Asangi Kizomba Festival feierte vom 27.-29. Oktober 2017 seine Premiere in Augsburg. Ein Festival für klassische Kizombatänzer sollte es werden und bot entsprechend qualifizierte angolanische Kizombalehrer, die an zwei Tagen verschiedenste Workshops anboten. Was den Charme dieser Veranstaltung ausmacht und welche Verbesserungspotenziale noch da sind, erfahrt ihr in unserem Review.

Artists & DJs

Klein aber fein war das Asangi Kizomba Festival in Augsburg. Asangi steht für „Vielfältigkeit“ und genau die bot Joao Dontana mit seinem vielfältigen Programm aus Afro-Tänzen. Die eingeladenen Künstler, überwiegend angolanischer Herkunft, unter ihnen z.B. Cazuza Kinvula, Josy Semkizz, Mauro De One und Tony Gomes, haben den Teilnehmern überwiegend klassisches Kizomba, Semba, traditionelle Afrotänze aber auch Fusion nähergebracht. Besonders Cazuza sorgte mit schier endloser Energie für ausgelassene Stimmung mit seinem Rebita (Gruppenkreistanz), Afro-Tribal und Afro-House. Die Mischung kam gut bei den Gästen an und auch uns gefiel, dass etwas aus dem normalen Turnus des endlosen Figuren Lernens etwas ausgebrochen wurde.

An den Turntables sorgten DJ Paps, DJ Ecozinho und Deejay Nino für passende Musik, sowohl tagsüber nach den Workshops als auch nachts bis in die frühen Morgenstunden. Unterstrichen wurde das afrikanische Flair durch selbst gekochtes afrikanisches Essen und den Verkauf afrikanischer Kleider.

Kleines Festival mit afrikanischem Touch

Die überschaubare Größe mit ca. 40 Teilnehmern sorgte für eine sehr angenehme, familiäre Atmosphäre. Über zwei Tage fanden jeweils vier bis fünf abwechslungsreiche Workshops statt, die gute Laune bei den Teilnehmern entstehen ließen. Es gab immer wieder Gelegenheiten, zwischen und nach den Workshops in entspannter Atmosphäre zu tanzen und zu üben, was von den Gästen gerne wahrgenommen wurde. Das Männer-Frauen Verhältnis war besser ausgeglichen als auf vielen anderen Festivals und die Künstler halfen sich gegenseitig in den Kursen aus, damit die Ladies während der Kurse keine lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten.

 

Potenzial für Organisationsverbesserung

Entspannt war auch die Zeitplanung. So kam es zu einigen, sehr spontanen Änderungen im Programm und sowohl Künstler als auch Gäste standen auch mal vor verschlossenen Türen. Die Gäste schienen das insgesamt sehr gelassen zu sehen – wahrscheinlich hat das lockere Gefühl etwas abgefärbt. Alle Organisatoren wissen, dass immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann und es ist gut, sich auch als Gast nicht darüber zu ärgern. Nichtsdestotrotz würden wir der Organisation empfehlen, im nächsten Jahr mehr auf den Ablauf und die Pünktlichkeit zu achten. Unnötige Wartezeiten ist für niemanden sinnvoll und wird nicht gerne gesehen. Auch ist die Unklarheit darüber, was denn nun als nächstes passiert für das deutsche Gemüt meist weniger angenehm.

Zweiter kleiner Stimmungskiller war der Locationwechsel mitten in der Nacht. Die Party startete in der Workshop Location, wo sowohl die Musik, der Tanzboden als auch die Stimmung gut war. Der Veranstalter legte noch einen kurzen spontanen musikalischen Life Act zusammen mit Cazuza an der Dikanza (Reco-Reco, ein angolanisches Rhythmusinstrument) und Tony an den Percussions ein. Danach musste die Location unglücklicherweise gewechselt werden, was den Abend etwas auseinanderriss. Die Gäste mussten zur neuen Partylocation in der Augsburger Innenstadt fahren, die leider weder einen guten Tanzboden, noch ein angenehmes Ambiente bot. Dort angekommen dauerte es eine Weile, bis die Stimmung glücklicherweise wiederhergestellt war. Bis in die frühen Morgenstunden wurde durchgetanzt und die Gäste kamen sicherlich auf ihre Kosten.

Fazit

PRO:
kleines aber feines Kizomba Festival

  • gute, familiäre Stimmung unter den Teilnehmern und Künstlern
  • der Fokus auf Angola und das klassische Kizomba
  • Qualität der Künstler und DJs besonders geeignet für Leute, die in kleinem Umfeld lernen möchten

 

Optimierungsbedarf:

  • Auch wenn es gut ist, hin und wieder zu entspannen und nicht immer den Blick auf die Uhr zu haben… wir empfehlen mehr Fokus auf die Organisation und einen gut geplanten und entsprechend durchgeführten Ablauf
  • Kein Location Wechsel während der Party sowie eine Location mit geeignetem Tanzboden und Ambiente

Wir finden die Idee und die Philosophie hinter diesem Festival sehr schön und sehen das Potenzial. Dieses Event kann im nächsten Jahr noch besser werden und hat noch Luft für mehr Gäste, die gerne klassisches Kizomba, Semba, Tarraxinha, Fusion und traditionelle Afrotänze lernen und tanzen wollen. Wir sind gerne wieder mit dabei.

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