Jumping rolls, knackige Beats, ein einzigartiger Stil und ein eigenes Bekleidungslabel – ja genau – wir reden von Jojo & Mickaela. Wie ein Wirbelsturm sind die beiden in der Kizombawelt aufgetaucht und nicht mehr weg zu denken. Ihr einzigartiger powergeladener Stil, hohe Professionalität und Ehrgeiz zeichnen das Künstlerpaar aus. Auf dem Luxembourger Kizomba Festival nahmen sich Jojo & Mickaela Zeit für uns und erzählten über ihren bisherigen Werdegang und was ihnen beim Kizomba wichtig ist.

Von Schweden nach Paris

Zwischen Workshops und dem Verkauf ihrer „Let’s play Kizomba“ Kleidungsstücke, fanden wir uns am Verkaufsstand von Jojo & Mickalea wieder. Beide heiß begehrt, macht es das Interview nicht ganz einfach, denn im Minutentakt kommen Interessenten für T-Shirts oder Fans, die ein Selfie mit den Kizombastars machen möchten. Aber die beiden sind lässig drauf und so haben wir erst mal das Vergnügen, Mickaela über ihre bisherige Karriere zu befragen.

Ihre ersten Tanzerfahrungen sammelte sie im Alter von 10 Jahren im Ballett und Modern Dance. Tanzen ist dementsprechend schon lange ein wichtiger Teil ihres Lebens. Dazu kamen Tänze wie Salsa und Bachata, wie bei den meisten Kizombakünstlern. Erst vor vier Jahren entdeckte sie Kizomba, den sie hauptsächlich auf Partys, Festivals und Socials erlernte. Die Erfahrung aus anderen Tänzen waren ihr dabei sehr hilfreich.

Kennengelernt hat sie Jojo auf einer Party und tanzten auf dem Pariser Kizomba Congress mehr als nur einmal. „Die Chemie hat von Anfang an gepasst.“ Mickaela hatte bereits in Schweden kleinere Kizomba Kurse gegeben, als sie entschied nach Paris zu ziehen, um gemeinsam mit Jojo zu unterrichten. Ein mutiger Schritt, da Jojo zu dieser Zeit bereits eine feste Tanzpartnerin hatte. Aber für Mickaela stand fest, dass sie ausschließlich mit ihm unterrichten möchte. Ihr Mut zahlte sich aus und inzwischen kann sich keiner von beiden mehr vorstellen einen anderen Tanzpartner zu haben.

Mickaela ist hauptberufliche Tänzerin. Sie sind jedoch ausschließlich auf Festivals und kleineren Events unterwegs und betreiben nebenbei noch den Verkauf ihrer Tanzbekleidung. Eine eigene Tanzschule betreiben sie nicht.

Professionelle Schule für „Jumping Rolls“

Jojo, der hauptberuflich eine professionelle Jumping Roll Schule (Seilhüpfen) betreibt, trainiert täglich 3-4 Stunden für diesen Sport – damit dürfte klar sein, woher seine unerschöpfliche Energie kommt. Er wollte dennoch eine zusätzliche Herausforderung und Kizomba war genau das Richtige für ihn. Er lernte bei Isabelle & Felicien und bildete sich mit Hilfe von Youtube Videos weiter. Er entwickelte seinen eigenen unverkennbaren Stil, aus dem auch sein sportliches Wesen zu erkennen ist und nahm am Africa Dancar Wettbewerb teil. Er belegte in Paris zweimal den ersten Platz. Im nationalen Wettbewerb wurde er einmal Zweiter und einmal Vierter. Der Grundstein für eine steile Kizombakarriere war damit gelegt.

Inspiration aus Sport und anderen Tanzstilen

Aber woher nehmen die beiden Ihre Ideen für ihren einzigartigen Stil? Wodurch werden sie inspiriert? Andere Artisten schaut sich Mickaela in der Hinsicht nicht an, sie nimmt ihre Inspiration oftmals vom Bachata. „Bachata wird technisch sehr sauber getanzt.“

Das Besondere an Kizomba ist für Mickaela das „Spielen“ mit der Musik. „Man hat mehr Freiheit beim Tanzen im Gegensatz zum Salsa. Kizomba ist sehr kreativ.“ Aus diesem Blickwinkel entstand auch das eigens von Jojo & Mickaela kreierte Label „Let’s play Kizomba“. T-Shirts, Hosen, Kleider und Röcke verkaufen die beiden auf einem eigenen Verkaufsstand auf Festivals. Ein gut laufender Geschäftszweig, den die beiden für sich entdeckt haben. Alle 2 Minuten steht ein weiterer Interessent da und möchte ein kleines Stück von Jojo&Mickalea’s Kizombawelt ergattern. Ich selbst habe bereits zwei Let’s play Kizomba Heiligtümer in meinem Kleiderschrank.

Steile Karriere

Es gibt nur wenige Künstler, die in so kurzer Zeit eine steile Karriere hingelegt haben. Beide sind sehr professionell und didaktisch ist ihr Unterricht mehr als empfehlenswert. Man spürt deutlich, dass sie schon über Unterrichtserfahrung verfügten, bevor sie mit Kizomba angefangen haben. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Workshops sind grundsätzlich übervoll wie auch in Luxembourg. Weit über 200 Teilnehmer besuchten ihre Workshops. Hier gehörte schon eine gute Koordinationsgabe dazu, um die vielen Teilnehmer schnell und effizient einzuteilen, denn die Inhalte ihrer Workshops sind straff gegliedert.

Mickaela’s Tipps für Tänzer

Die Technik sollte weiter entwickelt werden. Natürlich darf der Spaß dabei nicht zu kurz kommen, aber man sollte auch auf eine korrekte Technik achten. Viele fangen Kizomba an und schaukeln dann nur von links nach rechts

Nicht zu viele andere Elemente reinmischen, sondern bei den Ursprüngen bleiben

Jojo’s Tipps für Tänzer

Geht so oft wie möglich tanzen

Tanzt mit allen. Sucht euch nicht nur die Guten raus, tanzt auch mit den Anfängern, denn dadurch könnt ihr euch verbessern

Keine großen Veränderungen in der Kizomba Szene

Beide sind der Meinung, dass es keine großartigen Veränderungen in der Szene geben wird. Die jetzigen Stile werden sich noch weiter entwickeln, jedoch keine Neuen hinzukommen. Sie raten auch davon ab, zu viele Mischungen zu generieren, da sonst die Basics und Ursprünge verloren gehen. Ihre eigene Formel lautet 80% Kizomba und 20% anderes / Experimente.

Jojo’s persönliche Festival Tipps:

Luxemburg, Barcelona und Mexico gehören zu Jojo’s Festival Favoriten. Auf welchen Festivals ihr die beiden unter anderen live erleben könnt, seht ihr nachfolgend:

22.-24. September: Kizomba Life Weekend 3rd Edition

29.-01. Oktober: Tchuna Kizomba Festival 3rd

20.-22. Oktober: KiMa Kizomba Marche Festival

Neben ihrem speziellen Tanzstil und professionellem Unterricht sind sie auch sehr sympathisch und haben eine gute Portion Humor.

Ein Interview von Eva Fischer

Albir, bekannt für seinen besonderen Tanzstil kombiniert mit Hip Hop Elementen, spricht mit uns auf dem Luxemburg Kizomba Festival über die Notwendigkeit gegenseitigen Respekts und Unterstützung für die verschiedenen Tanzstile, des Weiteren über seine bisherige Karriere wie auch über sein neuestes Projekt „Randomroots“.

Interview von Eva Fischer

Schon gewusst?

Albir Rojas war bereits in seiner Heimat Panama ein professioneller und bekannter Tänzer. Sein Spezialgebiet war vor allem Hip Hop, für das er bereits im Alter von 15 Jahren eine große Leidenschaft entwickelte und welches heute deutlich in seinen Stil einfließt. Darüber hinaus gehörten Jazz und lateinamerikanische Tänze zu seinem Repertoire. Um sich professionell weiterzuentwickeln erlernte er Ballett-Techniken und tanzte unter anderem in Theatern und sogar in Fernsehshows!

2001 zog sich ein Jahr lang aus dem professionellen Tanzen zurück, ging nach Madrid um Medienmanagement zu studieren. Er vermisste jedoch schnell  das Tanzen und es kam so zum Wiedereinstieg. Er konzentrierte sich  hierbei auf Hip Hop sowie Salsa und Bachata und begann diese Tänze zu unterrichten.

Sein Schüler brachte ihn auf Kizomba

Ein portugiesischer Schüler brachte Albir zum Kizomba. Nach einer Unterrichtsstunde fragte er Albir, ob er schon mal von Kizomba gehört hatte. Bei nächster Gelegenheit brachte er Kizomba Musik mit, spielte sie vor und Albir war sofort begeistert.

Kwenda Lima – einer der Koryphäen der Kizomba Welt – wurde sein Lehrer. Der erste Grundstein für Albir’s Kizomba Karriere war hiermit gelegt. Albir entwickelte alsbald seinen ganz eigenen Stil, gemischt mit Hip Hop Elementen. Genau diese machen seinen Stil so einzigartig und erfrischend.

Er nahm zu dieser Zeit zusammen mit Sarah Lopez am Wettbewerb “Africa dançar” teil und schaffte es mit ihr auf Platz 2! Er ergänzte sein Unterrichtsportfolio und unterrichtet zwischenzeitlich nur noch Kizomba. Tanzen und Unterrichten sind seine Passion, weshalb er heute hauptberuflicher Tanzlehrer ist.

Random Roots – Albir’s neustes Projekt:

Man kann nicht auf der ganzen Welt präsent sein. Aus diesem Grunde bedient sich Albir moderner Medien, um möglichst viele interessierte Tänzer zu erreichen. Er bietet online Choreographien unter dem Label „random roots“ an und hat dabei ein ganz eigenes Konzept entworfen.

Interessierte können zwischen zwei Optionen auswählen.

  • Als Tanzlehrer kann man ein vier Monatsabonnement buchen und Albir‘s Figuren an die eigenen Schüler weitergeben. Damit erreicht er über andere Tanzlehrer mehr Schüler. Viele, insbesondere neue Tanzlehrer, nehmen das Angebot gerne an, um ihr eigenes Portfolio an Figuren zu erweitern.
  • Die „Express Choreo“ für Tanzgruppen. Bei dieser Option wird ein Video mit einer Choreo online gekauft, um sie mit einem Team einzustudieren. Anschließend schickt man eine Demo der Choreo an Albir. Gefällt es, verabredet sich das Team mit ihm auf einem Festival, übt zusammen 2-3 Stunden und steht dann für eine Show mit ihm auf der Bühne! So auch am diesjährigen Luxembourg Kizomba Festival.

Albir’s streaming Kurse und Choreos findet ihr unter  www.randomroots.com

Random Roots Kostprobe

 

Entwicklung des Tanzes und der Kizomba Szene:

Wie wir alle wissen, gibt es mittlerweile viele verschiedene Stile und Mischungen unter dem Namen „Kizomba“. Tanzen ist eine Kunst und Künste entwickeln sich. Tänzer und Musiker suchen sich Inspiration aus anderen Bereichen (andere Tänze, andere Musikstile) und entwickeln so neue Figuren, erweitern das jeweilige Portfolio. Wir kennen dies von anderen Tänzen und aus anderen Bereichen.

Wie wahrscheinlich auch die meisten von uns schon mitbekommen haben, gibt es hierdurch  auch viele Unstimmigkeiten und Streitereien. Einige “traditionelle” Künstler wollen nichts vom “Modernen” wissen und manche Künstler, die neue Ideen in den Tanz einbringen, können schon mal überheblich werden und glauben, sie seien besser.

Albir erzählt, dass er früher sehr viel mehr gegenseitige Unterstützung und Einheit unter den Künstlern der Szene erlebt hat. Es sei schade, dass immer weniger Kooperation und dafür mehr Egoismus vorherrscht. Er plädiert bei Allen für mehr Akzeptanz und gegenseitige Unterstützung in der Kizomba Szene, sowohl unter Künstlern wie unter Tänzern. Man kann und sollte Weiterentwicklungen nicht verhindern, sondern akzeptieren. Gleichzeitig sollten wir auch die Wurzeln und Herkunft des Tanzes respektieren. Ohne sie gäbe es nichts weiterzuentwickeln! Der Tanz sei außerdem etwas Positives. Wir tanzen, weil wir es lieben und es uns Spaß macht. Für die Künstler ist es eine schöne und positive Arbeit. Das sollte es auch bleiben und wir alle sollten es so handhaben.

Wir von KizzMag können Albir hier nur zustimmen! Lasst uns das Tanzen genießen, mit all seinen Facetten.

 

Albir’s Ratschläge an Tänzer/innen:

Genießt das Tanzen, seid gut drauf und positiv!

Redet andere nicht herunter, lasst die Arroganz sein!

Wir haben genug Raum für alle Stile und alle Level!

Jeder kann tanzen, was ihm Freude bereitet, es schadet niemandem.

Wenn dir etwas nicht gefällt, schau nicht hin und kommentiere es nicht.

 

Albir’s „must-go-to“ Festivals:

  • Luxembourg Kizomba Festival
  • Summer Sensual Days (SSD & CSSF) in Rovinj
  • Amsterdam Kizomba Festival
  • Mixtura (in Cullera bei Valencia), Anfang September unter seiner Leitung

Danke Albir

Wir waren sehr beeindruckt von Albir’s warmherziger, ruhiger und bedachten Art. Er nahm sich sehr viel Zeit für unser Interview und wir konnten spüren, wie wichtig es ihm war, seine Message in die richtigen Worte zu fassen, um Tänzer und andere Künstler zu erreichen. Unser Fazit: Albir ist nicht nur ein großartiger Tänzer, er ist auch ein Sympathieträger und hat das Herz am rechten Fleck! Wir freuen uns auf das nächste Festival mit ihm.

Albir around the world:

Ihr hattet noch nicht das Vergnügen bei Albir einen Workshop zu besuchen? Auf folgenden Festivals habt ihr die Möglichkeit:

 

25.-27. August 2017 – Kizomba Xperience – Disneyland® Paris, Frankreich

31. August – 4. September 2017 – Mixtura Kizomba Festival, Spanien

8.-11. September 2017 – KIFE, Italien

22.-25. September 2017 – Like Festival, Portugal

20.-23. Oktober 2017 – Amsterdam Kizomba Festival, Niederlande

14.-18. Dezember 2017 – K I Z M I, Italien

Er gehört zu den alten Hasen – Doumb – der bereits seit 2008 Kizomba unterrichtet erzählt uns im Interview über sein Leben vor dem Tanzen, seine persönliche Entwicklung, gibt wertvolle Tipps für Tänzer und uns einen Einblick in die “Generationen” des Kizomba.

Wenn Doumb kein Tänzer wäre, wäre er heute… Buchhalter!!

Wer hätte das gedacht? Doumb belegte ein Aufbaustudium für Buchhaltung und wollte als Buchhalterexperte Karriere machen. Während des in Frankreich obligatorischen Praktikums (“stage”) erkannte er, dass dies jedoch nicht das ist, was er den Rest seines Lebens tun wollte. Zeitgleich tanzte und unterrichtete er bereits und stellte fest, dass es ihm schwer fiel, den Buchhalterjob mit den Festivals unter einen Hut zu bringen. Für die Festivals musste er oftmals Freitag und Montag frei nehmen, schwer mit diesem Job zu vereinbaren. Er hing die Buchhalterkarriere an den Nagel und konzentrierte sich stattdessen zu hundert Prozent auf das Tanzen und Unterrichten.

Entwicklung von Salsa zu Kizomba

Wie viele andere Kizomba Tänzer war er zunächst Salsa und Bachata Lehrer (ab 2001).

Doumb, der ursprünglich nur kubanisches Salsa tanzte, kam durch eine Reise in die USA zum NY Style. Es war Liebe auf den ersten Blick und er begann auch diese Stilrichtung zu unterrichten. Ähnliche erging es ihm mit den Kizomba Stilen. Er lernte zunächst  traditionelles Kizomba und Tarraxa aus Portugal und liebt die sanften Bewegungen dieser Stilrichtungen. Aber auch der moderne Stil  gefällt ihm und kombiniert beide zu “Kizomba Fusion”. Dabei fließen durchaus auch andere Stile ein, so z.B. Körperbewegungen aus dem  “Contemporary”, die seine Partnerin einbringt. Er liebt es, mit der Musik und den Stilen zu spielen. Für ihn gibt es nicht nur das Eine oder das Andere. Es muss zur Musik passen und sich gut anfühlen.

Auf Festivals war er anfangs nur als Salsa Lehrer unterwegs. Damals unterrichteten bereits altbekannte Kizombagrößen der ersten Generation Kizomba auf Salsa Festivals.

Doumb begann im Jahr 2008 in Bordeaux Kizomba zu lehren. Der Erfolg setzte bald ein und er zog kurz danach nach Paris. Dort unterrichtete er im “Bateau” und in anderen Locations. Als Doumb begann Kizomba zu unterrichten, wurde er von Festivalorganisatoren nur noch für Kizomba Workshops gebucht.

Doumb über die Entwicklung der Kizomba „Generationen“:

Zur “ersten Generation” gehören altbekannte Kizomba Lehrer wie Petchu, Kwenda Lima, Avelino Chantre und Tomas Keta. Einige der heutigen Stars und Sternchen am Kizomba Himmel haben ihre ersten Schritte bei der ersten Generation gelernt. Danach kamen bereits Kizomba Gruppen wie „Afrolatin Connection“ auf das internationale Tanzparkett.

Zur „zweiten Generation“ gehören er selbst, Albir Rojas, Tony Pirata, Morenasso und andere. Stars wie Felicien & Isabell oder Curtis folgten und bauten schon erste Neuheiten in den Tanz ein.

Mit der “dritten Generation” tauchte das “Urban Kizomba” auf, ein neuer und härterer Stil, mit Tänzern wie Enah. Bis heute hat sich das “Urban Kizz” sehr stark entwickelt und führt zu einer rasch anzeigenden Zahl  neuer Lehrer in der Kizomba Welt.

Doumb’s Ratschläge an Tänzer:

„Hört auf immer der Beste sein zu wollen. Keiner wird der Beste sein. Wer das versteht, fängt erst an, den Tanz zu genießen.“

Die 4 wichtigsten Tipps:

Achte auf deinen Tanzpartner! Passe dich dem Level des Anderen an.

Vergiss die Zuschauer. Tanze, um zu genießen und nicht um anzugeben

Höre auf die Musik!

Achte auf den Platz und die Tänzer um dich herum

Dabei betont er, wie wichtig die „Connection“ mit dem Tanzpartner ist.

Sein Appell an die Frauen:  Versucht nicht zu raten oder vorherzusehen. Wartet darauf, was der Mann wirklich führt.

Sein Appell an die Männer: Lernt eure Kombis bevor ihr sie auf der Tanzfläche tanzt. Führt deutlich, aber sanft und geschmeidig (nicht hart!). Eine leichte, sanfte Führung reicht aus!

Sein Appell an alle: Hört und tanzt auf die Musik,  passt den Stil der Musik an  (harte Urban Kizz Schritte passen einfach nicht zur fröhlichen Semba Musik oder ruhigem romantischen Kizomba!)

Wenn  sich Frauen und Männer an diese Tipps halten, ist das Resultat der perfekte Tanz. Ein Tanz, den beide genießen.

Doumb around the world – 2017 triffst du ihn auf folgenden Events:

29. September – 2. Oktober – Tchuna International Kizomba Festival, Frankreich

6.-9. Oktober – Berlin Salsa Congress, Deutschland

15.-20. November – Paris Kizomba Congress, Frankreich

14.-18. Dezember – X-Mas Gala Kassel

Doumb’s Festival Empfehlungen:

  • Selbstverständlich das “Suave” Festival (Paris, Ende Januar) unter seiner Leitung
  • X-Mas Gala Kassel (super organisiert, familiär und herzlich)

Generell empfiehlt Doumb eher mittelgroße Festivals. Auf großen Festivals verliert man sich, man kommt nicht mehr dazu, sich mit Leuten zu unterhalten und die Gäste sind zu gestresst. Natürlich gehen wir zu Festivals um zu tanzen, aber auch, um Freunde zu treffen und sich auszutauschen.

Demeter Gärtner, Leistungsschwimmen, die Azoren und kalte Duschen. Wie passt das wohl zusammen? Ich traf Daniel & Jasmin, die seit November 2015 als Kizombalehrer auf Festivals in ganz Europa touren auf einem kleinen Event in Horb am Neckar. Ich nutzte die Gelegenheit, um beide Kizomba-Jungstars über ihre Herkunft, ihre Pläne und ihre Tipps für Tänzer zu befragen.

Mit drei Jahren zum Ballettunterricht

Bereits mit drei Jahren entdeckte Jasmin ihre Leidenschaft fürs Tanzen und besuchte ihren ersten Ballettunterricht. Sie betrieb Ballett bis sie im Alter von 13 eine Trotzphase bekam und sie in eine ganz andere Richtung führte – sie wurde Leistungsschwimmerin und nahm auch an Wettkämpfen teil. Wer hätte das gedacht?

Mit 16 zog es Jasmin jedoch wieder zum Tanz und belegte die üblichen Standardtanzkurse für die sie sofort eine große Begeisterung entwickelte. Ihr Ziel war schnell klar – sie muss in die Formation! Ihre Ambition hatte sie schnell umgesetzt und tanzte 10 Jahre Latein, unter anderem auch Turniertanz. Dieser Teil ihrer Tanzkarriere endete jedoch mit dem Wegzug ihres Tanzpartners ins Ausland. Da sie parallel bereits Salsa und Bachata getanzt hatte, kam sie vor gut zweieinhalb Jahren in Paris in Berührung mit Kizomba. Der Funke sprang sofort über und sie lernte Kizomba auf Partys und Festivals. Die jahrelange Tanzausbildung und Erfahrung aus Ballett und Latein halfen ihr dabei sehr und zeigen sich auch in ihrem geschmeidigen und weichen Ladystyling.

Übrigens, im normalen Leben ist Jasmin Beraterin bei Ernst & Young und modelt gelegentlich. Sie ist also nicht nur hübsch und eine tolle Tänzerin, nein, sie hat auch Köpfchen.

Vom Demeter Gärtner zum Profitänzer

Schon gewusst? Daniel war 7 Jahre lang Demeter Gärtner, bis er den Entschluss fasste sich hauptberuflich als Tanzlehrer zu engagieren. Aber wie kam er überhaupt zum Kizomba? Daniels Familie wanderte auf die Azoren aus, Jahre später in Deutschland traf er im Alter von 20 Jahren erstmals auf Salsa. Er erkannte sofort seine Leidenschaft fürs Tanzen. Zurück in Deutschland lernte er später auch Kizomba kennen und wusste sofort: „Das will ich machen“. Kizomba eignete er sich sehr schnell an und entwickelte auch bald die Ambition zu unterrichten. Die erste Möglichkeit bot sich ihm auf dem „Kizomba Kings Festival“ in Straßbourg. Das erste gemeinsame Unterrichten mit Jasmin ergab sich 2015 auf dem „Kizomba Festival Stuttgart“. Da seine Tanzpartnerin verhindert war, schrieb er spontan Jasmin an, mit der er bereits mehrmals auf Festivals getanzt hatte und fragte sie, ob sie nicht zusammen mit ihm unterrichten möchte. Seitdem sind die beiden unter dem Label „Daniel & Jasmin“ als Tanzpaar on tour.

Auf die Frage, ob er als hauptberuflicher Tänzer auch an die Zukunft denke gibt Daniel zu, dass solche Gedanken natürlich immer wieder aufkommen. Insbesondere, wenn man an Familienplanung denkt. Das Leben als Artist bedeutet viele Reisen und das hauptsächlich am Wochenende. Hier ist viel Toleranz und Vertrauen gefragt.

Klarer und strukturierter Unterricht

Die Workshops von Daniel & Jasmin sind klar und gut strukturiert. Genau das ist ihnen auch wichtig. Sie bringen nicht nur die Schrittabfolge bei, sondern auch die Technik dahinter. Außerdem sei es wichtig, genau diese verständlich zu erklären. Es reiche nicht aus, lediglich den Schritt zu erklären, man müsse vielmehr erklären, wie die Führung angesetzt wird, welche Impulse gegeben werden müssen, um die Frau richtig zu führen. Auch der Frau wird viel erklärt, unter anderem wie sie den Mann unterstützen kann und wie sie Ladystyling richtig einsetzen kann. Der Part der Frau geht bei vielen anderen Lehrern leider unter und wird zu wenig Beachtung geschenkt, da man sich auf die Führung des Mannes konzentriert.

Außerdem legen sie bei ihrem Unterricht Wert auf eine gute Stimmung. Die Leute sollen Spaß haben und es soll ein tolles Erlebnis sein.

All diese Eigenschaften und eine gut angelegte Promotion bringen unweigerlich Erfolg. Daniel & Jasmin sind fast jedes Wochenende auf Festivals und kleineren Events unterwegs. Bleibt da noch Zeit für andere Hobbys? Kaum, der Großteil der Freizeit geht zugunsten des Tanzens. In der wenigen Freizeit treffen sie sich mit Familie und Freunden. Auf die Frage, ob es ihnen manchmal nicht zu viel wird antworten beide ohne zu zögern mit Nein. Tanzen ist ihre Leidenschaft. Auf Festivals bleiben sie meistens bis die Party endet und nehmen wenig Schlaf in Kauf, auch wenn sie morgens den ersten Workshop geben müssen. Wie man sich dafür fit macht? Daniels Lösung: Er duscht grundsätzlich kalt!

Tipps für Tänzer & Tänzerinnen

Viel und oft tanzen gehen. Besucht Events und tanzt mit verschiedenen Tänzern und auch die verschiedenen Stile. Das macht euch flexibel und zu besseren Tänzern.

Musik hören. Insbesondere die Tänzer, um noch mehr Musicality zu entwickeln. Überlegt dabei, wie ihr auf diese Musik tanzen würdet. Musik kann vorhersehbar werden und euer Körper kann mit der Zeit darauf reagieren.

Findet eure eigene Kreativität, euren eigenen Stil

Achtet auf eine gute Connection & Gefühl

Daniel selbst tanzt oft auch den weiblichen Part und schnappt sich hierfür gerne Tanzlehrer. Eine sehr gute Übung, um den Part der Frau besser zu verstehen und entsprechend erklären zu können. Daniel & Jasmin sind beide scharf darauf, den Damen Tipps zu geben. Als Frau macht Daniel jedenfalls keine schlechte Figur.

Traditionell vs. Urban

Daniel & Jasmin sehen die Diskussion um die Tanzstile entspannt. Entwicklungen werde es immer geben und das sei auch gut so. Die „Traditionellen“ sollten neue Entwicklungen nicht schlecht machen und die „Modernen“ nicht behaupten, ihres sei besser und total intuitiv. Die Ursprünge sind auch wichtig und man sollte sich gegenseitig respektieren. Tanz ist ein Teil des Menschen und ist für alle da, es sollte Spaß machen und kein Streitpunkt sein.

Entwicklung der Kizomba Szene

Kizomba wird noch weiter boomen, insbesondere wird es vollends nach Asien, Amerika und Südamerika überschwappen. Es tauchen im Moment extrem viele Festivals und neue Lehrer auf. Irgendwann wird eine Übersättigung einsetzen und nicht alle werden dabei „überleben“. Das sich Kizomba rückläufig entwickeln wird, daran glauben beide nicht. Kizomba wird ein fester Bestandteil der Tanzwelt werden und das weltweit.

Festival Empfehlungen

Für Jasmin ist das Luxemburg Kizomba Festival ein Highlight und eine klare Empfehlung, da der Social Dance richtig gut ist.

Daniel empfiehlt insbesondere den Männern Festivals im östlichen Raum wie Zagreb, Moskau etc. In den östlichen Ländern wird man als Tänzer sehr gerne gesehen und das Tanzniveau der Damen ist sehr gut.

Fazit

Einfach erfrischend. Daniel & Jasmin sind junge aber professionelle Tanzlehrer, die mit guter Laune und Humor an ihre Workshops gehen. Sie schaffen es, die Schüler dort abzuholen, wo sie stehen und schaffen einen guten Kompromiss zwischen den verschiedenen Niveaus. Von mir gibt’s beide Daumen nach oben.

Auf welchen Festivals findet ihr Daniel & Jasmin?

9.-11. Juni – Bachateando Nürnberg, Deutschland

16.-19. Juni – Touch Kizomba Weekend, Frankreich

16.-19. Juni – Strasbourg Bachata Festival, Frankreich

20.-24. Juli – Salsa Festival Hamburg, Deutschland

27.-31. Juli – Paris Kizomba Connection, Frankreich

12.-15. August – Salsa&Sensual Nature

8.-10. September – Marrakech Salsa Congress

22.-24. September – Kiz’n Your Nancy Festival

6.-8. Oktober – Berlin Salsa Congress

27.-29.  Oktober – Straßbourg Kizomba Kings Festival

2.-6. November – Kizomba Festival Stuttgart, Deutschland

1-3. Dezember – Latin Festival Stuttgart

29.-31. Dezember –Paris New Year Eve’s Festival

 

Kontaktinformationen von Daniel & Jasmin findet ihr in unserem Kizz-Index.

 

„Keinen Menschen zieht es nach Kassel – außer zum Kizomba“ so Sabine Kolle, die in Paris Kizomba kennen und lieben gelernt hat. Vor vier Jahren entschied sie, in Kassel eine Kizombaszene aufzubauen und ist in dieser Gegend inzwischen federführend. Bis dato war Kizomba dort noch völlig unbekannt. Ihre jährliche Kizomba X-Mas Gala im Dezember ist eines der qualitativ hochwertigsten und beliebtesten Festivals in ganz Deutschland. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Es beginnt bereits mit Sabines grundsätzlicher Einstellung. Es geht ihr nicht ums große Geldverdienen oder um Prestige. An erster Stelle stehen der Spaß am Kizomba und eine familiäre Atmosphäre. Ihr Slogan „Kizomba family & friends“ trifft also genau ins Schwarze und spiegelt sich auch in der durchweg positiven Resonanz der bisherigen Festivalteilnehmer wider. Wo man auch hinhört, ertönen nur Lobgesänge auf die Veranstaltung.

Der wohl wichtigste Erfolgsfaktor ist ihre strikte Haltung in Sachen Ausgleich „Männlein/Weiblein“. Werden zu viele Frauentickets verkauft, stoppt sie den Verkauf für diese Karten gnadenlos. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Tänzern und Tänzerinnen ist ihr extrem wichtig und sorgt sowohl für gut gelaunte Tänzerinnen, die nicht wartend am Rand stehen, als auch für entspannte Tänzer, die eben nicht dem Druck ausgesetzt sind, sofort die nächste Dame aufzufordern zu müssen, um möglichst allen gerecht zu werden. Diese Stimmung breitet sich über das ganze Festival aus und dürfte einer der Hauptgründe für das Wohlfühlambiente sein.

Kizomba Kassel, Xmas Gala, Sabine Kolle

An die Organisation, die sie im Übrigen weitgehend allein stemmt, stellt Sabine den Anspruch, fehlerfrei zu werden. Im Anschluss an jede Veranstaltung erstellt sie ein Fehlerprotokoll, welches sie Punkt für Punkt abarbeitet, um eben noch ein bisschen besser zu werden als beim letzten Mal. Und sei es nur der Wunsch der Gäste, ein paar Stühle mehr zur Verfügung zu stellen. Eine gute Orientierungshilfe dafür, was man besser machen kann, bieten ihr außerdem organisatorische Schwächen anderer Festivals. Letztendlich besteht das Geheimnis ihres Erfolges aber in der Tatsache, dass sie sich persönlich wirklich um alles kümmert, und so dem Festival eine ganz persönliche Note verleiht.

Top Location: die Orangerie in Kassel, bestens geeignet für Hochzeiten, Firmenevents und eben Tanzveranstaltungen. Das stilvolle Ambiente ist einzigartig; nur selten bekommt man bei einem Festival eine solch schöne Location geboten.

Ein genialer Musikmix harmonierender DJs wie DJ Morelasoul, DJ Valet oder DJ Stefanio Lima und vieler anderer nationaler und internationaler DJs sorgen für beste Kizomba-Musik. Anders als sonst, wenn ein DJ einfach auf den anderen folgt, liefern sich die Musiker hier zunächst ein Battle, in dem sie brillieren können. Das gegenseitige Aufputschen heizt allen Tänzern und Tänzerinnen derart ein, dass niemand auch nur auf die Idee kommt, eine Pause einzulegen.

Viele andere Organisatoren können sich hiervon eine Scheibe abschneiden. Weniger ist manchmal mehr und der Erfolg gibt Sabine Kolle recht. Auch bei der Wahl ihrer Kizomba-Artisten beweist sie Feingefühl. Seit ca. einem Jahr ist sie mit ihrem Tanzpartner Stone’s unter dem Label „Stone’s & Sabine“ international auf Festivals als Kizombalehrerin unterwegs und weiß genau, worauf es bei der Auswahl geeigneter Kizomba-Künstler ankommt. Weiterhin legt sie großen Wert auf ein hohes Niveau aller gebuchten Taxitänzer, die so höchsten Tanzansprüchen gerecht werden. Für die kommende X-MAS Gala im Dezember hat sie aus Paris „The Dream Kiz“, „CMD“, „Ultimate Kiz“ und „Air Taxis of Rotha Rtpakiz Pak“ sowie aus Niederlande die Teams „KTT“, „Gentle 4 Kizomba“ und „Casanova“ verpflichtet.

Stand April sind bereits weit mehr als 200 Tickets verkauft, 500 ist das Limit. Mehr Qualität statt Quantität lautet das Motto. Insbesondere interessierte Damen sollten sich ihr Ticket also baldmöglichst sichern. Sonderausnahmen gibt es nicht. Mehr Informationen zur Veranstaltung findet ihr über unseren Kizomba Event-Guide oder durch direkten Klick auf den Flyer.

Festival Kassel, Stone's & Sabine

Die X-MAS Gala erhält das Prädikat „Absolut empfehlenswert“ und sollte in jedem Festivalkalender anspruchsvoller Kizomberas/os stehen.

Wer nicht bis Dezember warten möchte, um Stone’s und Sabine live zu erleben, sollte sich folgende Veranstaltungen vormerken:

Urban Kizz Bootcamp – 6. Mai 2017 in Bremen

Kizombainvasion Stuttgart – 2.-5. Juni 2017 in Stuttgart

Frankfurt Summer Festival – 20.-24. Juli 2017 in Frankfurt

„Einfache und für jedermann machbare Kizombakombis“ ist das Motto von Sunny & Silvija, die auf dem diesjährigen AfroMoves Kizomba Festival in Ludwigsburg zum ersten Mal zu Gast waren. Wir wollten etwas mehr über die beiden Künstler aus Nürnberg erfahren und haben sie über ihre bisherige Tanzkarriere, ihre Unterrichtsmethodik und ihre zukünftigen Pläne befragt.

„…Kizomba in Paris kennen gelernt…“

Im gemeinsamen Paris-Urlaub 2012 kamen sie erstmals mit Kizomba in Berührung, als sie ein bekanntes Salsa Café besuchten und in schöner Stimmung eine Runde Salsa tanzen wollten. Sunny war zu diesem Zeitpunkt bereits als Salsa- und Bachatalehrer tätig. So unterrichtet er seit 10 Jahren eine Rueda-Gruppe, die auch heute noch besteht und regelmäßig als fest etabliertes Kollektiv zusammen trainiert. Es waren die Anfänge des Kizomba, auf Partys wurde damals zum Großteil Salsa und Bachata gespielt. Als die ersten Kizomba-Songs ertönten und die Kizomberas und Kizomberos loslegten, war Sunny & Silvija sofort klar, diesen sinnlichen Tanz möchten sie erlernen!

„Wir wollten Kizomba erst einmal für uns lernen…“Sunny & Silvija beim Afromoves Kizomba Festival

„Wir wollten Kizomba aber erst einmal nur für uns lernen und unseren eigenen Stil entwickeln bevor wir ans Unterrichten denken.“ In Barcelona haben sie ihre ersten Stunden genommen. Sunny gibt zu, dass er anfangs recht große Schwierigkeiten hatte und kurz davor war, Kizomba wieder an den Nagel zu hängen. Der Ehrgeiz war jedoch zu groß und irgendwann waren die Startschwierigkeiten überwunden, die Bewegungen wurden weicher und der Funke sprang vollends über.

Oktober 2012: Jetzt waren beide soweit, ihren Tanzschülern Anfängerkurse anbieten zu können. Prompt schlugen die Kurse wie eine Bombe ein und sind seither nicht mehr aus dem Programm ihrer Tanzschule wegzudenken. „In den letzten 5 Jahren musste kein einziger Kizombakurs abgesagt werden“ erzählt Sunny stolz und weiß, wie schwer es ist, für einen noch relativ unbekannten Tanz ein Publikum aufzubauen. Inzwischen hat sich Kizomba zur Nummer 1 in der Tanzschule etabliert. In Form von Wochenend-Workshops gibt es fast alle 2 Wochen samstags regelmäßig Beginner- und Aufbaukurse mit einem festgelegten, immer gleichbleibenden Curriculum. Sonntags findet der Intermediate-Advanced Kurs mit offenem Inhalt statt. Neue und wechselnde Kombinationen werden hier nahegebracht, ältere Inhalte wiederholt. Durch den offenen Kursaufbau ist jederzeit ein Quereinstieg möglich. Die Kurse werden so belegt, dass sie allen Tanzschülern gerecht werden können. Silvija macht deutlich, dass insbesondere den Anfängern mehr Zeit und Betreuung gewidmet werden muss; daher ist beiden eine beherrschbare Gruppengröße wichtig.

Kizomba Lounge in Nürnberg? „Wir wurden anfangs belächelt.“

Nach erfolgreicher Einführung regelmäßiger Kizombakurse wollten beide eine regelmäßige Kizomba Practica / Party in Nürnberg aufbauen. Leichter gesagt als getan. Die meisten der ihnen bekannten Latin-DJs vor Ort winkten ab, belächelten sie für ihre Idee. „Kizomba ist in 5 Monaten wieder von der Bildfläche verschwunden“ hörten sie nicht nur einmal. Sunny blieb hartnäckig und fand mit DJ Norb jemanden, der das Projekt unterstützte und sich in die Kizomba Musik einarbeitete. Da für eine reine Kizomba-Party die Anzahl der Teilnehmer in Nürnberg zunächst zu gering war, entschieden sie sich für ein Mischkonzept und riefen die Kizombachata-Lounge im Cafe „OPERA“ mitten im Zentrum von Nürnberg ins Leben. Jeden Sonntag ab 20:30 Uhr erklingen Kizomba und Bachata im Verhältnis 80 : 20 und wenige Salsa-Songs. Das Konzept ging auf, inzwischen besuchen regelmäßig zwischen 60 und 80 Tänzer und Tänzerinnen die sonntägliche Tanzveranstaltung. Unter anderem auch die Cafe-Inhaberin selbst, die erst durch dieses Projekt mit diesen Tanzstilen in Berührung kam und zwischenzeitlich eine begeisterte Teilnehmerin der Veranstaltung ist.

„Workshop – Teilnehmer kommen teilweise von 400 Kilometern Entfernung“

Die Workshops von Sunny & Silvija locken Besucher von bis zu 400 Kilometer Entfernung an, welche oftmals gleich ein ganzes Wochenende bleiben. Einige nutzen am Samstag die Gelegenheit die Basics nochmals aufzufrischen, bevor sie den eigentlichen Spezial-Workshop besuchen. Sunny & Silvija legen großen Wert auf gute Didaktik des Unterrichts. „Unser Ziel sind beherrschbare und für jedermann tanzbare Kombinationen, die mit jeder -auch fremden- Tänzerin getanzt werden können“ erzählt uns Sunny, der wenig von Figuren hält, die nur um zu beeindrucken extra schwierig aufgebaut sind. Das Motto lautet „Weniger ist mehr“. Die Teilnehmer sollen mit einem guten Gefühl aus den Workshops mit der Fähigkeit gehen, das Gelernte später auch umsetzen zu können. Dieses Konzept hat Erfolg und ist mitunter ein Grund dafür, dass ihre Workshops von bis zu 120 Personen besucht werden.

Festivals hauptsächlich in Deutschland

Ihre ersten Bookings auf Festivals erhielten Sunny & Silvija 2013 auf dem Salsa Kongress in Innsbruck sowie auf Lanzarote. Seitdem sind sie regelmäßig als Tanzlehrer auf Festivals unterwegs – vorrangig jedoch in Deutschland. Eine internationale Tanzkarriere streben die beiden nicht an und halten ihr Engagement ganz bewusst in Grenzen. Beide üben hauptberuflich andere Tätigkeiten aus. „Der Spaß steht bei uns an erster Stelle. Das Tanzen soll für uns nach wie vor ein Hobby bleiben und keinen Arbeitscharakter erhalten“ erklärt uns Silvija. Und genau diese Lust aufs Tanzen merkt man den beiden auch deutlich an, die selbst nach einer durchgetanzten Partynacht und einem Workshop direkt im Vorfeld des Interviews noch ein strahlendes Lächeln für mich übrighaben. Obwohl sie die Tanzkarriere weiterhin „nur“ als Hobby betreiben, werden sie auch zu hochkarätigen Festivals wie dem Euro Dance Festival als Künstler eingeladen. „Das ist eine Ehre für uns und wir sind sehr stolz darauf, bei einem so hochwertigen Festival eingeladen zu sein.“ so Sunny.

Workshop sunny & silvija beim afromoves kizomba festival

Foto by Sunny & Silvija

Auch die Zahl der „Follower“, die den beiden auf Festivals folgen, ehrt die beiden und gibt ihnen die Bestätigung, den richtigen Weg zu gehen. Dass auch beim Afromoves-Festival Teilnehmer dabei waren, die laut der dortigen Organisation nur ihretwegen gekommen seien, zaubert den beiden ein Lächeln ins Gesicht. „Solche Rückmeldungen machen uns natürlich extrem stolz“ schwärmt Silvija.

Eine besondere Präferenz bezüglich der Tanzstile haben die beiden nicht. Beide haben erst traditionelles Kizomba erlernt, Urban Kiz kam später dazu und wird von beiden genauso gerne getanzt. Die Konkurrenz und Streitigkeiten, die zuweilen im Internet zwischen traditional und Urban herrschen, sehen Sunny & Silvija eher relaxed, denn beide Stile haben ihren Reiz und ihre Vorzüge. Beide Tanzstile werden unterrichtet und auf den Festivals bieten Sunny & Silvija eine breite Palette, meist in Abstimmung mit den Bedürfnissen der Festivalorganisatoren.

Kizomba hat sich durchgesetzt und wird nicht wieder verschwinden

Mit einem Schmunzeln sehen Sunny & Silvija die Entwicklung des Kizomba. Entgegen der damaligen Meinung Vieler, Kizomba sei eine Eintagsfliege, hat sich Kizomba in den meisten Ländern Europas durchgesetzt und erlebt einen wahren Boom. Ein solcher hat natürlich auch seine negativen Seiten. Tanzlehrer sprießen derzeit wie Frühlingsgras aus der Erde und nicht jeder gute Tänzer ist gleichzeitig ein guter Lehrer, so Sunny. Auf einem Masterkurs für Tanzlehrer, den beide besuchten, wollte man den Teilnehmern weismachen, dass jeder innerhalb kürzester Zeit ein Kizombalehrer werden kann, dies sei überhaupt kein Problem. Es wurde viel geredet, weniger getanzt und die wenigen Schritte die gezeigt wurden, peitschte man im Eiltempo durch. Das Resultat: frustrierte und verärgerte Teilnehmer, die Geld und Zeit nutzlos investierten. „Diese Lehrer sind inzwischen von der tänzerischen Bildfläche verschwunden“ so Sunny. Der Markt reguliert sich mit der Zeit selbst.

Leider gibt es auch auf den Festivals den ein oder anderen, der auf diesen Trendzug aufspringen und das große Geschäft machen möchte. So kam es schon vor, dass man einen Vertrag erhielt, in welchem sich Künstler verpflichten mussten, eine gewisse Anzahl an Teilnehmern mitzubringen. Auf Rückfrage, ob diese Passage ein Versehen sei, wurde erklärt, man habe ja auch hohe Kosten. „Selbstverständlich machen wir als Künstler dann auch Werbung für die Veranstaltung“ erklärt uns Sunny, jedoch sei es nicht die Aufgabe der Künstler, Teilnehmer zu bringen. Das ist die Aufgabe eines Organisators. Es sollte nicht sein, dass die Künstler die Aufgaben der Organisation übernehmen.

Wo findet ihr Sunny & Silvija in 2017?

2017 waren beide zum ersten Mal zu Gast beim AfroMoves Kizomba Festival und haben in 3 Workshop-Einheiten die Themen „Kizomba – Lead & Following“, „Kizomba Technics“ und „Kizomba Partnerwork“ unterrichtet. Wer die beiden live auf einem Festival erleben und ihre didaktisch hochwertigen Workshops besuchen möchte, hat auf den folgenden Veranstaltungen die Möglichkeit dazu:

Bachateando vom 9. – 11. Juni in Nürnberg

Kizomba Festival Stuttgart vom 2. – 6. November in Stuttgart

Alle Veranstaltungen findet ihr auch in unserem Event-Guide sowie Informationen zur Tanzschule in unserem Kizz-Index.

Unser Fazit: Sunny & Silvija sind zwei sehr sympathische und hochprofessionelle Tanzlehrer mit einer hervorragenden didaktischen Lehrmethode, bei denen der Spaß am Tanzen immer noch an erster Stelle steht. Wer im Nürnberger Raum Kizomba lernen möchte, kann sich völlig bedenkenlos in die Hände von Sunny & Silvija begeben.

Sunny & Silvi Kizombalehrer aus Nürnberg