Wenn jemand von einem Senkrechtstart sprechen kann, dann er: DJ Narc6. Seit gut einem Jahr ist er in Deutschland und Europa als Kizomba DJ unterwegs, über 50 Bookings waren es 2017, der Kalender für 2018 ist bis zum Sommer bereits gut gefüllt und auch die ersten Bookings für 2019 stehen. Wie es dazu kam und was Narc6’ Ziele für die Zukunft sind, hat er uns in Frankfurt erzählt.

Startschuss im Januar 2017

DJ Morelasoul (links), DJ Narc6 (rechts. Foto: unbekannt

Im Mai 2016 beim Kizombachata Festival in Bremen, gab Archi Roots ihm die erste Chance aufzulegen, da Archi selbst für die Künstlerpräsentation verantwortlich war. Zuvor hatte er bereits ein paar Mal als Salsa-DJ aufgelegt, bevor er seine Leidenschaft für Kizomba entdeckte. DJ Morelasoul, den er im September 2016 auf der Kizomba Invasion Part I kennen lernte, hat ihn überzeugt Kizomba DJ zu werden. „Auch das Team der Kizinvasion um Yaya Diallo, Ernest Tarracha und Franky KizzFly haben von Anfang an an mich geglaubt.“

Im Januar 2017 fiel dann der Startschuss mit dem ersten Booking auf einer Party, auf welcher Enah im Vorfeld einen Workshop gab. Bereits im Februar war er auf dem „Berlin Valentines Festival“ als DJ gebucht. Seitdem ist er fast überall unterwegs. In Spitzenzeiten legt er bis zu viermal pro Woche auf.

Zu seiner Inspiration gehört vor allem Morelasoul. „…er hat mich inspiriert Kizomba DJ zu werden. Seine Musik ist anders und besonders.“ Aber auch viele andere DJs wie Madiss, Saï Saï, Nice Life, Lenhy, Valet, Zay’X, Maximelody und Colts gehören zu den DJs, die ihn beeindrucken.

Foto: Photoart Eichin

„…ich möchte mit meiner Musik eine Geschichte erzählen.“

Narc6 hat dennoch seinen ganz eigenen Stil. „ #Massage #Relax“ sowie „Sky is no limit“ sind seine Slogans und mittlerweile sehr bekannt. Er hat ein unvergleichliches Gefühl für Musik und weiß ganz genau, was sein Publikum hören möchte. Er schafft die perfekte Mischung aus knackigen Beats, bei welchen kein Tänzer still stehen möchte und aus sanfter Wohlfühlmusik, bei der man den Tanzpartner nicht mehr loslassen möchte, um die Harmonie nicht zu stören. Dabei ist es völlig egal, ob er Urban Kiz oder traditionelles Kizomba auflegt. Narc6 mag beide Musikrichtungen. „Ich möchte die Leute auf eine Reise mitnehmen und mit meiner Musik eine Geschichte erzählen. Egal welche Stilrichtung. Hauptsache die Leute haben Spaß dabei.“

Genau das schafft er auch. Partys mit ihm sind immer gut besucht, immer mehr Veranstalter buchen ihn für Events. Über 50 Bookings hatte er 2017 und 2018 geht es so weiter. Innerhalb eines Jahres ist er von Null auf Hundert durchgestartet. Dies hat er auch der Unterstützung von vielen Freunden zu verdanken. Mark Weber sponserte ihm den ersten professionellen Controller (er selbst hatte nur einen kleinen), damit er überhaupt starten kann. Victoria Dambach und Suzie Geisler haben ihm bei seinen ersten Schritten sehr unterstützt, sei es mit Fotos, Werbung oder Empfehlungen. Auch Lamsca Sagnia ist ihm immer eine große Unterstützung und ein enger Freund. Sabine Kolle und Murmel + haben ihn für einige Festivals und Partys empfohlen wie beispielsweise „Frankfurt Festival“ oder „Afromoves“.  „Support ist wichtig in der Szene und ich bin meinen Freunden, Veranstaltern und Fans in Deutschland und inzwischen auch im Ausland für die Unterstützung sehr dankbar.“

Wo geht die Reise hin?

Seine Reise als Kizomba DJ führte Narc6 bereits nach Italien, Niederlande, Frankreich und ganz Deutschland. 2018 stehen noch mehr europäische Ziele auf dem Programm. Zu seinen Wunschevents gehörten unter anderem Viva Kizomba Congress, Afromoves Kizomba Festival und die X-Mas Gala in Kassel, bei allen wurde er in der Zwischenzeit gebucht. Ein persönliches Ziel wäre ein Booking bei I’m your DJ Events, aber bei seiner steilen Karriere dürfte dies nur eine Frage der Zeit sein.

Im „normalen“ Leben schreibt Narc6 derzeit seine Masterthesis in Informationstechnik in München. Auf die Frage, ob es nicht anstrengend sei Studium und Auflegen unter einen Hut zu bekommen, lächelt er. Es kam schon vor, dass er nachts auflegen musste, um 6 Uhr zum Campus fuhr, um eine Klausur um 7:30 Uhr zu schreiben und um 13 Uhr wieder vor dem Mischpult stand. „Manchmal  ist es hart, beides miteinander zu vereinbaren, aber machbar.“ Ein absolutes Powerprogramm. Sein Alter hat er uns nicht verraten, wir bekamen dieselbe Antwort, die er jedem gibt: „Alt genug :-)“

Narc6′ Erfolgsweg ist ungebremst und wir dürfen uns hoffentlich auf viele weitere Gigs mit ihm freuen. Wo ihr ihn 2018 erleben dürft, könnt ihr auf seiner Facebookseite (Klick auf „Save the dates“) verfolgen.

In diesem Sinne #Massage #Relax

Foto Titelbild: Suzie Geißler

Kennengelernt bei einer Kizomba Reise nach Portugal Anfang Oktober war Björn als Teammitglied dabei und eine echte Bereicherung für die Gruppe. Björn ist Kizomba Pionier im hohen Norden Deutschlands, um genau zu sein in Kiel. Seine faszinierende Geschichte und seine Ansichten erfahrt ihr in unserem Report.

Die Liebe zum Kizomba und der Wunsch es zu verbreiten

Björn ist schon lange tanzbegeistert. 2011 besuchte er ein Bachata Festival in Hamburg. Aufgrund geringer Teilnehmerzahl wurde ein Kurs spontan umgestaltet: die Lehrerpaare sollten andere, unbekannte Tänze zeigen. Eines dieser Lehrerpaare waren Albir & Sara, die Kizomba Basics vorstellten. Björn war sofort Feuer und Flamme für diesen neuen Tanz.

In Norddeutschland wurde damals noch kein Kizomba getanzt und gelehrt. Björn war jedoch so in den Tanz verliebt, dass er sich regelmäßig mit Freunden, die auf dem Festival dabei waren, traf und die paar Schritte, die sie erlernt hatten, übte. Zu dieser Zeit wurden noch überwiegend peux-a-peux einzelne Kizomba Workshops auf anderen Festivals angeboten und so war er kurz darauf in München auf dem Bachatame-mucho Festival im Kizomba und Semba Workshop von Tony & Alena. Björn sprach Tony direkt an und so war der Grundstein für ihre weitere Kooperation gelegt. Daraus entstand eine Freundschaft.

Zurück in Kiel überzeugte er einen Salsa DJ, immer wieder 2-3 Kizomba Lieder zu spielen, damit er und seine Freunde Kizomba tanzen konnten. Ansonsten war die Tanzfläche leergefegt. Er versuchte immer wieder Kizomba in die Salsa Szene Kiels einzuflechten, was erst einmal auf wenig Begeisterung stieß. Doch steter Tropfen höhlt den Stein und nach einiger Zeit wurde aus Ablehnung Neugierde. Im Herbst 2012 bot er seinen ersten Kizomba Einführungskurs an – mit 40 Teilnehmern! Er selbst konnte nur die Basics und hat auch erst mal nur diese gelehrt.

Sein Ziel? Eine Kizomba Szene in Kiel aufzubauen! Sein Weg? Einen Kizomba Verein gründen! Darin hatte er schon Erfahrung, er hatte bereits einen Aikido Verein gegründet, eine Kampfkunst, die er seit 20 Jahren praktiziert und seit 10 Jahren unterrichtet. Durch den Verein bleibt er unabhängig. Es geht nicht um Profit, er lädt nur Künstler ein, die er persönlich kennengelernt hat und von denen er überzeugt ist. Sein Fokus liegt vor allem auf klassischem Kizomba. Für seine Workshops lädt er Künstler wie Kwenda Lima, Hélio Santos, Dasmara & Iolanda und natürlich Tony Gomes ein. Er selbst unterrichtet seitdem wöchentlich verschiedene Level unter anderem im Kieler Hochschulsport und in Flensburg. Unterstützt wurde er bei seinem Projekt vor allem von Tony, der ihm immer wieder Mut machte, seinen Traum weiter zu verfolgen.

Die spirituelle Ebene des Kizomba

Besonders die richtige Technik ist Björn wichtig, was weiches Führen und die Kontrolle des eigenen Gleichgewichts bedeutet. Im Tanz „eins werden“ – auf den Partner achten. Björn denkt bei der Führung mehr aus dem Ellbogen, statt aus den Händen.

Björn spürte aber, dass es über das Führen und die Musik hinaus, eine weitere Ebene gibt. Niemand anderes schien das zu verstehen – bis er ein Interview mit Kwenda Lima sah, der genau darüber sprach. Verrückt wie er ist, kontaktierte er Kwenda kurzerhand und ist extra nach Lissabon geflogen, um ihn zu treffen. An seinem letzten Abend lud ihn Kwenda zu sich nach Hause ein. Er gab ihm Musik und endlich hatte Björn jemanden gefunden mit dem er über die tiefere Ebene, die spirituelle Seite des Kizomba sprechen konnte. „Es ist eine Art, sich selbst und wie man sich in dem Moment fühlt, auszudrücken und mit dem anderen zu teilen. Es ist eine Möglichkeit, im Tanz mit dem anderen eine echte Bindung aufzubauen und sich selbst und den anderen auf dieser Ebene tatsächlich wahrzunehmen und zu erfahren, dass wir alle Teil des einen großen Ganzen sind.“ rezitiert Björn aus dem Gespräch. Jeder, der Kwenda’s Kaizen Dance miterlebt hat, weiß, worum es geht. Björn fühlte sich von Kwenda in seinem Gefühl bestätigt und gestärkt und begann selbst, diese spirituelle und emotionale Seite in seinen Unterricht einfließen zu lassen.

Kizomba als aktive Friedensarbeit

Für Björn ist Kizomba viel mehr als Tanzen. Es kann aktive Friedensarbeit sein. Wir treten mit anderen Menschen in Kontakt und spüren auf einer menschlichen und spirituellen Ebene, dass wir am Ende alle EINS sind. Es fördert das Miteinander. „Ich kann nicht sagen, dass Frieden in Syrien herrschen sollte und dann selbst aggressiv anderen gegenüber sein. Frieden fängt in uns selbst an, dann mit unseren nächsten und irgendwann über die gesamte Gemeinschaft hinweg. Erst muss ich selbst in Balance sein, dann kann ich gemeinsam in Balance sein. Das ist auf Kizomba übertragbar. Sich durch sanfte Berührungen gemeinsam zu bewegen und ganz weich und liebevoll miteinander zu tanzen.“

Aus diesem Blickwinkel betrachtet respektiert Björn alle Formen und Entwicklungen des Tanzes. Alles ist toll und die Diskussionen darum sind überflüssig. Je nachdem, wie wir uns im Tanz ausdrücken, ist das Gefühl dabei und was wir dem Partner in dem Moment vermitteln anders. Die Frage ist immer, wie wir im Tanz miteinander in Kontakt treten.

Wie wir wirklich gut werden

Einklang und Harmonie während des Tanzens setzen stabile Grundlagen voraus. In unserer Gesellschaft sind wir leider immer weniger bereit in die Tiefe zu gehen. Die Leute kratzen oftmals nur an der Oberfläche, wollen Neues und möglichst viele Figuren. Sie vergessen jedoch, sich eine solide Basis und tiefes Verständnis zu schaffen. „Auch ein Baum muss erst mal Wurzeln schlagen, bevor ein Stamm, Äste, Blätter und Früchte entstehen. Schaffe dir Wurzeln, die Basis in dem, was du lernen möchtest. Lerne das Tanzen nicht nur mit deinem Körper, sondern auch mit deinem Geist und deinem ganzen Sein, statt gleich die Früchte ernten zu wollen, ohne die Wurzeln vorher geschaffen zu haben.“
Hier greift er auf sein Wissen aus dem Aikido zurück. Dort spricht man von „Sho Shin Sha“, was so viel bedeutet wie „bleibe im Geiste immer ein Anfänger“. Wir müssen 100.000 Wiederholungen machen, dann entsteht etwas. „Ich fühle mich immer wieder wie ein Anfänger. Ich entdecke immer wieder Neues. Man darf nie denken ‚das kann ich schon‘.“

Und was hat es mit dem Kaffee auf sich?

Hauptberuflich ist Björn seit 2 Jahren Barista bei der Kaffeerösterei Loppokaffeexpress (https://www.loppokaffeeexpress.de/) und verfolgt somit seine dritte Leidenschaft – Kaffee! Das Besondere an dieser Rösterei: die Chefs fahren persönlich in die Herkunftsländer, arbeiten direkt mit den Kaffeebauern vor Ort und zahlen faire Preise. Und auch hier finden wir eine Verbindung zum Kizomba: Bis zum Bürgerkrieg war Angola einer der größten Kaffeeproduzenten. Durch den Bürgerkrieg hat sich die Kaffeeindustrie auf andere Länder konzentriert. Der Berliner Entwicklungshilfeverein OIKOS (http://www.oikos-berlin.de/) hilft mit einem Projekt, die Kaffee-Produktion in Angola wiederaufzubauen und dort gemeinsam mit den lokalen Bauern Kaffee von hoher Qualität produzieren. Die Kieler Rösterei könnte sich vorstellen, dieses Projekt zu unterstützen und vielleicht gibt es in wenigen Jahren qualitativ hochwertigen Kaffee aus Angola.

Mir hat die Zusammenarbeit mit Björn in Portugal sehr viel Spaß gemacht. Seine Begeisterung und Durchhaltevermögen beim Aufbau der Kizomba Szene im Norden Deutschlands sowie seine Ansichten zum Tanz sind beeindruckend, einfach schön und regen zum Nachdenken an. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Freude beim Tanzen, Kaffee rösten und Aikido

Tato, dies ist das erste Kizomba Festival in Ecuador, und Du (BK Baila Kizomba) und William Matos (Estilo Latino) habt es initiiert. Wie hat alles begonnen?

William und ich trafen uns im Mambo Cafe, einer stadtbekannten Salsathek in Quito – unser Gesprächsthema: Kizomba. Wir unterrichten beide und hatten beschlossen, eine gemeinsame Tanzshow Gruppe ins Leben zu rufen. Als Künstler sind wir auch immer von finanziellen Aspekten abhängig. Dementsprechend kamen Zweifel auf, ob wir überhaupt auf Null raus kommen, als wir über ein Festival nachdachten. Wir riskierten es dennoch und gaben uns vier Monate Zeit, alles zu organisieren – Location und genug gute Lehrer, um die Workshops und Partys über drei Tage anzubieten. Die Pool Party war einer der letzten Punkte auf unserer Liste. Wir wollten das Festival mit einem entspannten letzten Tag beenden, ein wenig im europäischen Stil in einer besonderen Location.

Dann brauchten wir noch einen sprechenden Namen für das Festival. Wir einigten uns auf Kiz’Me, denn es dreht sich alles um Kizomba und um uns – die Tänzer. Wir möchten, dass der Tanz und das Gefühl das er vermittelt in unserem Land Verbreitung findet. In Ecuador und dessen Nachbarländern gibt es noch nicht viele Lehrer, die Kizomba pushen. In unseren Bemühungen wandten wir uns auch an Künstler in nahe gelegenen Ländern wie Kolumbien und Venezuela.

Wie hast Du von Kizomba erfahren und es gelernt? Worin besteht Deine Motivation, es in Südamerika bekannt zu machen?

Ich habe Albir Rojas in Panama kennengelernt und fand großes Interesse an seinem Tanzstil. Ich bewundere auch die Art, wie er Schülern hilft neue Fertigkeiten zu erlangen und Selbstvertrauen aufzubauen. Als Albir nach Spanien zog, um dort Kizomba zu lehren, beschloss ich bei ihm diesen aufregenden, noch kaum bekannten Tanz zu lernen. Also ging ich für zweieinhalb Jahre nach Spanien.

Ich genoss es und verliebte mich in den Tanz. Beim Kizomba empfinde ich eine tiefere Verbindung mit meiner Partnerin als bei jedem anderen mir bekannten Tanz. Die Menschen sollen verstehen, dass es mehr gibt als Salsa und Bachata und dass wir mehr können, als auf 1-2-3 – 5-6-7 zu tanzen sowie eigene Figuren im eigenen Rhythmus und eigener Geschwindigkeit tanzen zu können. Selbstverständlich immer unter respektvoller Einhaltung der Grundlagen.

Kizomba Ecuador Johnny Uday

Du teilst also Deine Leidenschaft mit anderen – hast Du auch die Möglichkeiten im Kopf, die daraus erwachsen, dass Du unter den ersten Kizomba Lehrern hier bist?

Wirtschaftlicher Erfolg ist gut möglich. 100% meiner Arbeitszeit widme ich dem Tanzen. Entsprechend sehe ich es nicht nur als ein Hobby. Was mich am meisten bewegt ist jedoch der Gedanke an die Menschen, die nachkommen. Ich möchte etwas hinterlassen und möchte wissen, dass die Leute die ich beeinflusse den Tanz zukünftig in Ecuador weiterführen.

Wie nehmen Tänzer in Lateinamerika Kizomba wahr?

Hauptsächlich wird es als etwas sehr Sinnliches wahrgenommen. Manche sagen auch Kizomba sei sexy, aber das sind zwei komplett andere Dinge. Es gibt „sexy“, und es gibt „sinnlich“. Vor allem Leute in den Küstenregionen genießen die Sinnlichkeit. Es gibt auch auf anderem Gebiet Verwirrung,  wenn Kizomba als Mischung zwischen Bachata und Tango beschrieben wird. Ich weise dann immer darauf hin, dass das nicht korrekt ist. Kizomba hat seinen eigenen Rhythmus, Percussion und Tempo. Es ist keine Mischung. Es hat seinen eigenen Ursprung in Afrika.

Latinos sehen Kizomba als etwas sehr Erfrischendes für den Körper, etwas Erleichterndes. Die Leute sagen “Wow, ich fühle mich so verbunden mit meinem Partner, so verstanden.” Ich denke in ein bis zwei Jahren wird vermehrt Kizomba in Lateinamerika zu hören sein. Es gibt schon große Projekte, Kizomba in Kolumbien und Argentinien zu promoten und auch in Peru und Venezuela findet es momentan Einzug. Wir Künstler sind in Kontakt und ich habe richtig gutes Feedback erhalten dafür, dass ich die Szene hier unterstütze.

Ich habe das Festival als sehr persönlich erlebt dank Deiner Organisation und dem direkten, freundlichen Kontakt vorab. Kannst Du unseren Lesern vielleicht ein paar Fakten und Zahlen nennen?

Neben mir, Tato Mendez (BK Baila Kizomba), gab es noch weitere drei Künstler: Sol Perez (Kizomba Ibarra), Johnny Uday (Salserios, Quenca) und William Mato (Venezuela).

Das Allan Dee Dance Squad wird nächstes Jahr mit von der Partie sein.

Es gab 33 Workshop Teilnehmer. Auf den Abendpartys hatten wir 70-80 Gäste und ca. 20 Mitarbeiter sowie Showtänzer gezählt. Diese 100 Personen haben das Mambo Cafe perfekt gefüllt.

Unser Hauptziel war es, Kizomba bekannter zu machen, nicht Geld zu machen. Der Full Pass für drei Tage hat nur $24 gekostet, was gerade so unsere Kosten deckte.

Und alle schienen richtig Spaß zu haben…

Absolut! Die Leute waren glücklich und berührt. Wir haben Anfragen erhalten das Festival bitte fortzuführen und nächstes Jahr wieder zu veranstalten. Die positive Energie, die Lehrer und Mitarbeiter verbreitet haben und die schönen Erfahrungen, die Freude sowie neu geschlossene Freundschaften waren großartig und gaben einen kleinen Einblick in die Kizomba Kultur.

Viele der europäischen Festivals sind sehr fokussiert auf Kizomba, oft exklusiv. Ihr habt Euch entschieden, auf den Abendparties Kizomba, Salsa und Bachata zu mischen. Was war der Grund für diese Entscheidung? Glaubst Du Kizomba wird in Lateinamerika auch in der Zukunft stärker gemeinsam mit anderen Tänzen gelebt werden?

Vor einer Weile ging es in Quito nur um Salsa. Bachata stieß nicht auf viel Resonanz. Plötzlich wurde es ein Hype und Bachata und Salsa endeten irgendwann gleichauf. Es besteht eine realistische Chance, dass Kizomba das auch schafft oder vielleicht sogar die Popularität von Bachata übersteigen wird. Doch das können wir heute noch nicht wissen.

Auf dem Festival wollten wir nicht exklusiv sein, da wir viele Salsa und Bachata Tänzer haben, die noch Kizomba Anfänger sind. Wir sind einander sehr aufgeschlossen.

Wie siehst Du die Kizomba Szene in 5 Jahren?

Schon heute kann man hier in Ecuador Kizomba im Radio und Fernsehen hören. Es gibt Dokus über das neue Genre. “Wer ist diese blonde Frau mit den phänomenalen Moves? Lara Lopez. Sie war Balletttänzerin, hat Wettbewerbe mit Albir getanzt und gewonnen und boom!” Ich denke, in fünf Jahren könnte es neben unserem noch viele weitere Festivals geben. Wir laden auch “Asi se Baila Guayaquil” (ein großes Salsa Festival) ein, der Kizomba Community ihre Tore zu öffnen. Wir sind absolut offen und helfen gerne mit Workshops etc.

Wahrscheinlich wird es in fünf Jahren viel mehr Kizomba in ganz Lateinamerika geben. Es gibt Promoter in Kolumbien, Venezuela, Argentinien, Brasilien, Peru…

Habt Ihr Pläne für ein nächstes Festival? Gibt es etwas, das Ihr anders machen würdet?

Ja, es wird ein nächstes Mal geben und zwar Anfang August. Was werden wir anders machen? Ich denke darüber nach, die Sache mit einem Ausflug zum Strand aufzupeppen.

Bis dahin haben wir im November eine Kizomba Party mit dem Motto “ángeles y demonios”.

Tato, es hat mich gefreut, Dich kennenzulernen. Danke für das Interview.

Danke Dir und den Machern von kizzmag.com!

Ein Interview von Klaus

Mehr Informationen über Tato Mendez: Hier

 

 

Ich traf Martina, gebürtige Bayerin vom Chiemsee, auf der Frankfurter KizombaInvasion und sie begeisterte mich nicht nur durch Talent, sondern auch durch ihre offene und herzliche Art. Ihr Weg zur inzwischen bekannten DJane in unserem Interview.

Erster Kontakt mit Kizomba

Musik und vor allem Tanz waren schon immer ihre Passion. Vor allem Musikstile wie R&B und House hatten es ihr angetan, was heute unschwer in ihren Mixes erkennbar ist. „Auf R&B Lieder lässt sich auch super Kizomba tanzen“.

Hauptberuflich bei einer Krankenkasse beschäftigt, einem eher trockenen Beruf, suchte sie in ihrer Freizeit immer wieder nach Umgebungen, die ihr Musik und Tanz näherbrachten. Schon früh fasziniert von DJs, hat sie deren Arbeit mit neugierigen Augen beobachtet. Anfang 20 war sie bereits nebenberuflich bei einem Radiosender tätig, übernahm die Moderation und stellte neue Musik vor. Bereits zwei Wochen nach Beginn, bediente sie zum ersten Mal selbst die Regler und war hellauf begeistert.

2013 entdeckte sie Paartanz für sich. Ihr Talent blieb nicht verborgen und ihre damalige Tanzlehrerin und sehr gute Freundin begann schon bald sie in Standard und Latein auszubilden. Sie erlernte ein breites Repertoire an Tänzen und begann noch im selben Jahr verschiedene Tänze mit zu unterrichten. Fasziniert erlernte sie 2014 Kizomba auf zahlreichen Festivals und Workshops und unterrichtete kurze Zeit später mit ihrer damaligen Tanzpartnerin. Unter dem Namen Sensual Dancing Ladies tanzten die beiden auch Shows.

 

Der Weg hinter das DJ Pult

Eva Fischer und DJ Angelkizz

Eva Fischer (KizzMag) & DJ Angelkizz (Martina)

Ihre selbst ausgesuchte Unterrichtsmusik, kam bei den Schülern unheimlich gut an. Durch gute Vernetzung bekam sie neue Kizomba Tracks auch von anderen DJs oder aus dem Netz. Ihre Schüler brachten sie erst auf die Idee selbst aufzulegen, ein Gedanke, der erstmal befremdlich war.

Aus der Motivation heraus, Kizomba bekannter zu machen und Schülern eine Tanzgelegenheit zu geben, nahm sie Kontakt zur Tanzlocation „Tanzwerk“ am Chiemsee auf. Salsa und Bachata Abende wurden dort bereits veranstaltet. Martinas Anfrage, ob sie nicht auch Kizomba auf Partys auflegen könnten, endete damit, dass sie dort selbst Kizomba, nebst Salsa und Bachata auflegte.

 

Vom Amateur zum Profi

Von Motivation getrieben, ohne ordentliches Equipment und wenig Ahnung stürzte sie sich ins Abenteuer und legte lediglich mit Laptop und einem kostenfreien DJ Programm auf. „Es war eine Katastrophe und vernünftiges Mischen war damit schlichtweg nicht möglich. Ich konnte meine Lieder nur zusammenstellen und abspielen.“

Ihr passierte, was auch anderen Vorreitern passierte. Sobald Kizomba an der Reihe war, standen die Gäste fragend auf der Tanzfläche, wussten nichts mit der Musik anzufangen und schon gar nicht, wie man darauf tanzen sollte. Eine leere Tanzfläche war die Folge.

Sie bewies Hartnäckigkeit. Mutig tanzte sie mit ihrer Tanzpartnerin vor, um die Gäste auf den Geschmack zu bringen – mit Erfolg. Das Interesse begann zu wachsen und die Leute kamen, um Kizomba zu erlernen.

Eine wachsende Szene war das Resultat. 2014 veranstaltete das Tanzwerk mit ihr als DJane die erste „Sensual Night“, die hauptsächlich Kizomba und Bachata beinhaltete. Eine gut besuchte, regelmäßige Party, die auch Gäste aus München anlockte, nachdem sich herumgesprochen hatte, dass sie selbst dort auflegt.

Anfang 2016 bat DJ Saul (München) sie, ihn in der Münchner „Hookahbar“ zu vertreten, wenn er selbst auf Reisen war. Eine Woche später kam sie zum Einsatz, mit einem billigen Controller und demensprechend schlechten Übergängen. Dennoch mochten sie die Leute. Sie stattete sich mit einer besseren Technik aus und sammelte Erfahrung. „Die gegenseitige Unterstützung unter den DJs ist super und ich habe viel von anderen und durchs Zuschauen lernen dürfen.“

Sonia & Martina

Ehrgeiz und Leidenschaft zahlte sich schnell aus, so dass sie fast nicht wusste, wie ihr geschah. Schon ab Mitte 2016 war sie jedes Wochenende im süddeutschen Raum gebucht, ebenfalls in Österreich, Frankfurt, auf Events wie KizombaInvasion München oder FFM oder am Mulini Beach in Rovinj bei DJ Paluxe. Zudem war sie Mitveranstalterin des ersten Kizomba Schiffes auf dem Chiemsee.

Seit Anfang 2017 ist Martina verstärkt in Frankfurt am Main zu hören. Zu ihrem kürzlichen Umzug dorthin motivierte sie ihre Lebensgefährtin Sónia, die dort lebt. Sónia ist als Taxitänzerin (tanzt Leader) bekannt und Veranstalterin des Frankfurter Kizomba Cafés in FFM. Zwischenzeitlich unterrichten beide Kizomba im Chiemgau und Österreich. An dieser Stelle möchte sich Martina für die immerwährende Unterstützung ihrer Lebensgefährtin bedanken. Sónia kommt zu jedem Booking mit. „Ohne dich wäre das alles nicht möglich! – Liebsten Dank“

 

Die Männerdomäne

Auf meine Frage hin, wie es so sei, sich als Frau in dieser Männerdomäne zu behaupten, betonte sie wiederum die tolle gegenseitige Unterstützung und Kooperation zwischen DJs, Veranstaltern und Taxitänzern.

Einige Muster aus der generellen Arbeitswelt spiegeln sich leider auch hier wieder, z.B. was die Gage oder die Aufträge betrifft. Es gibt noch sehr wenige Frauen in diesem Bereich und viele haben nicht den Mut oder pushen nicht genug nach vorn.

Auffällig ist, wie selten weibliche DJs auf Festivals und größeren Veranstaltungen gebucht werden. In der nächsten Zeit finden viele Festivals in Europa statt und auf den wenigsten sind weibliche DJs eingeladen. Wenn DJanes eingeladen sind, legen sie oft zu den Randzeiten und auf Nebentanzflächen auf. „Ich finde das sehr schade“.

 

Das Rätsel um ihren Namen

Ihr bayrischer Spitzname „Schneckal“ führte zu ihrem ersten Künstlernamen „KizSchneckal“ – in Bayern verständlich, im Rest Deutschlands eher befremdlich. Daher änderte sie ihren Namen Ende 2016 mit dem Beginn ihrer Gigs in Frankfurt in „DJane AngelKizz“ und verwirrte damit zunächst ihre Fans. Heute ist sie unter diesem Namen bekannt.

 

Das Geheimnis ihres Erfolges

Man muss mit den Leuten mitgehen und auf ihre Stimmung achten. Ich kann sie nicht zuerst mit ruhigen Tönen in Trance versetzen, dann plötzlich einen Tarraxa Song reinknallen und sie aus der Stimmung reißen. Ich bereite mich zwar immer gut vor, aber ich habe vor einem Gig keine Ahnung, was ich wirklich auflegen werde. Ich schaue erst, wie die Leute drauf sind und auf meine Musik reagieren.“

Martina ist mit dem Herzen dabei. Sie liebt, was sie mit ihrer Musik bewegen kann und weiß die ihr gebotenen Chancen zu schätzen. Bei all dem rasanten Erfolg ist es besonders wichtig, „auf dem Teppich zu bleiben“. Wenn man schnell bekannt wird, hebt man auch leicht ab. Aber wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, sind wir doch alle im Vergleich ein kleines Licht auf der Welt.“

Wir geben dir Recht, Martina. Aber gerade, weil du so bist wie du bist, strahlt deins besonders hell.

 

 Hier ist DJane AngelKizz in den nächsten Monaten zu hören:

 

Regelmäßige Termine:

  • Kizomba Café Frankfurt
  • Kizomba Club Frankfurt
  • Tanzwerk im Chiemgau/am Chiemsee
  • Circulo München
  • Tanzschule Conexión Frankfurt

 

Eine eigene Tanzschule, das war schon immer der Traum von Motsi Mabuse – bekannt aus RTL „Let’s dance“.  Am 2. September 2017 wurde aus Traum endlich Realität. Kizomba sollte ein Teil ihres Angebots werden und so holte sie sich mit JD & Chrissi zwei international bekannte Kizombakünstler als Partner. Wir trafen Motsi in ihrer Tanzschule in Eschborn (Frankfurt), sahen uns Tanzschule und Angebot an und berichten im Folgenden.

Interview

Motsi, du warst aktive Standard-Latein-Tänzerin und bist durch RTL „Let’s dance“ weit über die Tanzszene hinaus bekannt geworden. Was hat dich dazu bewogen, eine eigene Tanzschule zu eröffnen?

Das war schon immer mein Ziel. Während unserer aktiven Tanz Zeit waren wir viel unterwegs, sind aufgetreten oder haben trainiert. Aber dabei verdient man nicht wirklich Geld. Ich liebe Tanzen und ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Außerdem wollte ich ein zweites Standbein aufbauen.

Wie war dein Weg zu eigenen Tanzschule? Gab es auch Hindernisse?

Ich habe vor vier Jahren angefangen aktiv zu suchen. Ich hatte viele Probleme, geeignete Räume in Frankfurt zu finden, in denen man allen „tanzgerecht“ werden kann. Das war uns sehr wichtig, denn am heutigen Konzept haben wir lange gearbeitet.

Neben bekannten Standard- und Lateintänzen bietest du auch spezielle Kurse wie West Coast Swing oder Urban Kiz an. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Ich habe mich in die verschiedenen Tanzrichtungen verliebt. Die machen richtig viel Spaß!

Was gefällt dir an Urban Kiz besonders?

Ich liebe Urban Kiz! Ich habe es vor ein paar Jahren in Südafrika getanzt und habe schon dort gesagt, dass ich das unbedingt in unserer Tanzschule unterrichten möchte.

Bist du selbst auch Kizomba Tänzerin?

Ich bin ein riesen Fan und am Lernen – also ja J

Für Urban Kiz hast du dir zwei international tätige Top Artists als externe Trainer engagiert. Wie seid ihr zusammengekommen?

JD & Chrissi sind auf uns zugekommen, als wir Tanzlehrer gesucht haben. Ich finde beide extrem sympathisch und sehr gute Lehrer.

Was für reguläre Urban Kiz Kurse werden angeboten?

Jeden Dienstag von 19:00 – 20:30 Uhr Beginner und von 20:30 – 22:00 Uhr Fortgeschrittene. Leider können JD & Chrissi nur Dienstags, also haben wir Dienstags immer Kizomba-Abend.

Du veranstaltest monatlich eine Kizomba Party mit bekannten DJs – auf was darf man sich zukünftig noch freuen?

Ich freue mich immer sehr auf diese Partys bei uns. Heute an Halloween haben wir DJ Narc6 zu Gast und am 28. November DJ Lenhy aus Paris.

 

Partyreview – Halloweenparty vom 31.10.2017 mit DJ Narc6

 

Die Tanzschule

Im neunten Stock mitten im Industriegebiet Eschborn befindet sich seit September die “Motsi Mabuse Taunus Tanzschule” und offenbart einen atemberaubenden Rundumblick auf Frankfurt und Umgebung. Besonders nachts, wenn die Lichter im Dunkeln strahlen, möchte man fast lieber aus dem Fenster sehen, als sich auf den momentanen Tanz zu konzentrieren. Zwei große Tanzsäle mit Wandspiegeln, ein tolles Foyer mit großer Bar und Sitzgelegenheiten sowie Garderobenraum bietet die modern eingerichtete Tanzschule, neben einem tollen Blick aufs Detail. So war die komplette Tanzschule halloweengerecht dekoriert und sorgte für eine passende Stimmung. Lediglich die hohen Getränkepreise haben etwas erschreckt, jedoch für eine größere Stadt nicht ungewöhnlich. Ein Cuba Libre liegt bei 7,50 € und eine Cola bei 3,10 €.

Workshop mit JD & Chrissi

JD&Chrissi bei Motsi Mabuse Taunus TanzschuleJD & Chrissi gaben von 20:30 – 21:30 Uhr einen Urban Kiz Workshop im Open Level Stil im Vorfeld der Party. Vertreten waren vom Anfängerlevel bis hin zu fortgeschrittenen Tänzern nahezu alle Niveaus und auch das Verhältnis war mit einem sehr geringen Frauenüberschuss angenehm. Über 50 Personen nahmen am Workshop teil, bevor um 21:30 die offizielle Kizomba Party mit DJ Narc6 begann.

Kizombaparty mit DJ Narc6

Insgesamt über 125 Gäste kamen von überall her: Stuttgart, Heidelberg, Mannheim – ja selbst eine Tänzerin aus Ostfriesland fand ihren Weg zur Motsi Mabuse Kizomba Party. Narc6 spielte einen abwechslungsreichen Mix, von sanften Klängen bis hin zu knackigen Tarraxa-Beats war für alle Geschmäcker etwas Passendes dabei. Er hat ein tolles Händchen für das Publikum und kann seine Musik entsprechend anpassen. Die Stimmung war bis zum Schluss und darüber hinaus familiär und ausgelassen. Ein echtes Wohlfühlprogramm für die Kizomba-Seele. Selbst nach offiziellem Partyende um 1 Uhr wurde fleißig weiter getanzt.

 

Unser Fazit

Eine tolle Tanzschule mit vielfältigem Angebot und festem Kizomba Programm, geführt mit viel Liebe von Motsi und Ehemann Evgenij, die selbst bei den Partys dabei sind. Die Location im obersten Stockwerk des Hochhauses mit atemberaubendem Blick über Frankfurt bietet unfassbar viel Charme. Lehrer und DJ’s sind Profis und die Gäste bringen viel Freude und gute Stimmung mit. Von uns gibt’s alle Daumen hoch. KizzMag kommt gerne wieder.

Nicht verpassen – das nächste Event findet am 28.11.2017 statt mit DJ Lenhy aus Paris.

 

Bildergalerie

 

Partyvideo

Er ist einer der  ältesten Hasen was Kizomba in Deutschland betrifft. Musik und Tanz liegt ihm seit Kindestagen im Blut und war stets Teil seines Lebens. Er gründete 2010 die erste reine Kizomba Tanzschule in Deutschland und ging damit voll ins Risiko, denn damals war Kizomba noch sehr unbekannt. Er setzte sich durch, doch es war ein harter Kampf bis heute, wie im Folgenden zu lesen ist…

Der Weg zum Tanz

Tony Gomes und Alena

Tony & Alena

Der gebürtige Angolaner tanzte bereits in Kindestagen, da seine Mutter – ganz im Gegensatz zum Vater – leidenschaftlich gern getanzt hat. Durch vor Ort stationierte kubanische Soldaten, die zur damaligen Zeit Angola unterstützten, kam er erstmals mit Salsa in Berührung und erlernte seine ersten Schritte. Bereits mit 12 Jahren tanzte er  auch Semba und Passada auf einem Konzert und beeindruckte mit seinem Talent den dortigen Bürgermeister. Ein Ansporn für Tony, sich im Bereich Tanz zu vertiefen.

Er erlernte insbesondere Zouk, was dann weitere Elemente wie bspw. kapverdische Elemente aufnahm. So entwickelte sich langsam der Kizomba, was jedoch auf Zouk Musik getanzt wurde. Darüber hinaus wurde damals Kizomba von Bands live eingespielt und aufgenommen, Mixe mit elektronischen Elementen gab es zu dieser Zeit noch nicht. Ebenso wie Mobiltelefone, dennoch wusste jeder, wann und wo ein Konzert oder ähnliches stattfindet. Bereits in Angola war Tony als Deejay tätig mit Kassetten, die mit Bleistiften wieder aufgespult wurden – seine Gage? Eine Flasche Likör!

Kizomba in Deutschland

Bereits 1996 kam Kizomba langsam in Deutschland auf. Tony tanzte zu dieser Zeit bereits viel, unter anderem Samba oder auch Lambada-Shows und war bei Tanzschulen bekannt.

Er war hauptsächlich als DJ im damaligen Schützenhaus, im Jaba Daba Du und weiteren Locations unterwegs und legte neben Salsa grundsätzlich auch Kizomba Musik auf und wenn es nur 2-3 Lieder waren. Auch wenn bei 800 Partygästen die Tanzfläche plötzlich leer war sobald Kizomba lief, Tony ließ sich diese Freiheit und ein Stück seiner heimischen Musikkultur nicht nehmen, obwohl er von den Leuten gebeten wurde kein Kizomba zu spielen. Sie fanden die Musik zwar toll, aber niemand wusste, wie darauf zu tanzen war. Tony musste viel einstecken. Mit den Beschwerden in diversen Foren über das Spielen seiner Kizombamusik könnte er heute ein dickes Buch schreiben. Er blieb trotzdem hartnäckig und behielt seine Kizombamusik auf Partys bei.

Deutschlands erste Kizombaschule

Anzeige in Tageszeitung im Oktober 1996

Tony wollte unterrichten, allerdings keinen Salsa. Im Oktober 1996 wagte Tony seinen ersten Versuch. Er unterrichtete auch Tae-Kwon-Do in Nürtingen und bot als „Afro-Südamerikanische Tanzschule“ erste Kurse an. Kizomba gegenüber waren die Leute jedoch sehr zurückhaltend. „Der Tanz war ihnen zu eng, die Nähe war nicht gewünscht.“ Mit der Zeit wuchs das Interesse und in Portugal erwachte plötzlich der Kizomba  Boom. Die Africa Dancar Festivals kamen 2007 auf und 2008 und 2009 war Tony selbst dabei.

Mit seiner ersten Tanzpartnerin Alena verfolgte er das Ziel, Kizomba in Deutschland zu unterrichten. Er wollte jedoch eine richtige Unterrichtsstruktur aufbauen und es verständlich vermitteln. Er lernte Petchu in einer Diskothek kennen und bat ihn um Hilfe. Petchu half ihm ein Unterrichtskonzept aufzubauen und wie man Kizomba richtig beibringt. 2010 gründete er „AfroMoves“ und baute die Kizombaschule zusammen mit Alena Stück für Stück auf. Alena war durch ihr Organisationsgeschick ein sehr wichtiger Bestandteil von AfroMoves und hat viel zur Gestaltung AfroMoves‚ beitgetragen. Sie stieg 2013 nach fünf Jahren an Tonys‚ Seite aufgrund gesundheitlicher Probleme aus, zu dieser Zeit war Justy bereits Tonys Schülerin und begann sie als Nachfolgerin vorzubereiten. Privat sind sie liiert und haben einen kleinen Sohn.

Das AfroMoves Team ist über die Jahre gewachsen und besteht inzwischen aus rund 10 Personen. „Ich bin sehr stolz auf das Team und dankbar, dass ich mit so tollen Menschen zusammen arbeiten darf“. Er gibt zu, selbst kein großer Spezialist im Organisieren zu sein, sein Metier ist der Tanz selbst, deshalb ist er sehr dankbar, dass ihm sein Team in dieser Hinsicht den Rücken stärkt und tatkräftig unterstützt.

AfroMoves‘ Angebot

Neben regulären Kursen von Beginner bis zum Master Club gibt es auch immer wieder spezielle Workshops im Angebot. Als Tanzmöglichkeit für Schüler veranstaltet Afromoves jeden Sonntag den KizZonntag im Cafe „myemy“ im Ufa-Palast Stuttgart. Hier kann in gemütlicher Partyatmosphäre getanzt werden und die Woche stimmungsvoll abgeschlossen werden.

Jeden vierten Samstag im Monat findet die große Kizombaparty „Noite de Kizomba“ statt, ebenfalls im „myemy“. Mit wechselnden Gast-DJs und kostenlosten „Just-One“-Workshops im Vorfeld, gehört diese Partyreihe zu den etablierten und großen Kizombapartys im Großraum Stuttgart.

Seit kurzem findet jeden zweiten Samstag im Monat „The Gomes“-Party statt. Tony selbst und sein Sohn Joany – ebenfalls professioneller Tanzlehrer, geben sich hier abwechselnd als DJ die Ehre und sorgen für eine abwechslungsreiche Kizombamusik mitten in Esslingen (in den Räumen von SabroSalsa).

Auch organisierte Tanzreisen nach Portugal in Kooperation mit viaDanza Tanzreisen gehört zum Repertoire von AfroMoves. Zweimal jährlich finden sie im Mai und Oktober statt und beinhalten spezielle Workshops kombiniert mit Urlaubsfeeling.

Das jährliche AfroMoves Kizomba Festival Mitte März bildet das Eventhighlight der Tanzschule und findet im März 2018 schon zum siebten Mal statt.

Diskussion um Traditionell vs. Urban Kizomba

Tony, der von den meisten als traditioneller Kizombatänzer betitelt wird, erklärt uns, dass es im Grunde kein traditionelles Kizomba gebe, sondern fast alles als Fusion zu sehen ist. Richtig traditionell stellt eher den Einzeltanz dar, Paartanz hingegen sei grundsätzlich als moderner Tanz anzusehen. Seit jeher gibt es Entwicklungen beim Tanzen, insbesondere Kizomba und diese sollte man auch zulassen. „Es war notwendig weitere Schritte zu erfinden, um auf der Bühne etwas präsentieren zu können. Viele Figuren gibt es erst, seit die Entwicklung eingesetzt hat. Kizomba ist keine Mode, sondern Kultur.“ Natürlich sollte man die Ursprünge und die traditionellen Ansätze nicht vergessen, aber man sollte Entwicklungen zulassen.

Tipps für Tänzer & Tänzerinnen

Nicht gleich auf Figuren stürzen, erst einmal Gefühl für die Musik entwickeln

Basics ganz hoch ansetzen – sie sind der Grundstock

Mit verschiedenen Partnern tanzen, um flexibel zu werden

Versuchen auf die Musik zu tanzen – Musikalität entwickeln

Frauen müssen versuchen ihren Kopf abzuschalten

Frauen müssen den Fokus auf das Folgen richten, das richtige Erspüren was geführt wird

 

Ehemalige Tanzpartnerin Eva Fischer & Tony Gomes

 

Tony Gomes ist Tänzer aus Leib und Seele. Wir danken ihm für das angenehme Interview und die Einblicke in seine Anfangszeit.

Ein Interview von Silke Wiedenhöft

Blasmusik, Portugal, Hip Hop, Paris, Kizomba – DJ Radikal ist vielseitig, das steht fest. Auch sein Künstlername „Radikal“ überrascht bei seinen eher typisch sanften Klängen. Wir trafen ihn auf der „Noite de Kizomba“ in Stuttgart und bringen Licht hinter seine Vielseitigkeit und erfahren, wie er auf seinen Künstlernamen „Radikal“ kam.

Auftritt Stuttgart

Aus Dortmund, München und natürlich Großraum Stuttgart fanden Kizomberos/as ihren teils weiten Weg nach Stuttgart zur „Noite de Kizomba“, um DJ Radikal live zu erleben.  Mit einem angenehmen Mix aus klassischem und modernem Kizomba sorgte er für eine ausgelassene Stimmung und viele Stunden Tanzvergnügen. Die Gäste dankten es ihm mit einem entsprechenden Applaus. Aber nicht nur als DJ überzeugt Victor Silvestre – und zeigte sich humorvoll und interessiert bei seinem Gastgeber Afromoves. So befragt er uns zur deutschen Kultur und Stuttgart, begleitet von einem zünftigen Weißwurstfrühstück und Blasmusik. Sein Mitschunkeln durften wir leider nicht filmen oder verraten (er hat ja einen Ruf zu verlieren) 😉.

Ursprung im Hip Hop

Als Sohn portugiesischer Eltern wurde DJ Radikal 1974 in Paris geboren. Seine Wurzeln liegen im Hip Hop, für das er eine große Leidenschaft besitzt. 1997 wanderte Radikal in den Süden Portugals aus, um den Spuren seiner Wurzeln nach zu gehen. Als DJ, Produzent und Konzertveranstalter machte er sich einen Namen in der Hip Hop Szene. Daher auch sein Künstlername „Radikal“, inspiriert durch die französische Hip-Hop Zeitschrift „Radikal“.

Kizomba, Kuduro und Semba entdeckte er in Portugal durch Freunde, die ihn in die afrikanischen Clubs mitnahmen. Er war mit einer angolanischen Frau zusammen und hörte nun tagtäglich Kizombamusik. Sein Freundeskreis besteht überwiegend aus Angolanern und Cap Verdianern, was ihm half, nicht nur die portugiesischen sondern auch die kreolischen Texte der Kizomba Songs zu verstehen.

Rückkehr nach Frankreich

2013 als er nach Paris zurückkehrte war Kizomba in Frankreich noch relativ neu und einseitig -sein Ansporn Kizomba zu mixen und aufzulegen. Seitdem ist Radikal aus der Kizombaszene nicht mehr weg zu denken. Ein jeder hat mindestens ein Radikal Song in seinem Repertoire.

Er ist kein hauptberuflicher DJ, dennoch ist es eine sehr zeitintensive Beschäftigung. Es gibt nicht nur die Zeit hinter dem DJ Pult. Neue Musik muss ausgesucht, neue Mixes erstellt und publiziert werden und das alles in hoher Qualität. Mehrere Stunden täglich investiert er hierfür.

Kritisches der DJ Szene

Etwas kritisch sieht er die derzeitige Entwicklung der Szene. Viele „neue“ DJs legen kostenfrei oder für einen Hungerlohn auf, um bekannt zu werden, kostenfrei zu reisen oder um „gesehen“ zu werden. Dies führt zu einem Preisverfall. Der Aufwand steht damit nicht mehr in Relation zur Entlohnung, insbesondere, wenn Wert auf Qualität gelegt wird. Es muss ein Gleichgewicht herrschen zwischen der Leidenschaft Kizomba und dem Business.

Auch die Zahlungsmoral lasse oftmals zu wünschen übrig. Manche Veranstalter großer Festivals (mit hohen Ticketpreisen und Fokus auf Masse), möchten am liebsten nichts oder nur wenig bezahlen und die Veranstalter  kleiner Events sind bereit zu bezahlen und nehmen aber selbst wenig ein.

„Ich kann mich durch meine Arbeit sehr wohl aus der Masse hervorheben“ so Radikal, vor allem durch seine Mixes, Überraschungen und Neuheiten, die er immer wieder präsentiert. Seine Musik wählt er ganz nach Bauchgefühl und eigenem Gusto aus. Selbstverständlich achtet er darauf, was die Gäste möchten. Aber wenn ein Lied keine Emotionen bei ihm auslöst, spielt er es auch nicht. „Die persönliche Leidenschaft muss rüberkommen.“

Entwicklung der Musik

Nach dem Start des Kizomba in Angola in den 90er Jahren, kamen viele Einflüsse aus Cap Verde und einiges wurde auf Kreol gesungen. Lange Zeit galt es in Portugal als „die Musik der Schwarzen“. Erst mit dem ersten portugiesisch produzierten Album startete der Boom und weiße Sänger folgten. Kizomba schwappte nach Paris über. Bis dahin gab es keine Mixes, kein Urban Kiz und kaum Lehrer oder DJs. Das alles entstand erst in den letzten Jahren mit Startpunkt Frankreich und inzwischen ganz Europa. Dies sei auch notwendig, um überleben zu können. „Die Leute wollen einfach immer neuen Input.“

Was letztendlich gefällt ist Geschmackssache. Die Kizomba Entwicklung sieht er positiv und weiterhin interessant und vielseitig. Es gibt schon jetzt viele neue Stile und kreative Neukreationen. Die Ausbreitung nach Asien und Lateinamerika wächst und dadurch wird es weiterhin Neuheiten und Weiterentwicklungen geben.

Radikal: offen und sympathisch, ein Mann, der auch mal etwas kritisch sieht und ausspricht. Nebst aller Kizombathemen, fanden wir auch einige persönliche Details über DJ Radikal raus und finden, dass er eine Bereicherung für die Kizomba Szene ist.

Ein Interview von Eva Fischer

Jumping rolls, knackige Beats, ein einzigartiger Stil und ein eigenes Bekleidungslabel – ja genau – wir reden von Jojo & Mickaela. Wie ein Wirbelsturm sind die beiden in der Kizombawelt aufgetaucht und nicht mehr weg zu denken. Ihr einzigartiger powergeladener Stil, hohe Professionalität und Ehrgeiz zeichnen das Künstlerpaar aus. Auf dem Luxembourger Kizomba Festival nahmen sich Jojo & Mickaela Zeit für uns und erzählten über ihren bisherigen Werdegang und was ihnen beim Kizomba wichtig ist.

Von Schweden nach Paris

Zwischen Workshops und dem Verkauf ihrer „Let’s play Kizomba“ Kleidungsstücke, fanden wir uns am Verkaufsstand von Jojo & Mickalea wieder. Beide heiß begehrt, macht es das Interview nicht ganz einfach, denn im Minutentakt kommen Interessenten für T-Shirts oder Fans, die ein Selfie mit den Kizombastars machen möchten. Aber die beiden sind lässig drauf und so haben wir erst mal das Vergnügen, Mickaela über ihre bisherige Karriere zu befragen.

Ihre ersten Tanzerfahrungen sammelte sie im Alter von 10 Jahren im Ballett und Modern Dance. Tanzen ist dementsprechend schon lange ein wichtiger Teil ihres Lebens. Dazu kamen Tänze wie Salsa und Bachata, wie bei den meisten Kizombakünstlern. Erst vor vier Jahren entdeckte sie Kizomba, den sie hauptsächlich auf Partys, Festivals und Socials erlernte. Die Erfahrung aus anderen Tänzen waren ihr dabei sehr hilfreich.

Kennengelernt hat sie Jojo auf einer Party und tanzten auf dem Pariser Kizomba Congress mehr als nur einmal. „Die Chemie hat von Anfang an gepasst.“ Mickaela hatte bereits in Schweden kleinere Kizomba Kurse gegeben, als sie entschied nach Paris zu ziehen, um gemeinsam mit Jojo zu unterrichten. Ein mutiger Schritt, da Jojo zu dieser Zeit bereits eine feste Tanzpartnerin hatte. Aber für Mickaela stand fest, dass sie ausschließlich mit ihm unterrichten möchte. Ihr Mut zahlte sich aus und inzwischen kann sich keiner von beiden mehr vorstellen einen anderen Tanzpartner zu haben.

Mickaela ist hauptberufliche Tänzerin. Sie sind jedoch ausschließlich auf Festivals und kleineren Events unterwegs und betreiben nebenbei noch den Verkauf ihrer Tanzbekleidung. Eine eigene Tanzschule betreiben sie nicht.

Professionelle Schule für „Jumping Rolls“

Jojo, der hauptberuflich eine professionelle Jumping Roll Schule (Seilhüpfen) betreibt, trainiert täglich 3-4 Stunden für diesen Sport – damit dürfte klar sein, woher seine unerschöpfliche Energie kommt. Er wollte dennoch eine zusätzliche Herausforderung und Kizomba war genau das Richtige für ihn. Er lernte bei Isabelle & Felicien und bildete sich mit Hilfe von Youtube Videos weiter. Er entwickelte seinen eigenen unverkennbaren Stil, aus dem auch sein sportliches Wesen zu erkennen ist und nahm am Africa Dancar Wettbewerb teil. Er belegte in Paris zweimal den ersten Platz. Im nationalen Wettbewerb wurde er einmal Zweiter und einmal Vierter. Der Grundstein für eine steile Kizombakarriere war damit gelegt.

Inspiration aus Sport und anderen Tanzstilen

Aber woher nehmen die beiden Ihre Ideen für ihren einzigartigen Stil? Wodurch werden sie inspiriert? Andere Artisten schaut sich Mickaela in der Hinsicht nicht an, sie nimmt ihre Inspiration oftmals vom Bachata. „Bachata wird technisch sehr sauber getanzt.“

Das Besondere an Kizomba ist für Mickaela das „Spielen“ mit der Musik. „Man hat mehr Freiheit beim Tanzen im Gegensatz zum Salsa. Kizomba ist sehr kreativ.“ Aus diesem Blickwinkel entstand auch das eigens von Jojo & Mickaela kreierte Label „Let’s play Kizomba“. T-Shirts, Hosen, Kleider und Röcke verkaufen die beiden auf einem eigenen Verkaufsstand auf Festivals. Ein gut laufender Geschäftszweig, den die beiden für sich entdeckt haben. Alle 2 Minuten steht ein weiterer Interessent da und möchte ein kleines Stück von Jojo&Mickalea’s Kizombawelt ergattern. Ich selbst habe bereits zwei Let’s play Kizomba Heiligtümer in meinem Kleiderschrank.

Steile Karriere

Es gibt nur wenige Künstler, die in so kurzer Zeit eine steile Karriere hingelegt haben. Beide sind sehr professionell und didaktisch ist ihr Unterricht mehr als empfehlenswert. Man spürt deutlich, dass sie schon über Unterrichtserfahrung verfügten, bevor sie mit Kizomba angefangen haben. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Workshops sind grundsätzlich übervoll wie auch in Luxembourg. Weit über 200 Teilnehmer besuchten ihre Workshops. Hier gehörte schon eine gute Koordinationsgabe dazu, um die vielen Teilnehmer schnell und effizient einzuteilen, denn die Inhalte ihrer Workshops sind straff gegliedert.

Mickaela’s Tipps für Tänzer

Die Technik sollte weiter entwickelt werden. Natürlich darf der Spaß dabei nicht zu kurz kommen, aber man sollte auch auf eine korrekte Technik achten. Viele fangen Kizomba an und schaukeln dann nur von links nach rechts

Nicht zu viele andere Elemente reinmischen, sondern bei den Ursprüngen bleiben

Jojo’s Tipps für Tänzer

Geht so oft wie möglich tanzen

Tanzt mit allen. Sucht euch nicht nur die Guten raus, tanzt auch mit den Anfängern, denn dadurch könnt ihr euch verbessern

Keine großen Veränderungen in der Kizomba Szene

Beide sind der Meinung, dass es keine großartigen Veränderungen in der Szene geben wird. Die jetzigen Stile werden sich noch weiter entwickeln, jedoch keine Neuen hinzukommen. Sie raten auch davon ab, zu viele Mischungen zu generieren, da sonst die Basics und Ursprünge verloren gehen. Ihre eigene Formel lautet 80% Kizomba und 20% anderes / Experimente.

Jojo’s persönliche Festival Tipps:

Luxemburg, Barcelona und Mexico gehören zu Jojo’s Festival Favoriten. Auf welchen Festivals ihr die beiden unter anderen live erleben könnt, seht ihr nachfolgend:

22.-24. September: Kizomba Life Weekend 3rd Edition

29.-01. Oktober: Tchuna Kizomba Festival 3rd

20.-22. Oktober: KiMa Kizomba Marche Festival

Neben ihrem speziellen Tanzstil und professionellem Unterricht sind sie auch sehr sympathisch und haben eine gute Portion Humor.

Ein Interview von Eva Fischer

Albir, bekannt für seinen besonderen Tanzstil kombiniert mit Hip Hop Elementen, spricht mit uns auf dem Luxemburg Kizomba Festival über die Notwendigkeit gegenseitigen Respekts und Unterstützung für die verschiedenen Tanzstile, des Weiteren über seine bisherige Karriere wie auch über sein neuestes Projekt „Randomroots“.

Interview von Eva Fischer

Schon gewusst?

Albir Rojas war bereits in seiner Heimat Panama ein professioneller und bekannter Tänzer. Sein Spezialgebiet war vor allem Hip Hop, für das er bereits im Alter von 15 Jahren eine große Leidenschaft entwickelte und welches heute deutlich in seinen Stil einfließt. Darüber hinaus gehörten Jazz und lateinamerikanische Tänze zu seinem Repertoire. Um sich professionell weiterzuentwickeln erlernte er Ballett-Techniken und tanzte unter anderem in Theatern und sogar in Fernsehshows!

2001 zog sich ein Jahr lang aus dem professionellen Tanzen zurück, ging nach Madrid um Medienmanagement zu studieren. Er vermisste jedoch schnell  das Tanzen und es kam so zum Wiedereinstieg. Er konzentrierte sich  hierbei auf Hip Hop sowie Salsa und Bachata und begann diese Tänze zu unterrichten.

Sein Schüler brachte ihn auf Kizomba

Ein portugiesischer Schüler brachte Albir zum Kizomba. Nach einer Unterrichtsstunde fragte er Albir, ob er schon mal von Kizomba gehört hatte. Bei nächster Gelegenheit brachte er Kizomba Musik mit, spielte sie vor und Albir war sofort begeistert.

Kwenda Lima – einer der Koryphäen der Kizomba Welt – wurde sein Lehrer. Der erste Grundstein für Albir’s Kizomba Karriere war hiermit gelegt. Albir entwickelte alsbald seinen ganz eigenen Stil, gemischt mit Hip Hop Elementen. Genau diese machen seinen Stil so einzigartig und erfrischend.

Er nahm zu dieser Zeit zusammen mit Sarah Lopez am Wettbewerb “Africa dançar” teil und schaffte es mit ihr auf Platz 2! Er ergänzte sein Unterrichtsportfolio und unterrichtet zwischenzeitlich nur noch Kizomba. Tanzen und Unterrichten sind seine Passion, weshalb er heute hauptberuflicher Tanzlehrer ist.

Random Roots – Albir’s neustes Projekt:

Man kann nicht auf der ganzen Welt präsent sein. Aus diesem Grunde bedient sich Albir moderner Medien, um möglichst viele interessierte Tänzer zu erreichen. Er bietet online Choreographien unter dem Label „random roots“ an und hat dabei ein ganz eigenes Konzept entworfen.

Interessierte können zwischen zwei Optionen auswählen.

  • Als Tanzlehrer kann man ein vier Monatsabonnement buchen und Albir‘s Figuren an die eigenen Schüler weitergeben. Damit erreicht er über andere Tanzlehrer mehr Schüler. Viele, insbesondere neue Tanzlehrer, nehmen das Angebot gerne an, um ihr eigenes Portfolio an Figuren zu erweitern.
  • Die „Express Choreo“ für Tanzgruppen. Bei dieser Option wird ein Video mit einer Choreo online gekauft, um sie mit einem Team einzustudieren. Anschließend schickt man eine Demo der Choreo an Albir. Gefällt es, verabredet sich das Team mit ihm auf einem Festival, übt zusammen 2-3 Stunden und steht dann für eine Show mit ihm auf der Bühne! So auch am diesjährigen Luxembourg Kizomba Festival.

Albir’s streaming Kurse und Choreos findet ihr unter  www.randomroots.com

Random Roots Kostprobe

 

Entwicklung des Tanzes und der Kizomba Szene:

Wie wir alle wissen, gibt es mittlerweile viele verschiedene Stile und Mischungen unter dem Namen „Kizomba“. Tanzen ist eine Kunst und Künste entwickeln sich. Tänzer und Musiker suchen sich Inspiration aus anderen Bereichen (andere Tänze, andere Musikstile) und entwickeln so neue Figuren, erweitern das jeweilige Portfolio. Wir kennen dies von anderen Tänzen und aus anderen Bereichen.

Wie wahrscheinlich auch die meisten von uns schon mitbekommen haben, gibt es hierdurch  auch viele Unstimmigkeiten und Streitereien. Einige “traditionelle” Künstler wollen nichts vom “Modernen” wissen und manche Künstler, die neue Ideen in den Tanz einbringen, können schon mal überheblich werden und glauben, sie seien besser.

Albir erzählt, dass er früher sehr viel mehr gegenseitige Unterstützung und Einheit unter den Künstlern der Szene erlebt hat. Es sei schade, dass immer weniger Kooperation und dafür mehr Egoismus vorherrscht. Er plädiert bei Allen für mehr Akzeptanz und gegenseitige Unterstützung in der Kizomba Szene, sowohl unter Künstlern wie unter Tänzern. Man kann und sollte Weiterentwicklungen nicht verhindern, sondern akzeptieren. Gleichzeitig sollten wir auch die Wurzeln und Herkunft des Tanzes respektieren. Ohne sie gäbe es nichts weiterzuentwickeln! Der Tanz sei außerdem etwas Positives. Wir tanzen, weil wir es lieben und es uns Spaß macht. Für die Künstler ist es eine schöne und positive Arbeit. Das sollte es auch bleiben und wir alle sollten es so handhaben.

Wir von KizzMag können Albir hier nur zustimmen! Lasst uns das Tanzen genießen, mit all seinen Facetten.

 

Albir’s Ratschläge an Tänzer/innen:

Genießt das Tanzen, seid gut drauf und positiv!

Redet andere nicht herunter, lasst die Arroganz sein!

Wir haben genug Raum für alle Stile und alle Level!

Jeder kann tanzen, was ihm Freude bereitet, es schadet niemandem.

Wenn dir etwas nicht gefällt, schau nicht hin und kommentiere es nicht.

 

Albir’s „must-go-to“ Festivals:

  • Luxembourg Kizomba Festival
  • Summer Sensual Days (SSD & CSSF) in Rovinj
  • Amsterdam Kizomba Festival
  • Mixtura (in Cullera bei Valencia), Anfang September unter seiner Leitung

Danke Albir

Wir waren sehr beeindruckt von Albir’s warmherziger, ruhiger und bedachten Art. Er nahm sich sehr viel Zeit für unser Interview und wir konnten spüren, wie wichtig es ihm war, seine Message in die richtigen Worte zu fassen, um Tänzer und andere Künstler zu erreichen. Unser Fazit: Albir ist nicht nur ein großartiger Tänzer, er ist auch ein Sympathieträger und hat das Herz am rechten Fleck! Wir freuen uns auf das nächste Festival mit ihm.

Albir around the world:

Ihr hattet noch nicht das Vergnügen bei Albir einen Workshop zu besuchen? Auf folgenden Festivals habt ihr die Möglichkeit:

 

25.-27. August 2017 – Kizomba Xperience – Disneyland® Paris, Frankreich

31. August – 4. September 2017 – Mixtura Kizomba Festival, Spanien

8.-11. September 2017 – KIFE, Italien

22.-25. September 2017 – Like Festival, Portugal

20.-23. Oktober 2017 – Amsterdam Kizomba Festival, Niederlande

14.-18. Dezember 2017 – K I Z M I, Italien

Er gehört zu den alten Hasen – Doumb – der bereits seit 2008 Kizomba unterrichtet erzählt uns im Interview über sein Leben vor dem Tanzen, seine persönliche Entwicklung, gibt wertvolle Tipps für Tänzer und uns einen Einblick in die “Generationen” des Kizomba.

Wenn Doumb kein Tänzer wäre, wäre er heute… Buchhalter!!

Wer hätte das gedacht? Doumb belegte ein Aufbaustudium für Buchhaltung und wollte als Buchhalterexperte Karriere machen. Während des in Frankreich obligatorischen Praktikums (“stage”) erkannte er, dass dies jedoch nicht das ist, was er den Rest seines Lebens tun wollte. Zeitgleich tanzte und unterrichtete er bereits und stellte fest, dass es ihm schwer fiel, den Buchhalterjob mit den Festivals unter einen Hut zu bringen. Für die Festivals musste er oftmals Freitag und Montag frei nehmen, schwer mit diesem Job zu vereinbaren. Er hing die Buchhalterkarriere an den Nagel und konzentrierte sich stattdessen zu hundert Prozent auf das Tanzen und Unterrichten.

Entwicklung von Salsa zu Kizomba

Wie viele andere Kizomba Tänzer war er zunächst Salsa und Bachata Lehrer (ab 2001).

Doumb, der ursprünglich nur kubanisches Salsa tanzte, kam durch eine Reise in die USA zum NY Style. Es war Liebe auf den ersten Blick und er begann auch diese Stilrichtung zu unterrichten. Ähnliche erging es ihm mit den Kizomba Stilen. Er lernte zunächst  traditionelles Kizomba und Tarraxa aus Portugal und liebt die sanften Bewegungen dieser Stilrichtungen. Aber auch der moderne Stil  gefällt ihm und kombiniert beide zu “Kizomba Fusion”. Dabei fließen durchaus auch andere Stile ein, so z.B. Körperbewegungen aus dem  “Contemporary”, die seine Partnerin einbringt. Er liebt es, mit der Musik und den Stilen zu spielen. Für ihn gibt es nicht nur das Eine oder das Andere. Es muss zur Musik passen und sich gut anfühlen.

Auf Festivals war er anfangs nur als Salsa Lehrer unterwegs. Damals unterrichteten bereits altbekannte Kizombagrößen der ersten Generation Kizomba auf Salsa Festivals.

Doumb begann im Jahr 2008 in Bordeaux Kizomba zu lehren. Der Erfolg setzte bald ein und er zog kurz danach nach Paris. Dort unterrichtete er im “Bateau” und in anderen Locations. Als Doumb begann Kizomba zu unterrichten, wurde er von Festivalorganisatoren nur noch für Kizomba Workshops gebucht.

Doumb über die Entwicklung der Kizomba „Generationen“:

Zur “ersten Generation” gehören altbekannte Kizomba Lehrer wie Petchu, Kwenda Lima, Avelino Chantre und Tomas Keta. Einige der heutigen Stars und Sternchen am Kizomba Himmel haben ihre ersten Schritte bei der ersten Generation gelernt. Danach kamen bereits Kizomba Gruppen wie „Afrolatin Connection“ auf das internationale Tanzparkett.

Zur „zweiten Generation“ gehören er selbst, Albir Rojas, Tony Pirata, Morenasso und andere. Stars wie Felicien & Isabell oder Curtis folgten und bauten schon erste Neuheiten in den Tanz ein.

Mit der “dritten Generation” tauchte das “Urban Kizomba” auf, ein neuer und härterer Stil, mit Tänzern wie Enah. Bis heute hat sich das “Urban Kizz” sehr stark entwickelt und führt zu einer rasch anzeigenden Zahl  neuer Lehrer in der Kizomba Welt.

Doumb’s Ratschläge an Tänzer:

„Hört auf immer der Beste sein zu wollen. Keiner wird der Beste sein. Wer das versteht, fängt erst an, den Tanz zu genießen.“

Die 4 wichtigsten Tipps:

Achte auf deinen Tanzpartner! Passe dich dem Level des Anderen an.

Vergiss die Zuschauer. Tanze, um zu genießen und nicht um anzugeben

Höre auf die Musik!

Achte auf den Platz und die Tänzer um dich herum

Dabei betont er, wie wichtig die „Connection“ mit dem Tanzpartner ist.

Sein Appell an die Frauen:  Versucht nicht zu raten oder vorherzusehen. Wartet darauf, was der Mann wirklich führt.

Sein Appell an die Männer: Lernt eure Kombis bevor ihr sie auf der Tanzfläche tanzt. Führt deutlich, aber sanft und geschmeidig (nicht hart!). Eine leichte, sanfte Führung reicht aus!

Sein Appell an alle: Hört und tanzt auf die Musik,  passt den Stil der Musik an  (harte Urban Kizz Schritte passen einfach nicht zur fröhlichen Semba Musik oder ruhigem romantischen Kizomba!)

Wenn  sich Frauen und Männer an diese Tipps halten, ist das Resultat der perfekte Tanz. Ein Tanz, den beide genießen.

Doumb around the world – 2017 triffst du ihn auf folgenden Events:

29. September – 2. Oktober – Tchuna International Kizomba Festival, Frankreich

6.-9. Oktober – Berlin Salsa Congress, Deutschland

15.-20. November – Paris Kizomba Congress, Frankreich

14.-18. Dezember – X-Mas Gala Kassel

Doumb’s Festival Empfehlungen:

  • Selbstverständlich das “Suave” Festival (Paris, Ende Januar) unter seiner Leitung
  • X-Mas Gala Kassel (super organisiert, familiär und herzlich)

Generell empfiehlt Doumb eher mittelgroße Festivals. Auf großen Festivals verliert man sich, man kommt nicht mehr dazu, sich mit Leuten zu unterhalten und die Gäste sind zu gestresst. Natürlich gehen wir zu Festivals um zu tanzen, aber auch, um Freunde zu treffen und sich auszutauschen.