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Taxitänzer – was ist das? Meist männliche, erfahrene Tänzer, die das Verhältnis zwischen Tänzer und Tänzerinnen ausgleichen. Außerdem kümmern sie sich um Damen, die weniger aufgefordert oder noch Anfängerinnen sind, damit alle einen schönen Tanzabend erleben. Eine gute Sache. Aber wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Wir haben uns kritische Gedanken dazu gemacht.

Die Aufgaben der Taxitänzer

Kerngedanke des Taxitänzers: Ausgleich zwischen männlichen und weiblichen Tänzern. Gewöhnlich gibt es mehr Damen als Herren auf Tanzveranstaltungen. Im Gegensatz zum Salsa, wo durchschnittlich nach 3-4 Liedern zwischen Tanzpartnern gewechselt wird und somit automatisch ein reger Wechsel stattfindet, kann es beim ruhigeren Kizomba zu weitaus längeren Tanzeinheiten kommen. Mit demselben Partner eine halbe Stunde oder länger zu tanzen ist keine Seltenheit und lange Wartezeiten der Damen sind die Folge.

Des Weiteren kümmern sich Taxitänzer um Damen, die selten aufgefordert werden oder noch am Anfang stehen. Diese Damen sollen schließlich ebenfalls tanzen. Im Normalfall wechseln Taxitänzer nach 3-4 Liedern und fordern die nächste Dame auf.

Als Salär erhalten die Taxitänzer meist freien Eintritt zur Veranstaltung und Freigetränke. Verpflegung und Übernachtungs- sowie Fahrtkosten seltener, eher bei größeren Events. Eine Win-Win Situation. So weit so gut und insgesamt eine gute Idee, um für alle ein tolles Tanzerlebnis zu schaffen.

Die Entwicklung der Taxitänzer

Natürlich freuen wir uns riesig, wenn wir auf Partys und Festivals das Glück haben, Taxitänzer zu erwischen. Sie sind üblicherweise hervorragende Tänzer und halten selbst erfahrene Tänzerinnen auf Trab.

Jedoch nimmt die Anzahl der Taxitänzer auf Events stetig zu und bei vielen Festivals sind sie als wichtiges Marketinginstrument nicht mehr wegzudenken. Werbeslogans wie „mehr als 50 Taxitänzer“ sind keine Seltenheit mehr. Jedoch ertönen kritische Stimmen. Wir haben nachgefragt, sowohl bei Damen als auch Herren und sind auf eine unschöne Entwicklung gestoßen. Diese könnte dazu führen, dass die Szene noch weiter „damenlastig“ wächst. Warum ist das so?

„Nicht-Taxitänzer“ werden ignoriert

Problematisch wird es, wenn Damen ihren Fokus ausschließlich auf Taxitänzer richten. Tänzerinnen lehnen Aufforderungen eines „normalen“ Tänzers vermehrt ab und warten lieber am Rand auf den nächsten freien Taxitänzer. Darunter auch viele gute Tänzerinnen, die normalerweise kein Problem haben aufgefordert zu werden. Der Anspruch gute Tänzer zu „erwischen“ wächst.

Wohin führt das? Insbesondere bei Veranstaltungen mit vielen Taxitänzern höre ich diverse Aussagen wie: „Da brauch ich nicht hin, bei den vielen Taxitänzern tanzt eh keine mit mir“. „Ich bezahle doch nicht, damit sich Taxitänzer die ganzen Tänzerinnen abgreifen und ich stehe dann am Rand!“, „Sie hat mir einen Korb gegeben und auf den nächsten Taxitänzer gewartet“. Ablehnungen mag niemand. Wenn Tänzer Körbe bekommen, weil sie keine Taxitänzer sind, werden sie bald keine Dame mehr auffordern. Männer, die keine Taxitänzer sind, aber gut tanzen bleiben dann weg.

Der Gap zwischen Damen und Herren wird noch größer

Foto: KizzMag

Zwangsläufige Folge: Der Gap zwischen Damen und Herren wächst weiter. Um diese Lücke zu füllen werden wiederum noch mehr Taxitänzer benötigt.

Auch qualitativ vergrößert sich der Gap. Frauen entwickeln sich in der Regel schneller als der Mann, schließlich hat der Mann auf der Tanzfläche einige Aufgaben mehr als die Dame. Tänzerinnen, die vermehrt mit Taxitänzern tanzen werden extrem schnell auf ein hohes Tanzniveau geführt. Entgegengesetzt geht es beim Mann immer langsamer, da ihm die Übung mit besagten Damen fehlt.

Taxitänzer müssen finanziert werden

Auch in finanzieller Hinsicht stößt die Thematik auf Unmut. Männer, die Geld für ein Festival oder eine Party ausgeben und dann rege Körbe kassieren, werden vor den Kopf gestoßen. Schließlich finanzieren sie die Taxitänzer mit. Wer bezahlt schon gerne für Events, damit Taxitänzer „kostenlos“ mit den guten Damen tanzen und selbst steht „Mann“ dann am Rand?! Letztendlich geht die Tendenz dahin, dass Frauen Männer fürs Tanzen mit Ihnen bezahlen. Die Frage ist – möchten wir das?

Nicht alle Taxis halten sich an die Spielregeln

Das Folgende gilt selbstverständlich nicht für alle! Einzelne Charaktere nutzen die Position auch gerne aus, um einfach kostenfrei Events zu besuchen. Oftmals werden auch nur die jungen, hübschen Supertänzerinnen aufgefordert und verbringen dann auch gut und gerne mal mehr als eine Stunde auf der Tanzfläche mit derselben Person. Dies ist aber nicht Sinn und Zweck eines Taxitänzers. Wer so auswählen möchte, sollte sich das Ticket kaufen und das Event als normaler Teilnehmer besuchen. Bei finanzierten Taxitänzern hat man eine andere Erwartungshaltung. Leider ist dies insbesondere bei Großveranstaltungen schwer zu kontrollieren. Die Kritik im Nachhinein schadet sowohl dem Event und Organisator als auch dem Ruf des Taxitänzers selbst.

Der Taxitänzer Job ist anstrengend

Insbesondere auf Großevents mit hohem Frauenüberschuss ist der Taxitänzerjob sehr anstrengend. Ich habe schon erlebt, dass Taxitänzer 7 Stunden lang durchtanzen mussten, da man ihnen kaum eine Verschnaufpause gönnte. Darüber hinaus quält das schlechte Gewissen, wenn Frauen teilweise dreireihig in einer Warteschlange stehen. Die Jungs sind in wenigen Monaten ausgebrannt und spulen ihr Programm nur noch wie Maschinen runter. Das kann nicht Sinn der Sache sein. Ob finanziert oder nicht, das Tanzen sollte allen Spaß machen.

Das Fehlen weiblicher Taxitänzer

Natürlich wird der Schrei laut, wenn man nach weiblichen Taxis fragt. Schließlich gibt es doch ohnehin einen Frauenüberschuss. Aber man darf nicht vergessen, es gibt auch Tänzer, die nicht das Selbstvertrauen haben eine tolle Tänzerin aufzufordern. Oder Tänzer, die noch kein so hohes Niveau haben, sich aber mit guten Tänzerinnen verbessern möchten. Ich habe schon einige Tänzer gesprochen, die sich mehr weibliche Taxis wünschen. Davon abgesehen, sehen es viele Männer als ungerecht an, dass ausschließlich für Damen tolle Tänzer organisiert werden.

Was muss passieren?

Ein alter Spruch sagt: „Alles in Maßen“! Die Flut an Taxitänzern nimmt zu große Ausmaße an. Wenn ein gutes Festival nur noch erfolgreich sein kann, wenn mindestens 50 oder 100 Taxitänzer geboten werden, dann läuft die Szene in eine falsche Richtung. Taxitänzer sind eine tolle Sache und sollte es weiterhin geben – aber in Maßen.

Organisatoren sollten sich die Größe ihres Events ansehen und nach Möglichkeit das Verhältnis zwischen Damen und Herren im Vorverkauf im Auge behalten. Entsprechend sollte dann mit der Anzahl der zu buchenden Taxitänzer umgegangen werden.

Die Motivation für männliche Tänzer sollte gesteigert und weibliche Taxitänzerinnen eingesetzt werden. Weibliche Taxis sind im Moment noch eher eine Seltenheit.

Ein Appell an alle Frauen – tanzt auch mit den „normalen Tänzern“! Vergesst nicht, auch ihr wart mal Anfängerinnen. Es gibt viele gute „normale“ Tänzer und vor allem gibt es viele, die sehr gut werden könnten, wenn man ihnen die Chance dazu gibt. Wie wird man besser? Durch Übung! Schließlich wollen wir mehr Männer in der Szene und nicht diejenigen verlieren, die Potential haben.

Puscht und motiviert die männlichen Tänzer, vor allem, wenn sie noch unerfahren sind. Sagt ihnen, was euch an Führung fehlt und was sich nicht gut anfühlt. Von alleine kann er es nicht wissen. Tänzer sind auf Feedback angewiesen, nicht jeder hat es automatisch im Blut. Helft ihnen besser zu werden, dann haben wir auf lange Sicht alle etwas davon.

Fazit

Der Grundgedanke des „Taxitänzers“ ist gut und notwendig. Aber die Entwicklung von Taxitänzern läuft derzeit in eine falsche Richtung, die uns vor allem männliche Nachwuchstänzer kosten könnte. Um dies zu vermeiden müssen männliche Tänzer motiviert und gepuscht werden und einige weibliche Tänzerinnen sollten ihre Einstellung gegenüber normalen Tänzern überdenken. Nur so kann und wird die Szene wachsen und zwar auf beiden Seiten.