Wissenswertes über die Tanzstile Kizomba, Semba, Tarraxinha und weitere

Taxitänzer – was ist das? Meist männliche, erfahrene Tänzer, die das Verhältnis zwischen Tänzer und Tänzerinnen ausgleichen. Außerdem kümmern sie sich um Damen, die weniger aufgefordert oder noch Anfängerinnen sind, damit alle einen schönen Tanzabend erleben. Eine gute Sache. Aber wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Wir haben uns kritische Gedanken dazu gemacht.

Die Aufgaben der Taxitänzer

Kerngedanke des Taxitänzers: Ausgleich zwischen männlichen und weiblichen Tänzern. Gewöhnlich gibt es mehr Damen als Herren auf Tanzveranstaltungen. Im Gegensatz zum Salsa, wo durchschnittlich nach 3-4 Liedern zwischen Tanzpartnern gewechselt wird und somit automatisch ein reger Wechsel stattfindet, kann es beim ruhigeren Kizomba zu weitaus längeren Tanzeinheiten kommen. Mit demselben Partner eine halbe Stunde oder länger zu tanzen ist keine Seltenheit und lange Wartezeiten der Damen sind die Folge.

Des Weiteren kümmern sich Taxitänzer um Damen, die selten aufgefordert werden oder noch am Anfang stehen. Diese Damen sollen schließlich ebenfalls tanzen. Im Normalfall wechseln Taxitänzer nach 3-4 Liedern und fordern die nächste Dame auf.

Als Salär erhalten die Taxitänzer meist freien Eintritt zur Veranstaltung und Freigetränke. Verpflegung und Übernachtungs- sowie Fahrtkosten seltener, eher bei größeren Events. Eine Win-Win Situation. So weit so gut und insgesamt eine gute Idee, um für alle ein tolles Tanzerlebnis zu schaffen.

Die Entwicklung der Taxitänzer

Natürlich freuen wir uns riesig, wenn wir auf Partys und Festivals das Glück haben, Taxitänzer zu erwischen. Sie sind üblicherweise hervorragende Tänzer und halten selbst erfahrene Tänzerinnen auf Trab.

Jedoch nimmt die Anzahl der Taxitänzer auf Events stetig zu und bei vielen Festivals sind sie als wichtiges Marketinginstrument nicht mehr wegzudenken. Werbeslogans wie „mehr als 50 Taxitänzer“ sind keine Seltenheit mehr. Jedoch ertönen kritische Stimmen. Wir haben nachgefragt, sowohl bei Damen als auch Herren und sind auf eine unschöne Entwicklung gestoßen. Diese könnte dazu führen, dass die Szene noch weiter „damenlastig“ wächst. Warum ist das so?

„Nicht-Taxitänzer“ werden ignoriert

Problematisch wird es, wenn Damen ihren Fokus ausschließlich auf Taxitänzer richten. Tänzerinnen lehnen Aufforderungen eines „normalen“ Tänzers vermehrt ab und warten lieber am Rand auf den nächsten freien Taxitänzer. Darunter auch viele gute Tänzerinnen, die normalerweise kein Problem haben aufgefordert zu werden. Der Anspruch gute Tänzer zu „erwischen“ wächst.

Wohin führt das? Insbesondere bei Veranstaltungen mit vielen Taxitänzern höre ich diverse Aussagen wie: „Da brauch ich nicht hin, bei den vielen Taxitänzern tanzt eh keine mit mir“. „Ich bezahle doch nicht, damit sich Taxitänzer die ganzen Tänzerinnen abgreifen und ich stehe dann am Rand!“, „Sie hat mir einen Korb gegeben und auf den nächsten Taxitänzer gewartet“. Ablehnungen mag niemand. Wenn Tänzer Körbe bekommen, weil sie keine Taxitänzer sind, werden sie bald keine Dame mehr auffordern. Männer, die keine Taxitänzer sind, aber gut tanzen bleiben dann weg.

Der Gap zwischen Damen und Herren wird noch größer

Foto: KizzMag

Zwangsläufige Folge: Der Gap zwischen Damen und Herren wächst weiter. Um diese Lücke zu füllen werden wiederum noch mehr Taxitänzer benötigt.

Auch qualitativ vergrößert sich der Gap. Frauen entwickeln sich in der Regel schneller als der Mann, schließlich hat der Mann auf der Tanzfläche einige Aufgaben mehr als die Dame. Tänzerinnen, die vermehrt mit Taxitänzern tanzen werden extrem schnell auf ein hohes Tanzniveau geführt. Entgegengesetzt geht es beim Mann immer langsamer, da ihm die Übung mit besagten Damen fehlt.

Taxitänzer müssen finanziert werden

Auch in finanzieller Hinsicht stößt die Thematik auf Unmut. Männer, die Geld für ein Festival oder eine Party ausgeben und dann rege Körbe kassieren, werden vor den Kopf gestoßen. Schließlich finanzieren sie die Taxitänzer mit. Wer bezahlt schon gerne für Events, damit Taxitänzer „kostenlos“ mit den guten Damen tanzen und selbst steht „Mann“ dann am Rand?! Letztendlich geht die Tendenz dahin, dass Frauen Männer fürs Tanzen mit Ihnen bezahlen. Die Frage ist – möchten wir das?

Nicht alle Taxis halten sich an die Spielregeln

Das Folgende gilt selbstverständlich nicht für alle! Einzelne Charaktere nutzen die Position auch gerne aus, um einfach kostenfrei Events zu besuchen. Oftmals werden auch nur die jungen, hübschen Supertänzerinnen aufgefordert und verbringen dann auch gut und gerne mal mehr als eine Stunde auf der Tanzfläche mit derselben Person. Dies ist aber nicht Sinn und Zweck eines Taxitänzers. Wer so auswählen möchte, sollte sich das Ticket kaufen und das Event als normaler Teilnehmer besuchen. Bei finanzierten Taxitänzern hat man eine andere Erwartungshaltung. Leider ist dies insbesondere bei Großveranstaltungen schwer zu kontrollieren. Die Kritik im Nachhinein schadet sowohl dem Event und Organisator als auch dem Ruf des Taxitänzers selbst.

Der Taxitänzer Job ist anstrengend

Insbesondere auf Großevents mit hohem Frauenüberschuss ist der Taxitänzerjob sehr anstrengend. Ich habe schon erlebt, dass Taxitänzer 7 Stunden lang durchtanzen mussten, da man ihnen kaum eine Verschnaufpause gönnte. Darüber hinaus quält das schlechte Gewissen, wenn Frauen teilweise dreireihig in einer Warteschlange stehen. Die Jungs sind in wenigen Monaten ausgebrannt und spulen ihr Programm nur noch wie Maschinen runter. Das kann nicht Sinn der Sache sein. Ob finanziert oder nicht, das Tanzen sollte allen Spaß machen.

Das Fehlen weiblicher Taxitänzer

Natürlich wird der Schrei laut, wenn man nach weiblichen Taxis fragt. Schließlich gibt es doch ohnehin einen Frauenüberschuss. Aber man darf nicht vergessen, es gibt auch Tänzer, die nicht das Selbstvertrauen haben eine tolle Tänzerin aufzufordern. Oder Tänzer, die noch kein so hohes Niveau haben, sich aber mit guten Tänzerinnen verbessern möchten. Ich habe schon einige Tänzer gesprochen, die sich mehr weibliche Taxis wünschen. Davon abgesehen, sehen es viele Männer als ungerecht an, dass ausschließlich für Damen tolle Tänzer organisiert werden.

Was muss passieren?

Ein alter Spruch sagt: „Alles in Maßen“! Die Flut an Taxitänzern nimmt zu große Ausmaße an. Wenn ein gutes Festival nur noch erfolgreich sein kann, wenn mindestens 50 oder 100 Taxitänzer geboten werden, dann läuft die Szene in eine falsche Richtung. Taxitänzer sind eine tolle Sache und sollte es weiterhin geben – aber in Maßen.

Organisatoren sollten sich die Größe ihres Events ansehen und nach Möglichkeit das Verhältnis zwischen Damen und Herren im Vorverkauf im Auge behalten. Entsprechend sollte dann mit der Anzahl der zu buchenden Taxitänzer umgegangen werden.

Die Motivation für männliche Tänzer sollte gesteigert und weibliche Taxitänzerinnen eingesetzt werden. Weibliche Taxis sind im Moment noch eher eine Seltenheit.

Ein Appell an alle Frauen – tanzt auch mit den „normalen Tänzern“! Vergesst nicht, auch ihr wart mal Anfängerinnen. Es gibt viele gute „normale“ Tänzer und vor allem gibt es viele, die sehr gut werden könnten, wenn man ihnen die Chance dazu gibt. Wie wird man besser? Durch Übung! Schließlich wollen wir mehr Männer in der Szene und nicht diejenigen verlieren, die Potential haben.

Puscht und motiviert die männlichen Tänzer, vor allem, wenn sie noch unerfahren sind. Sagt ihnen, was euch an Führung fehlt und was sich nicht gut anfühlt. Von alleine kann er es nicht wissen. Tänzer sind auf Feedback angewiesen, nicht jeder hat es automatisch im Blut. Helft ihnen besser zu werden, dann haben wir auf lange Sicht alle etwas davon.

Fazit

Der Grundgedanke des „Taxitänzers“ ist gut und notwendig. Aber die Entwicklung von Taxitänzern läuft derzeit in eine falsche Richtung, die uns vor allem männliche Nachwuchstänzer kosten könnte. Um dies zu vermeiden müssen männliche Tänzer motiviert und gepuscht werden und einige weibliche Tänzerinnen sollten ihre Einstellung gegenüber normalen Tänzern überdenken. Nur so kann und wird die Szene wachsen und zwar auf beiden Seiten.

„Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben.“ (Kurt Tucholsky)
„Wo immer der Tanzende mit dem Fuß auftritt, da entspringt dem Staub ein Quell des Lebens.” (Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)
Es gibt unzählige Zitate über das Reisen und Tanzen. Gemein ist vielen der Bezug zum Leben – Sehnsucht, Suche und Ausdruck.
Die ViaDanza Tanzreise in der ersten Oktoberwoche 2017 führte eine Gruppe tanzbegeisterter Kizomberas und Kizomberos nach Lissabon und einer für viele neuen Art, Kizomba zu erlernen bzw. zu üben. Kulinarisch gab es neben bekannten regionalen Spezialitäten auch afrikanisches und kapverdisches Essen passend zu den Wurzeln des Kizomba.
Erkundungen, ob selbstorganisiert oder in Gruppen, war durch das bereitgestellte Wochenticket für den öffentlichen Personennahverkehr Problemlos und einfach.

(c)A.Wittstruck

 Reisefakten

  • 18 Teilnehmer
  • 6 Tage (effektiv)
  • 2 verschiedene Tanzniveaus
  • 14 Stunden Unterricht tagsüber
  • geräumige, helle Räume im Jazzy’s Dance Studio am Nordufer des Tejo
  • ein zentral gelegenes Hotel inmitten unzähliger Restaurants und Sehenswürdigkeiten
  • diverse Clubs und Ausgehmöglichkeiten abends
Qualitativ lässt sich die Reise nur schwer in Zahlen und Worte fassen. Tony und Eva sind didaktisch hochwertig und legen bei ihren Kursen viel Wert auf Gefühl und Ausdruck. Wer eine endlose Liste von Figuren für ein mechanisches Abarbeiten sucht, ist anderswo besser beraten. Stattdessen gibt es regelmäßig Teilnehmerfeedback, welches ein ganz anderes Gefühl für die Musik entstehen lässt und eine intensivere Connection mit dem Partner ermöglicht. Eine Teilnehmerin berichtet glücklich, dass ihr Partner nach dieser  Woche viel weicher und einfühlsamer tanze.
Gerade die Männer sind sich einig, dass die lockere Atmosphäre und der Umstand, dass man sich dank der begrenzten Gruppenstärke über eine Woche auf die Tanzpartnerinnen einstellen konnte, zu einem entspannten Erlebnis und guten Lernerfolg beigetragen haben.

Die Kunst der Balance

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Neben den Sonnenseiten – Veranstalter, Lehrer und Lissabon (mit täglich über 30° und blauem Himmel im Oktober) hatten sich wirklich ins Zeug gelegt – gab es auch kritische Stimmen.

Beispielsweise gestaltet sich die Gratwanderung zwischen einer rigiden Einteilung in Tanzniveaus und einem ausgeglichenen Frauen-Männer Verhältnis als schwierig. Tony überließ es den Teilnehmern nach einem gemeinsamen Warmup zu Beginn der Woche selbst, ihr Niveau einzuschätzen. Diese Freiheit der Teilnehmer hatte auch ihren Preis. Mehrere Frauen entschieden sich in Richtung Advanced um, während mehr Männer zu Intermediate tendierten. In der fremden Stadt gelang es nicht, tagsüber eine ausreichende Zahl von Gasttänzern auf Advanced Niveau für die Kurse aufzutreiben. Tanzpaare, die schon gemeinsam angereist waren bzw. nicht wechseln wollten, drückten zusätzlich auf das Verhältnis.
Unterm Strich fehlten im Advanced Kurs trotz dreier Gastherren bisweilen zwei Männer, doch waren die Wartezeiten für die Frauen überschaubar und dank der Flexibilität der meisten Teilnehmer waren die Kurse trotzdem eine sehr schöne Erfahrung.
In Bezug auf die Reiseleitung wird es bei Gruppenreisen wohl immer Uneinigkeit geben. Außerhalb der Kurse hätten sich die ein oder anderen Teilnehmer noch mehr Programm gewünscht, andere waren mit den gemeinsamen Aktivitäten bereits an der Grenze ihres Aktivitätenwunsches. Hier war das Bedürfnis nach Ruhe und Individualität größer. Trotz unterschiedlicher Ambitionen wurde die goldene Mitte gut getroffen.

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Persönliches Fazit

Ich selbst schreibe diesen Beitrag als Mann, der in zweierlei Hinsicht eine Reise unternommen hat. Recht frisch in der Welt des Tanzens erfahre ich mit dem forschenden Geist eines Beginners ein noch immer neu erscheinendes Metier. Die größte Herausforderung dabei ist für mich die Balance zwischen Genuss und Anspruch. Die Woche in Portugal war diesbezüglich eine ausgezeichnete Erfahrung. Die Tanzreise hat es mir ermöglicht, ohne die oft empfundene Unruhe oder die Anonymität auf Festivals außerhalb das Gefühl zu leben, das ich an Kizomba so schätze: Ein harmonischer Flow mit der Tanzpartnerin, eine wortlose Kommunikation, die unter die Oberfläche geht. Ein Kennen- und Schätzen-Lernen des Gegenübers und das gemeinsame Spiel mit Melodie und Rhythmus.

Andere Teilnehmerstimmen:

“Lissabon? Geile Stadt! Ich komme wieder her."

“Die Art wie Tony unterrichtet, habe ich so zum ersten Mal erlebt. Jeder sagt, Du musst auf den Beat hören, aber Tony hat das Dazwischen, die Interpretation der Musik und Variationen derselben Figuren einfach spitze vermittelt.”

"Ich hätte mir bei einigen Männern mehr Tanzschulbackground gewünscht."

"Es hat mir sehr geholfen, wie Tony und Eva das Feedback zwischen den Teilnehmern gefördert haben."

"Mehr als Gruppe abends machen wäre schön."

"Die Lage des Hotels war gut für Unternehmungen, dafür hätte der Weg zum Kurs einmal am Tag gerade morgens nach den Ausgängen gerne kürzer sein können.

"Eva hat sich angemessen für uns Frauen Zeit genommen und gut erklärt. Beim Semba Teil kann ich nicht mehr viel lernen. Das Fusion hat sie sehr gut rüber gebracht. "

"Mehr Tanzen und mehr Stadt geht in einer Woche leider nicht!"

 Reisetip – Video (by Gingerfilm Latin)
Ein Reisebericht von Klaus Baumgartner

Weitere Informationen über Via Danza Tanzreisen findet ihr hier:

http://www.viadanza.de/tanzreisen/

 

  • In 2018 finden zwei weitere Tanzreisen nach Lissabon statt:

Juni:  11.06.2018 – 17.06.2018

http://www.viadanza.de/tanzreisen/online-buchen/reiseinfo/trip/kizomba-1/

 

  • Oktober: 10.2018 – 07.10.2018

http://www.viadanza.de/tanzreisen/online-buchen/reiseinfo/trip/kizomba-2/

Kennengelernt bei einer Kizomba Reise nach Portugal Anfang Oktober war Björn als Teammitglied dabei und eine echte Bereicherung für die Gruppe. Björn ist Kizomba Pionier im hohen Norden Deutschlands, um genau zu sein in Kiel. Seine faszinierende Geschichte und seine Ansichten erfahrt ihr in unserem Report.

Die Liebe zum Kizomba und der Wunsch es zu verbreiten

Björn ist schon lange tanzbegeistert. 2011 besuchte er ein Bachata Festival in Hamburg. Aufgrund geringer Teilnehmerzahl wurde ein Kurs spontan umgestaltet: die Lehrerpaare sollten andere, unbekannte Tänze zeigen. Eines dieser Lehrerpaare waren Albir & Sara, die Kizomba Basics vorstellten. Björn war sofort Feuer und Flamme für diesen neuen Tanz.

In Norddeutschland wurde damals noch kein Kizomba getanzt und gelehrt. Björn war jedoch so in den Tanz verliebt, dass er sich regelmäßig mit Freunden, die auf dem Festival dabei waren, traf und die paar Schritte, die sie erlernt hatten, übte. Zu dieser Zeit wurden noch überwiegend peux-a-peux einzelne Kizomba Workshops auf anderen Festivals angeboten und so war er kurz darauf in München auf dem Bachatame-mucho Festival im Kizomba und Semba Workshop von Tony & Alena. Björn sprach Tony direkt an und so war der Grundstein für ihre weitere Kooperation gelegt. Daraus entstand eine Freundschaft.

Zurück in Kiel überzeugte er einen Salsa DJ, immer wieder 2-3 Kizomba Lieder zu spielen, damit er und seine Freunde Kizomba tanzen konnten. Ansonsten war die Tanzfläche leergefegt. Er versuchte immer wieder Kizomba in die Salsa Szene Kiels einzuflechten, was erst einmal auf wenig Begeisterung stieß. Doch steter Tropfen höhlt den Stein und nach einiger Zeit wurde aus Ablehnung Neugierde. Im Herbst 2012 bot er seinen ersten Kizomba Einführungskurs an – mit 40 Teilnehmern! Er selbst konnte nur die Basics und hat auch erst mal nur diese gelehrt.

Sein Ziel? Eine Kizomba Szene in Kiel aufzubauen! Sein Weg? Einen Kizomba Verein gründen! Darin hatte er schon Erfahrung, er hatte bereits einen Aikido Verein gegründet, eine Kampfkunst, die er seit 20 Jahren praktiziert und seit 10 Jahren unterrichtet. Durch den Verein bleibt er unabhängig. Es geht nicht um Profit, er lädt nur Künstler ein, die er persönlich kennengelernt hat und von denen er überzeugt ist. Sein Fokus liegt vor allem auf klassischem Kizomba. Für seine Workshops lädt er Künstler wie Kwenda Lima, Hélio Santos, Dasmara & Iolanda und natürlich Tony Gomes ein. Er selbst unterrichtet seitdem wöchentlich verschiedene Level unter anderem im Kieler Hochschulsport und in Flensburg. Unterstützt wurde er bei seinem Projekt vor allem von Tony, der ihm immer wieder Mut machte, seinen Traum weiter zu verfolgen.

Die spirituelle Ebene des Kizomba

Besonders die richtige Technik ist Björn wichtig, was weiches Führen und die Kontrolle des eigenen Gleichgewichts bedeutet. Im Tanz „eins werden“ – auf den Partner achten. Björn denkt bei der Führung mehr aus dem Ellbogen, statt aus den Händen.

Björn spürte aber, dass es über das Führen und die Musik hinaus, eine weitere Ebene gibt. Niemand anderes schien das zu verstehen – bis er ein Interview mit Kwenda Lima sah, der genau darüber sprach. Verrückt wie er ist, kontaktierte er Kwenda kurzerhand und ist extra nach Lissabon geflogen, um ihn zu treffen. An seinem letzten Abend lud ihn Kwenda zu sich nach Hause ein. Er gab ihm Musik und endlich hatte Björn jemanden gefunden mit dem er über die tiefere Ebene, die spirituelle Seite des Kizomba sprechen konnte. „Es ist eine Art, sich selbst und wie man sich in dem Moment fühlt, auszudrücken und mit dem anderen zu teilen. Es ist eine Möglichkeit, im Tanz mit dem anderen eine echte Bindung aufzubauen und sich selbst und den anderen auf dieser Ebene tatsächlich wahrzunehmen und zu erfahren, dass wir alle Teil des einen großen Ganzen sind.“ rezitiert Björn aus dem Gespräch. Jeder, der Kwenda’s Kaizen Dance miterlebt hat, weiß, worum es geht. Björn fühlte sich von Kwenda in seinem Gefühl bestätigt und gestärkt und begann selbst, diese spirituelle und emotionale Seite in seinen Unterricht einfließen zu lassen.

Kizomba als aktive Friedensarbeit

Für Björn ist Kizomba viel mehr als Tanzen. Es kann aktive Friedensarbeit sein. Wir treten mit anderen Menschen in Kontakt und spüren auf einer menschlichen und spirituellen Ebene, dass wir am Ende alle EINS sind. Es fördert das Miteinander. „Ich kann nicht sagen, dass Frieden in Syrien herrschen sollte und dann selbst aggressiv anderen gegenüber sein. Frieden fängt in uns selbst an, dann mit unseren nächsten und irgendwann über die gesamte Gemeinschaft hinweg. Erst muss ich selbst in Balance sein, dann kann ich gemeinsam in Balance sein. Das ist auf Kizomba übertragbar. Sich durch sanfte Berührungen gemeinsam zu bewegen und ganz weich und liebevoll miteinander zu tanzen.“

Aus diesem Blickwinkel betrachtet respektiert Björn alle Formen und Entwicklungen des Tanzes. Alles ist toll und die Diskussionen darum sind überflüssig. Je nachdem, wie wir uns im Tanz ausdrücken, ist das Gefühl dabei und was wir dem Partner in dem Moment vermitteln anders. Die Frage ist immer, wie wir im Tanz miteinander in Kontakt treten.

Wie wir wirklich gut werden

Einklang und Harmonie während des Tanzens setzen stabile Grundlagen voraus. In unserer Gesellschaft sind wir leider immer weniger bereit in die Tiefe zu gehen. Die Leute kratzen oftmals nur an der Oberfläche, wollen Neues und möglichst viele Figuren. Sie vergessen jedoch, sich eine solide Basis und tiefes Verständnis zu schaffen. „Auch ein Baum muss erst mal Wurzeln schlagen, bevor ein Stamm, Äste, Blätter und Früchte entstehen. Schaffe dir Wurzeln, die Basis in dem, was du lernen möchtest. Lerne das Tanzen nicht nur mit deinem Körper, sondern auch mit deinem Geist und deinem ganzen Sein, statt gleich die Früchte ernten zu wollen, ohne die Wurzeln vorher geschaffen zu haben.“
Hier greift er auf sein Wissen aus dem Aikido zurück. Dort spricht man von „Sho Shin Sha“, was so viel bedeutet wie „bleibe im Geiste immer ein Anfänger“. Wir müssen 100.000 Wiederholungen machen, dann entsteht etwas. „Ich fühle mich immer wieder wie ein Anfänger. Ich entdecke immer wieder Neues. Man darf nie denken ‚das kann ich schon‘.“

Und was hat es mit dem Kaffee auf sich?

Hauptberuflich ist Björn seit 2 Jahren Barista bei der Kaffeerösterei Loppokaffeexpress (https://www.loppokaffeeexpress.de/) und verfolgt somit seine dritte Leidenschaft – Kaffee! Das Besondere an dieser Rösterei: die Chefs fahren persönlich in die Herkunftsländer, arbeiten direkt mit den Kaffeebauern vor Ort und zahlen faire Preise. Und auch hier finden wir eine Verbindung zum Kizomba: Bis zum Bürgerkrieg war Angola einer der größten Kaffeeproduzenten. Durch den Bürgerkrieg hat sich die Kaffeeindustrie auf andere Länder konzentriert. Der Berliner Entwicklungshilfeverein OIKOS (http://www.oikos-berlin.de/) hilft mit einem Projekt, die Kaffee-Produktion in Angola wiederaufzubauen und dort gemeinsam mit den lokalen Bauern Kaffee von hoher Qualität produzieren. Die Kieler Rösterei könnte sich vorstellen, dieses Projekt zu unterstützen und vielleicht gibt es in wenigen Jahren qualitativ hochwertigen Kaffee aus Angola.

Mir hat die Zusammenarbeit mit Björn in Portugal sehr viel Spaß gemacht. Seine Begeisterung und Durchhaltevermögen beim Aufbau der Kizomba Szene im Norden Deutschlands sowie seine Ansichten zum Tanz sind beeindruckend, einfach schön und regen zum Nachdenken an. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Freude beim Tanzen, Kaffee rösten und Aikido

„Mudd’s“ – ein neues Label im Bereich Tanzbekleidung bietet Tank Tops, T-Shirts, Hoodies sowie Leggings nebst weiteren Produkten und verspricht kreatives Design und gute Qualität.  Taugt das was? Vom relativ neuen Label, kreiert von Textildesigner Andreas Altmann, gibt es noch wenig Erfahrungswerte. KizzMag hat sich die Produkte angesehen und ausgiebig getestet.

Inaugenscheinnahme und Test

Ungeduldig packten wir unser Testpaket aus. Erhalten hatten wir jeweils zwei Tank Tops mit beidseitigem Druck sowie eine Leggings mit Aufdrucken an beiden Beinen.

  • Frauen Tank Top
    Tanzbekleidung Mudds

    Material: 65% Polyester, 35% Viskose (melierte Farben: 91% Polyester, 9% Baumwolle)

    Marke: Bella

    Qualität: leichte Stoffqualität: 125 g/m² (melierte Farben: 120 g/m²)

    Bedruck: Vorder- und Rückseite möglich

  • Kizomba Leggings
    Tanzbekleidung Mudds, Kizomba Leggings

    Material: 95% Baumwolle, 5% Elasthan

    Qualität: weiches, strapazierfähiges Gewebe (180 g/m²)

    Elastischer Bund

    Bedruck: auf beiden Seiten möglich

Erster Eindruck: Die Shirts sind fühlbar weich und aus dünnem Stoff. Die Aufdrucke sehen sehr gut aus und erscheinen auf den ersten Blick qualitativ hochwertig. Auch das Design in natura gefällt. Beim genaueren Prüfen der Innenseite sehen wir sauber verarbeitete Nähte, die eine gute Stabilität ausstrahlen. Der Schnitt ist gleichmäßig, die Farben gemäß erwarteter Bestellung.

Die Leggings haben einen sehr weichen Stoff und sind relativ dünn. Ebenso sauber verarbeitet wie die Shirts, die Aufdrucke kommen hier ebenso gut zur Geltung.

Tragekomfort & Qualität

Die Tank Tops wirken durch den leichten und luftdurchlässigen Stoff sehr angenehm. Besonders bei hoher Raumtemperatur und großer körperlicher Anstrengung tragen sie sich super, sind eigentlich  kaum spürbar. Dazu ein sportlicher Schnitt:  unsere absolute Empfehlung für Unterricht, Workshops, Social Dance und legere Partys.

Die Leggings sind ebenfalls weich und sehr angenehm zu tragen und durch den dünnen Stoff sind sie bei hoher Raumtemperatur ebenso zu empfehlen wie die Tops. Hier taucht allerdings auch der einzige Nachteil auf. Durch den eher dünnen Stoff sind die Hosen leicht transparent, es empfiehlt sich daher Pantys darunter zu tragen. Empfehlenswert wäre aus unserer Sicht eine höhere Blickdichtigkeit, auch wenn es zu Lasten der Leichtigkeit geht. Andreas lässt sich bereits alternative Vorschläge für blickdichtere Ausführungen des Herstellers unterbreiten.

Stabilität

Gute Qualität beweist sich bekanntlich nach diversen Waschgängen. Verzogener oder eingegangener Stoff, aufgeplatzte Nähte oder Bröckeln des Aufdrucks sind oftmals Resultate eines ärgerlichen Fehlkaufs. Dies ist hier nicht der Fall, wie die von uns zahlreichen Wäschedurchläufe zeigen. Die Tanzbekleidung kam jeweils wie neu aus der Waschmaschine. Größte Angst hatten wir vor schneller Beschädigung des Aufdrucks. Aber auch nach mehreren Waschgängen sind diese immer noch vollständig auf den Kleidungsstücken vorhanden.

Ein wirklicher Aha-Effekt, denn bei einer Preisspanne von rund 18€ – 45 € ist solch eine Qualität nicht selbstverständlich. Bei bekannten Sportlabels zahlt man für ein Top nicht selten deutlich mehr.

Der Shop

2016 wurden erste Mudd’s Bekleidungsstücke online auf den Markt gebracht. Vorteil? Individuelle Anpassung der Tanzbekleidung! Alle Kleidungsstücke lassen sich mit dem „T-Shirt Designer“ sehr großzügig mit verschiedenen Designs, Farben oder Größe variieren. Ebenso „wo“ das Design gedruckt werden soll, sei es auf der Vorder- oder Rückseite, auf Ärmel oder Bein, die Anpassung ist schnell und einfach gemacht. Der Onlineshop gestaltet sich  übersichtlich und konzentriert sich auf wenige – aber gut ausgewählte Produkte. Einfach ist auch das Filtern nach Kategorien, denn auch Taschen und weitere Accessoires werden angeboten. Des Weiteren lassen sich die Kleidungsstücke nach männlichen und weiblichen Stücken filtern.

Wichtige Produktmerkmale sind ausreichend beschrieben und es wird darauf hingewiesen,  sollten Kleidungsstücke größer oder kleiner gemäß Standardgrößen ausfallen. Genaue Maßtabelle mit Umfangsangabe zu jedem Kleidungsstück rundet das Angebot ab.

Kosten für die jeweiligen (multiplen) Druckbereiche sind ebenfalls zu finden und vereinfachen so eine Kalkulation des eigenen Stückes.

Mudds Onlineshop

Screenshot Mudd’s Onlineshop

 

Der kreative Kopf hinter „Mudd’s“ – Andreas Altmann

Lange Zeit spielte Andreas Textildesigns im Kopf rauf und runter. Sein Faible? Tanzen. Sein Favorit? Kizomba.  Das Ergebnis? Ein spezielles Sortiment für sportliche Tanzbekleidung. Sein Schwerpunkt liegt ganz klar auf Kizomba, jedoch werden auch Gesellschaftstänze wie Tango und Quickstep bedient. Fehlt etwas im Sortiment, kann gerne direkt angefragt werden. Andreas überlegt sich gerne neue Designs und unterstützt bei jeglicher kreativer Fragestellung im Bereich Textilbekleidung.

 

Topp

  • Individuelle Anpassung der Kleidungsstücke: Design, Größe, Farbe
  • Gute Stoffqualität – leicht und angenehm zu tragen
  • Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut
  • Hohe Haltbarkeit des Aufdrucks – auch nach mehreren Waschgängen
  • Tolle Stabilität – Stoff und Nähte sauber verarbeitet
  • Auftragsarbeiten und Sonderwünsche möglich

Optimierbar

  • Leggings: leicht transparent aufgrund des dünnen Stoffes

 

Fazit

Empfehlenswerte Tanzbekleidung, insbesondere für die Kizomba Szene. Leggings sind fast schon obligatorisch, da die schönen und weichen Kizombabewegungen damit besonders zur Geltung kommen. Für Komfort und Verarbeitung gibt es 5 Sterne, 3 Sterne gibt es in Bezug auf die Stoffqualität – Transparenz der Kizomba Leggings, die mit einer blickdichteren Alternative hoffentlich gegeben sein wird.

5 Sterne erhalten die super angenehm zu tragenden Tank Tops, die sich ganz sanft auf die Haut legen und darüber hinaus auch der Figur schmeicheln. Aus unseren Kleiderschränken sind sie nicht mehr weg zu denken und immerhin bekennt man sich damit vor jedermann zu einem wahren Kizombie.

Insgesamt eine tolle Kreation schöner Kizombabekleidung, die das gewisse „Extra“ birgt.

Die gesamte Kollektion findet ihr im Mudds Onlineshop.

Galerie

 

Im Livetest

 

Unter der Leitung von Tony Gomes, Inhaber von AfroMoves (Deutschlands erste Kizombaschule), őffnet das Clubheim 1. TC Ludwigsburg am 17.03. seine Tore für das 6. AfroMoves Kizomba Festival.

Hervorragende Künstler wie JoJo & Mickaela, Stone’s Rock& Sabine, Sunny & Silvi und viele Weitere bieten abermals hochwertige Workshops in verschiedenen Levels an.
Darüber hinaus steht auch in diesem Jahr ein Anfänger-Bootcamp auf dem Programm. In 6 Stunden, verteilt auf zwei Tage, werden alle Basics und erste Figuren nahegebracht. Perfekt für Anfänger oder Tänzer mit geringen Vorkenntnissen. Nach Abschluss des Bootcamps sind die Teilnehmer in der Lage, auf den Partys mitzufeiern und später auf diesen Fertigkeiten weiter aufzubauen. 75€ kostet das Bootcamp und beinhaltet auch den Eintritt zu den Festivalpartys.

Nachmittags steht ein Social Room für alle zur Verfügung, die in angenehmer Atmosphäre eben Gelerntes vertiefen oder einfach nur entspanntes Tanzen genießen möchten.

DJ Radikal aus Paris, DJ Gwadadom und DJ Dameri sorgen für den besten Mix aus Kizomba traditionell, Urban Kiz, Tarraxinha und Semba. Taxitänzer aus Rotterdam, München und Berlin werden die Gäste in die richtige tänzerische Stimmung bringen.

Tickets gibt es über die Webseite oder über den Facebook-Veranstaltungslink. Alle weiteren Infos wie Line-Up, Tickets und Hotelempfehlung findet ihr in unserem Event-Guide.

Let’s kizz