„Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben.“ (Kurt Tucholsky)
„Wo immer der Tanzende mit dem Fuß auftritt, da entspringt dem Staub ein Quell des Lebens.” (Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)
Es gibt unzählige Zitate über das Reisen und Tanzen. Gemein ist vielen der Bezug zum Leben – Sehnsucht, Suche und Ausdruck.
Die ViaDanza Tanzreise in der ersten Oktoberwoche 2017 führte eine Gruppe tanzbegeisterter Kizomberas und Kizomberos nach Lissabon und einer für viele neuen Art, Kizomba zu erlernen bzw. zu üben. Kulinarisch gab es neben bekannten regionalen Spezialitäten auch afrikanisches und kapverdisches Essen passend zu den Wurzeln des Kizomba.
Erkundungen, ob selbstorganisiert oder in Gruppen, war durch das bereitgestellte Wochenticket für den öffentlichen Personennahverkehr Problemlos und einfach.

(c)A.Wittstruck

 Reisefakten

  • 18 Teilnehmer
  • 6 Tage (effektiv)
  • 2 verschiedene Tanzniveaus
  • 14 Stunden Unterricht tagsüber
  • geräumige, helle Räume im Jazzy’s Dance Studio am Nordufer des Tejo
  • ein zentral gelegenes Hotel inmitten unzähliger Restaurants und Sehenswürdigkeiten
  • diverse Clubs und Ausgehmöglichkeiten abends
Qualitativ lässt sich die Reise nur schwer in Zahlen und Worte fassen. Tony und Eva sind didaktisch hochwertig und legen bei ihren Kursen viel Wert auf Gefühl und Ausdruck. Wer eine endlose Liste von Figuren für ein mechanisches Abarbeiten sucht, ist anderswo besser beraten. Stattdessen gibt es regelmäßig Teilnehmerfeedback, welches ein ganz anderes Gefühl für die Musik entstehen lässt und eine intensivere Connection mit dem Partner ermöglicht. Eine Teilnehmerin berichtet glücklich, dass ihr Partner nach dieser  Woche viel weicher und einfühlsamer tanze.
Gerade die Männer sind sich einig, dass die lockere Atmosphäre und der Umstand, dass man sich dank der begrenzten Gruppenstärke über eine Woche auf die Tanzpartnerinnen einstellen konnte, zu einem entspannten Erlebnis und guten Lernerfolg beigetragen haben.

Die Kunst der Balance

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Neben den Sonnenseiten – Veranstalter, Lehrer und Lissabon (mit täglich über 30° und blauem Himmel im Oktober) hatten sich wirklich ins Zeug gelegt – gab es auch kritische Stimmen.

Beispielsweise gestaltet sich die Gratwanderung zwischen einer rigiden Einteilung in Tanzniveaus und einem ausgeglichenen Frauen-Männer Verhältnis als schwierig. Tony überließ es den Teilnehmern nach einem gemeinsamen Warmup zu Beginn der Woche selbst, ihr Niveau einzuschätzen. Diese Freiheit der Teilnehmer hatte auch ihren Preis. Mehrere Frauen entschieden sich in Richtung Advanced um, während mehr Männer zu Intermediate tendierten. In der fremden Stadt gelang es nicht, tagsüber eine ausreichende Zahl von Gasttänzern auf Advanced Niveau für die Kurse aufzutreiben. Tanzpaare, die schon gemeinsam angereist waren bzw. nicht wechseln wollten, drückten zusätzlich auf das Verhältnis.
Unterm Strich fehlten im Advanced Kurs trotz dreier Gastherren bisweilen zwei Männer, doch waren die Wartezeiten für die Frauen überschaubar und dank der Flexibilität der meisten Teilnehmer waren die Kurse trotzdem eine sehr schöne Erfahrung.
In Bezug auf die Reiseleitung wird es bei Gruppenreisen wohl immer Uneinigkeit geben. Außerhalb der Kurse hätten sich die ein oder anderen Teilnehmer noch mehr Programm gewünscht, andere waren mit den gemeinsamen Aktivitäten bereits an der Grenze ihres Aktivitätenwunsches. Hier war das Bedürfnis nach Ruhe und Individualität größer. Trotz unterschiedlicher Ambitionen wurde die goldene Mitte gut getroffen.

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Persönliches Fazit

Ich selbst schreibe diesen Beitrag als Mann, der in zweierlei Hinsicht eine Reise unternommen hat. Recht frisch in der Welt des Tanzens erfahre ich mit dem forschenden Geist eines Beginners ein noch immer neu erscheinendes Metier. Die größte Herausforderung dabei ist für mich die Balance zwischen Genuss und Anspruch. Die Woche in Portugal war diesbezüglich eine ausgezeichnete Erfahrung. Die Tanzreise hat es mir ermöglicht, ohne die oft empfundene Unruhe oder die Anonymität auf Festivals außerhalb das Gefühl zu leben, das ich an Kizomba so schätze: Ein harmonischer Flow mit der Tanzpartnerin, eine wortlose Kommunikation, die unter die Oberfläche geht. Ein Kennen- und Schätzen-Lernen des Gegenübers und das gemeinsame Spiel mit Melodie und Rhythmus.

Andere Teilnehmerstimmen:

“Lissabon? Geile Stadt! Ich komme wieder her."

“Die Art wie Tony unterrichtet, habe ich so zum ersten Mal erlebt. Jeder sagt, Du musst auf den Beat hören, aber Tony hat das Dazwischen, die Interpretation der Musik und Variationen derselben Figuren einfach spitze vermittelt.”

"Ich hätte mir bei einigen Männern mehr Tanzschulbackground gewünscht."

"Es hat mir sehr geholfen, wie Tony und Eva das Feedback zwischen den Teilnehmern gefördert haben."

"Mehr als Gruppe abends machen wäre schön."

"Die Lage des Hotels war gut für Unternehmungen, dafür hätte der Weg zum Kurs einmal am Tag gerade morgens nach den Ausgängen gerne kürzer sein können.

"Eva hat sich angemessen für uns Frauen Zeit genommen und gut erklärt. Beim Semba Teil kann ich nicht mehr viel lernen. Das Fusion hat sie sehr gut rüber gebracht. "

"Mehr Tanzen und mehr Stadt geht in einer Woche leider nicht!"

 Reisetip – Video (by Gingerfilm Latin)
Ein Reisebericht von Klaus Baumgartner

Weitere Informationen über Via Danza Tanzreisen findet ihr hier:

http://www.viadanza.de/tanzreisen/

 

  • In 2018 finden zwei weitere Tanzreisen nach Lissabon statt:

Juni:  11.06.2018 – 17.06.2018

http://www.viadanza.de/tanzreisen/online-buchen/reiseinfo/trip/kizomba-1/

 

  • Oktober: 10.2018 – 07.10.2018

http://www.viadanza.de/tanzreisen/online-buchen/reiseinfo/trip/kizomba-2/