An alle Kizomba-Tänzerinnen und Tänzer da draußen, oder besser gesagt „drinnen“, denn aufgrund der CoVid19 Pandemie spielt sich unser Leben hauptsächlich zu Hause statt. Jeder von uns bekam es schon zu spüren. Tanzschulen waren geschlossen, Partys fallen aus, Festivals werden gestrichen oder verschoben. Erst langsam starten die ersten Tanzschulen unter strengen Auflagen ihren Betrieb. Endlich können wir uns mit dem Thema „Tanzen“ wieder befassen und diese Gelegenheit möchte ich nutzen. Mein Name ist Andreas Altmann. Ich bin Tanzlehrer für Kizomba, Kizomba Fusion und Urban Kiz in Mannheim und Umgebung und möchte in diesem Artikel über ein Thema sprechen, das für viele eine sehr spannende Sache ist – Musicality.

Ein Gastbeitrag von Andreas Altmann

Musicality. Meines Erachtens das wichtigste Element des Kizomba. Leider wird Musicality im Unterricht und bei Workshops immer wieder vernachlässigt. Der Grund liegt wohl darin, dass Musicality schwer zu erklären ist. Sie folgt nämlich keinem Muster, sondern ist individuell und kann jedes Mal anders sein. Musicality ist mehr ein Gefühl und Gefühle folgen keinen Regeln und auch keiner Logik. Wir wissen auch, dass Gefühle schwer zu beschreiben sind, insbesondere wenn sie in den Tanz eingebunden werden sollen. Das alles macht die Vermittlung von Musicality zu einer Herausforderung. Gerade diese Herausforderungen allerdings reizen mich. Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, woher Musicality kommt und wie sie umgesetzt werden kann. Nachfolgend möchte ich euch einen gedanklichen Einstieg hierzu geben.

Tanzen ohne Musik?

Gedankenspiel: Was wäre Tanzen ohne Musik? Tanzen gäbe es nicht. Es würde nicht existieren. Es wäre so ähnlich, wie in Tagen der Pandemie. Keiner würde tanzen. Tanzen ohne Musik ist nicht vorstellbar, sie ist für uns Tänzer/innen von größter Bedeutung. Musik aktiviert und stimuliert uns. Musik ist der Ursprung unserer Bewegungen, der Grund weshalb wir tanzen. Und genau so beginnt der Weg der Musicality. Lasst euch von der Musik inspirieren, lasst euch von ihr führen. Tragt eure Gefühle in den Tanz hinein und tanzt sie aus.

Die Realität? Ihr erinnert euch an die Schrittfolge einer coolen Figur, die ihr gerne tanzen möchtet. „Gedanklich begann sie irgendwie nach links hinten, die Frau muss etwas mehr seitlich stehen,…“ Dieser Koordinationsprozess bedarf einer gewissen Konzentration. Dazu kommt, dass die Tanzpartnerin ihre Aufmerksamkeit oftmals auf die Führung und somit auf den Leader richtet. Viele Leader fühlen sich in dieser Situation, auch im Hinblick auf Zuschauer, zunehmend beobachtet. Das Resultat? Zunehmender Erfolgsdruck beim Leader etwas „Gutes“ abzuliefern und keine Fehler zu machen. Die Musicality findet in diesen Fällen keine bis wenig Beachtung und fällt quasi weg.

Der Weg zur Musicality

Und wie finde ich nun den Weg zur Musicality? Ändert eure Einstellung. Legt die Bürde ab, euch beweisen zu müssen. Achtet mehr auf die Musik. Folgt der Musik. Lasst euch von ihr führen. Auf diesem Weg kommt ihr zur Musicality.

Nüchtern schwarz auf weiß geschrieben, fällt nicht jedem leicht meinen Gedanken zu folgen. Es fängt bereits an kompliziert zu werden. So ist das mit Gefühlen, sie sind schwer zu erklären. In den Gesichtern meiner Schüler sehe ich immer wieder viele Fragezeichen, wenn ich mit diesem Thema beginne. Aber Musicality lässt sich erlernen. Es benötigt durchaus etwas Zeit und Geduld mit sich selbst, doch daran kann jeder arbeiten. Probiert es auf der nächsten Party aus. Wenn ihr das Gefühl habt größere Schwierigkeiten mit Musicality zu haben, dann besucht gezielt Musicality Workshops oder probiert eine Privatstunde aus. Und was die nächste Party angeht, so wollen wir hoffen, dass diese nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Wir sehen uns. Macht es gut und bleibt mir gesund.

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