Jumping rolls, knackige Beats, ein einzigartiger Stil und ein eigenes Bekleidungslabel – ja genau – wir reden von Jojo & Mickaela. Wie ein Wirbelsturm sind die beiden in der Kizombawelt aufgetaucht und nicht mehr weg zu denken. Ihr einzigartiger powergeladener Stil, hohe Professionalität und Ehrgeiz zeichnen das Künstlerpaar aus. Auf dem Luxembourger Kizomba Festival nahmen sich Jojo & Mickaela Zeit für uns und erzählten über ihren bisherigen Werdegang und was ihnen beim Kizomba wichtig ist.

Von Schweden nach Paris

Zwischen Workshops und dem Verkauf ihrer „Let’s play Kizomba“ Kleidungsstücke, fanden wir uns am Verkaufsstand von Jojo & Mickalea wieder. Beide heiß begehrt, macht es das Interview nicht ganz einfach, denn im Minutentakt kommen Interessenten für T-Shirts oder Fans, die ein Selfie mit den Kizombastars machen möchten. Aber die beiden sind lässig drauf und so haben wir erst mal das Vergnügen, Mickaela über ihre bisherige Karriere zu befragen.

Ihre ersten Tanzerfahrungen sammelte sie im Alter von 10 Jahren im Ballett und Modern Dance. Tanzen ist dementsprechend schon lange ein wichtiger Teil ihres Lebens. Dazu kamen Tänze wie Salsa und Bachata, wie bei den meisten Kizombakünstlern. Erst vor vier Jahren entdeckte sie Kizomba, den sie hauptsächlich auf Partys, Festivals und Socials erlernte. Die Erfahrung aus anderen Tänzen waren ihr dabei sehr hilfreich.

Kennengelernt hat sie Jojo auf einer Party und tanzten auf dem Pariser Kizomba Congress mehr als nur einmal. „Die Chemie hat von Anfang an gepasst.“ Mickaela hatte bereits in Schweden kleinere Kizomba Kurse gegeben, als sie entschied nach Paris zu ziehen, um gemeinsam mit Jojo zu unterrichten. Ein mutiger Schritt, da Jojo zu dieser Zeit bereits eine feste Tanzpartnerin hatte. Aber für Mickaela stand fest, dass sie ausschließlich mit ihm unterrichten möchte. Ihr Mut zahlte sich aus und inzwischen kann sich keiner von beiden mehr vorstellen einen anderen Tanzpartner zu haben.

Mickaela ist hauptberufliche Tänzerin. Sie sind jedoch ausschließlich auf Festivals und kleineren Events unterwegs und betreiben nebenbei noch den Verkauf ihrer Tanzbekleidung. Eine eigene Tanzschule betreiben sie nicht.

Professionelle Schule für „Jumping Rolls“

Jojo, der hauptberuflich eine professionelle Jumping Roll Schule (Seilhüpfen) betreibt, trainiert täglich 3-4 Stunden für diesen Sport – damit dürfte klar sein, woher seine unerschöpfliche Energie kommt. Er wollte dennoch eine zusätzliche Herausforderung und Kizomba war genau das Richtige für ihn. Er lernte bei Isabelle & Felicien und bildete sich mit Hilfe von Youtube Videos weiter. Er entwickelte seinen eigenen unverkennbaren Stil, aus dem auch sein sportliches Wesen zu erkennen ist und nahm am Africa Dancar Wettbewerb teil. Er belegte in Paris zweimal den ersten Platz. Im nationalen Wettbewerb wurde er einmal Zweiter und einmal Vierter. Der Grundstein für eine steile Kizombakarriere war damit gelegt.

Inspiration aus Sport und anderen Tanzstilen

Aber woher nehmen die beiden Ihre Ideen für ihren einzigartigen Stil? Wodurch werden sie inspiriert? Andere Artisten schaut sich Mickaela in der Hinsicht nicht an, sie nimmt ihre Inspiration oftmals vom Bachata. „Bachata wird technisch sehr sauber getanzt.“

Das Besondere an Kizomba ist für Mickaela das „Spielen“ mit der Musik. „Man hat mehr Freiheit beim Tanzen im Gegensatz zum Salsa. Kizomba ist sehr kreativ.“ Aus diesem Blickwinkel entstand auch das eigens von Jojo & Mickaela kreierte Label „Let’s play Kizomba“. T-Shirts, Hosen, Kleider und Röcke verkaufen die beiden auf einem eigenen Verkaufsstand auf Festivals. Ein gut laufender Geschäftszweig, den die beiden für sich entdeckt haben. Alle 2 Minuten steht ein weiterer Interessent da und möchte ein kleines Stück von Jojo&Mickalea’s Kizombawelt ergattern. Ich selbst habe bereits zwei Let’s play Kizomba Heiligtümer in meinem Kleiderschrank.

Steile Karriere

Es gibt nur wenige Künstler, die in so kurzer Zeit eine steile Karriere hingelegt haben. Beide sind sehr professionell und didaktisch ist ihr Unterricht mehr als empfehlenswert. Man spürt deutlich, dass sie schon über Unterrichtserfahrung verfügten, bevor sie mit Kizomba angefangen haben. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Workshops sind grundsätzlich übervoll wie auch in Luxembourg. Weit über 200 Teilnehmer besuchten ihre Workshops. Hier gehörte schon eine gute Koordinationsgabe dazu, um die vielen Teilnehmer schnell und effizient einzuteilen, denn die Inhalte ihrer Workshops sind straff gegliedert.

Mickaela’s Tipps für Tänzer

Die Technik sollte weiter entwickelt werden. Natürlich darf der Spaß dabei nicht zu kurz kommen, aber man sollte auch auf eine korrekte Technik achten. Viele fangen Kizomba an und schaukeln dann nur von links nach rechts

Nicht zu viele andere Elemente reinmischen, sondern bei den Ursprüngen bleiben

Jojo’s Tipps für Tänzer

Geht so oft wie möglich tanzen

Tanzt mit allen. Sucht euch nicht nur die Guten raus, tanzt auch mit den Anfängern, denn dadurch könnt ihr euch verbessern

Keine großen Veränderungen in der Kizomba Szene

Beide sind der Meinung, dass es keine großartigen Veränderungen in der Szene geben wird. Die jetzigen Stile werden sich noch weiter entwickeln, jedoch keine Neuen hinzukommen. Sie raten auch davon ab, zu viele Mischungen zu generieren, da sonst die Basics und Ursprünge verloren gehen. Ihre eigene Formel lautet 80% Kizomba und 20% anderes / Experimente.

Jojo’s persönliche Festival Tipps:

Luxemburg, Barcelona und Mexico gehören zu Jojo’s Festival Favoriten. Auf welchen Festivals ihr die beiden unter anderen live erleben könnt, seht ihr nachfolgend:

22.-24. September: Kizomba Life Weekend 3rd Edition

29.-01. Oktober: Tchuna Kizomba Festival 3rd

20.-22. Oktober: KiMa Kizomba Marche Festival

Neben ihrem speziellen Tanzstil und professionellem Unterricht sind sie auch sehr sympathisch und haben eine gute Portion Humor.

Ein Interview von Eva Fischer

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