockere Tanzhaltung und Schwung.

Semba Demos

Zouk

Ursprung der Musik und des Zouk Tanzes sind die karibischen Inseln Guadeloupe und Martinique. Die beiden Inseln sind französischsprachig und daher werden viele Zouk Songs auf französisch gesungen und auch in Frankreich produziert. Der Zouk entwickelte sich in den späten 70iger Jahren und ähnelt dem damals sehr populären Lambada.

Über die Jahre hat sich der Zouk verbreitet. Anfänglich sehr populär in Brasilien, Niederlande, Spanien und Großbritannien, erfreut sich der Zouk inzwischen auch wachsender Bekanntheit in Deutschland und ganz Europa.

Über die Jahre haben sich auch beim Zouk verschiedene Stilrichtungen entwickelt:

  • Brasilianischer Zouk
  • Karibischer Zouk (Vorreiter Kizomba)
  • Zouk Lambada (viele der früheren Lambadatänzer sind auf Zouk umgestiegen)
  • Zouk Love (sanfter Zouk, Sensual Zouk)
  • Ghetto Zouk

Zouk ist sehr vielfältig; mal langsam und sinnlich oder schnell und dynamisch, mal traditionell aber auch modern. Neben traditioneller Zouk-Musik aus der Karibik oder neuer Zouk-Remixes wird Zouk inzwischen auch zu Pop, Hip-Hop, R’n’B, Oriental und Reggaeton getanzt. In den meisten großen Städten Deutschlands und Europas findet man Zouk-Tanzschulen und Veranstaltungen. Zouk-Festivals werden ebenfalls immer mehr angeboten.

Eigenschaften des Zouk

Beim Zouk handelt es sich um einen 4/4 Takt. Akzente und Pausen die eingespielt werden, geben dem Tänzer viel Spielraum für tänzerische Kreativität. Dabei sind faszinierende Kopfrollen und Cambrés (Rückbeugen) der Frau stilbestimmend. Auf viele Zouk-Songs kann auch Kizomba getanzt werden, weshalb Zouk- und Kizombapartys von beiden Tanzgruppen gerne besucht wird.

Genauso wie beim Kizomba können die Zouk Tänzer  ihren eigenen Stil einbauen und die Musik frei interpretieren. Zouk bietet sehr viele Möglichkeiten zur freien Kreativität. Deswegen ist auch der gute Kontakt und ein grundlegendes Vertrauen zum Tanzpartner wichtig, um sich als Tanzpaar harmonisch miteinander zur Musik bewegen zu können.