Das erste Maiwochenende stand voll im Zeichen des Kizombasterns. Zum vierten Mal wurde das „Luxemburg Kizomba Festival“ veranstaltet, welches mehr als 2000 Kizomberos auf die LuxExpo nahe des Flughafens lockte. Wir haben uns auf den Weg gemacht und Organisation, Auswahl der Künstler, die Location sowie die Partys beleuchtet. Und erlebten ein Top-Event, wie man im Weiteren sieht:

Top Line-Up und super Location

Line-up:  unschlagbar! Das Who is Who der Kizomba Szene war vertreten, angefangen von Albir über Felicien & Isabelle (mit wunderschönem Babybauch), Laurent & Adeline, Jojo & Mickaela wie auch  weitere Top Künstler der Szene, welche in 3 Tagen verschiedenste Workshops durchführten. Über die Qualität der Workshops ließ sich bei diesem Aufgebot an Artisten wahrlich nicht meckern.

Luxemburg - Workshop Jojo & Mickaela

Photo by KizzMag

Die Location war sehr gut gewählt. Das Messegelände LuxExpo bot ausreichend Platz für die vielen Festivalgäste und auch ausreichend Parkplatzmöglichkeiten (teilweise kostenpflichtig). Besonders positiv war das Klima in den Räumen, welches insbesondere während der Partys  durchgehend sehr angenehm und niemals zu warm erschien. Bei so vielen Gästen eine Seltenheit,  hohe Decken und eine gute Durchlüftung waren hier ausschlaggebend.

Routinierte Organisation mit Detailliebe

Die Organisation hatte das sehr große und komplexe Festival voll im Griff. Alles funktionierte reibungslos oder machte zumindest nach außen hin diesen Eindruck – und das zählt! Personal war in jeglicher Hinsicht ausreichend vorhanden,  die Gestaltung der Location gemäß der verschiedenen Mottos gut umgesetzt. Die Organisatoren lebten, die jeweiligen Mottos wirklich, kreierten nicht einfach nur ein Motto des Mottos wegen. So stand am Olympus Abend plötzlich ein Römer in Vollmontur vor uns. Griechische Säulen oder der Tischkicker am World Cup Abend, welcher manchmal mehr Herren anzog, als ein guter Kizomba Song, rundeten das Mottofeeling ab. Und so mancher Spieltrieb wurde ausgiebig am Tischkicker ausgelebt.

Einzig das Timing der Workshops war nach unserem Empfinden unglücklich gewählt. Es gab keine Pausen zwischen einzelnen Workshops, sie gingen zeitlich nahtlos ineinander über. Die Teilnehmer mussten quasi in die nächsten Räume rennen, um schnellstmöglich zum nächsten Workshop zu gelangen. Dass manche Künstler dann ihre Workshops zeitlich überzogen – teilweise sogar bis zu 15 Minuten – machte die Sache noch stressiger.  Hier wären kurze Pausen zwischen den Workshops sinnvoll gewesen.

Musikalische Bestleistung

Die Musik erhält einen ganz großen Pluspunkt. Top DJs wie Morelasoul, Stefano de Lima, Leda oder Madiss schöpften aus dem Vollen und das Resultat war die beste Mischung an Kizomba Musik, die wir seit langem gehört haben. Dementsprechend konnte man kaum still stehen und wollte quasi zu jedem einzelnen Song tanzen. Hier kommen wir auch zum ganz großen Negativpunkt des Festivals.

Ein unzumutbarer Frauenüberschuss

Am 15. März schrieb die Organisation: „Because our goal is to have the most possible the balance between women and men. Sale of WOMEN PASS will stop today at midnight.“ Eine solche Aussage hört sich vielversprechend an und es durfte ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Tänzer und Tänzerinnen erwartet werden. Immerhin wurden die Tickets nach Geschlechtern getrennt verkauft. Am 28. März wurde der Ticketverkauf für Damen wieder freigegeben.

Dort angekommen, fanden sich entgegen der Erwartung sowohl beim Social als auch auf den Partys Schlangen an Frauen – teilweise 2-reihig, die am Rande auf einen Tänzer warteten. Das Resultat: Damen, die teilweise keine 10 Lieder über die Festivaltage getanzt haben und männliche Tänzer / Taxitänzer, die völlig erschöpft waren, da sie quasi ohne Pause tanzen mussten, um möglichst viele Damen glücklich zu stimmen. Wir sprachen mit Tänzerinnen, die sagten, sie trauten sich nicht mehr Taxitänzer aufzufordern, da sie völlig erledigt aussahen.

Ein nach Geschlechtern getrennter Ticketverkauf ist u.E. sinnlos, wenn letztendlich doch ein völlig ungleiches Verhältnis zugelassen wird. Viele Gäste waren genau deshalb angesäuert, da sie aufgrund der Erwartung auf eine gute Balance ihr Ticket gebucht hatten. Mal abgesehen von den völlig erschöpften Tänzern, die sich kaum Pausen gönnten, um kein schlechtes Gewissen zu bekommen. Hier sollte seitens der Organisation nachgebessert werden, da es viele Tänzerinnen gibt, die dieses Festival unter diesen Umständen nicht mehr besuchen werden.

Ein Appell an die Taxitänzer

Von mehreren Seiten wurde auch berichtet – was sich mit unseren Beobachtungen deckte, , dass diverse Taxitänzer ihren Job verfehlt haben. Da wurden junge, hübsche und sehr gute Tänzerinnen auf der Tanzfläche bespasst, wohingegen weniger erfahrene, ältere oder nicht dem Schönheitsideal entsprechende Tänzerinnen teilweise mehr als eine Stunde am Rand warteten und „übersehen“ wurden. Es wundert nicht, die Veranstaltung ist zu groß und komplex, um einen Überblick darüber zu behalten und zeitnah einzuschreiten.

Diese beiden Negativpunkte haben bei vielen Gästen für Missstimmung gesorgt. Es bleibt zu hoffen, dass die Organisatoren für das nächste Event Abhilfe schaffen wird. Dann wäre es eines der besten Kizomba Festivals, die es zu besuchen gilt.

Festival zu groß?

Luxemburg Kizomba Festival, Workshop von Laurent & AdelineOb man ein solch großes Festival mag oder lieber kleinere bevorzugt, ist Geschmackssache. In Luxemburg suchten wir uns geschlagene 2 Stunden in der Menschenmasse. Auf der anderen Seite gab es dementsprechend sehr viele gute Tänzer auf hohem Niveau und auch ein klasse Line-Up mit großen Stars. Nur Festivals in einer solchen Größe können sich ein derartiges Line-Up überhaupt leisten. Aber je größer und komplexer ein Festival wird, desto unpersönlicher wird es auch. Die Gruppengröße der Workshops beispielsweise bei Albir oder Laurent & Adeline, ging weit über 200 Teilnehmer hinaus. Es stellt sich die Frage, wie sinnvoll ein Workshop sein kann, wenn man die Schritte aus 30 Meter Entfernung sieht.

Die einen mögen es, die anderen nicht. Hier gilt: Jedem das Seine.

Fazit:

Wer auf ein möglichst großes Festival mit guter Organisation und einem top Line-Up sowie den besten DJs der Szene gehen möchte, ist mit Luxemburg bestens beraten. Das tänzerische Niveau ist sehr gut und die Location ist ebenfalls super. Jedoch muss der Frauenüberschuss drastisch verringert werden. Damen, die es generell schwerer haben aufgefordert zu werden, werden unter den bestehenden Bedingungen eher frustriert nach Hause fahren.

Wer sich jetzt schon ein günstiges Ticket für 2018 sichern möchte, findet die Veranstaltung über folgenden Link:

Ein Bericht von Silke Wiedenhöft

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