Interview with Albir Rojas by Eva Fischer

Albir, bekannt für seinen besonderen Tanzstil kombiniert mit Hip Hop Elementen, spricht mit uns auf dem Luxemburg Kizomba Festival über die Notwendigkeit gegenseitigen Respekts und Unterstützung für die verschiedenen Tanzstile, des Weiteren über seine bisherige Karriere wie auch über sein neuestes Projekt „Randomroots“.

Interview von Eva Fischer

Schon gewusst?

Albir Rojas war bereits in seiner Heimat Panama ein professioneller und bekannter Tänzer. Sein Spezialgebiet war vor allem Hip Hop, für das er bereits im Alter von 15 Jahren eine große Leidenschaft entwickelte und welches heute deutlich in seinen Stil einfließt. Darüber hinaus gehörten Jazz und lateinamerikanische Tänze zu seinem Repertoire. Um sich professionell weiterzuentwickeln erlernte er Ballett-Techniken und tanzte unter anderem in Theatern und sogar in Fernsehshows!

2001 zog sich ein Jahr lang aus dem professionellen Tanzen zurück, ging nach Madrid um Medienmanagement zu studieren. Er vermisste jedoch schnell  das Tanzen und es kam so zum Wiedereinstieg. Er konzentrierte sich  hierbei auf Hip Hop sowie Salsa und Bachata und begann diese Tänze zu unterrichten.

Sein Schüler brachte ihn auf Kizomba

Ein portugiesischer Schüler brachte Albir zum Kizomba. Nach einer Unterrichtsstunde fragte er Albir, ob er schon mal von Kizomba gehört hatte. Bei nächster Gelegenheit brachte er Kizomba Musik mit, spielte sie vor und Albir war sofort begeistert.

Kwenda Lima – einer der Koryphäen der Kizomba Welt – wurde sein Lehrer. Der erste Grundstein für Albir’s Kizomba Karriere war hiermit gelegt. Albir entwickelte alsbald seinen ganz eigenen Stil, gemischt mit Hip Hop Elementen. Genau diese machen seinen Stil so einzigartig und erfrischend.

Er nahm zu dieser Zeit zusammen mit Sarah Lopez am Wettbewerb “Africa dançar” teil und schaffte es mit ihr auf Platz 2! Er ergänzte sein Unterrichtsportfolio und unterrichtet zwischenzeitlich nur noch Kizomba. Tanzen und Unterrichten sind seine Passion, weshalb er heute hauptberuflicher Tanzlehrer ist.

Random Roots – Albir’s neustes Projekt:

Man kann nicht auf der ganzen Welt präsent sein. Aus diesem Grunde bedient sich Albir moderner Medien, um möglichst viele interessierte Tänzer zu erreichen. Er bietet online Choreographien unter dem Label „random roots“ an und hat dabei ein ganz eigenes Konzept entworfen.

Interessierte können zwischen zwei Optionen auswählen.

  • Als Tanzlehrer kann man ein vier Monatsabonnement buchen und Albir‘s Figuren an die eigenen Schüler weitergeben. Damit erreicht er über andere Tanzlehrer mehr Schüler. Viele, insbesondere neue Tanzlehrer, nehmen das Angebot gerne an, um ihr eigenes Portfolio an Figuren zu erweitern.
  • Die „Express Choreo“ für Tanzgruppen. Bei dieser Option wird ein Video mit einer Choreo online gekauft, um sie mit einem Team einzustudieren. Anschließend schickt man eine Demo der Choreo an Albir. Gefällt es, verabredet sich das Team mit ihm auf einem Festival, übt zusammen 2-3 Stunden und steht dann für eine Show mit ihm auf der Bühne! So auch am diesjährigen Luxembourg Kizomba Festival.

Albir’s streaming Kurse und Choreos findet ihr unter  www.randomroots.com

Random Roots Kostprobe

 

Entwicklung des Tanzes und der Kizomba Szene:

Wie wir alle wissen, gibt es mittlerweile viele verschiedene Stile und Mischungen unter dem Namen „Kizomba“. Tanzen ist eine Kunst und Künste entwickeln sich. Tänzer und Musiker suchen sich Inspiration aus anderen Bereichen (andere Tänze, andere Musikstile) und entwickeln so neue Figuren, erweitern das jeweilige Portfolio. Wir kennen dies von anderen Tänzen und aus anderen Bereichen.

Wie wahrscheinlich auch die meisten von uns schon mitbekommen haben, gibt es hierdurch  auch viele Unstimmigkeiten und Streitereien. Einige “traditionelle” Künstler wollen nichts vom “Modernen” wissen und manche Künstler, die neue Ideen in den Tanz einbringen, können schon mal überheblich werden und glauben, sie seien besser.

Albir erzählt, dass er früher sehr viel mehr gegenseitige Unterstützung und Einheit unter den Künstlern der Szene erlebt hat. Es sei schade, dass immer weniger Kooperation und dafür mehr Egoismus vorherrscht. Er plädiert bei Allen für mehr Akzeptanz und gegenseitige Unterstützung in der Kizomba Szene, sowohl unter Künstlern wie unter Tänzern. Man kann und sollte Weiterentwicklungen nicht verhindern, sondern akzeptieren. Gleichzeitig sollten wir auch die Wurzeln und Herkunft des Tanzes respektieren. Ohne sie gäbe es nichts weiterzuentwickeln! Der Tanz sei außerdem etwas Positives. Wir tanzen, weil wir es lieben und es uns Spaß macht. Für die Künstler ist es eine schöne und positive Arbeit. Das sollte es auch bleiben und wir alle sollten es so handhaben.

Wir von KizzMag können Albir hier nur zustimmen! Lasst uns das Tanzen genießen, mit all seinen Facetten.

 

Albir’s Ratschläge an Tänzer/innen:

Genießt das Tanzen, seid gut drauf und positiv!

Redet andere nicht herunter, lasst die Arroganz sein!

Wir haben genug Raum für alle Stile und alle Level!

Jeder kann tanzen, was ihm Freude bereitet, es schadet niemandem.

Wenn dir etwas nicht gefällt, schau nicht hin und kommentiere es nicht.

 

Albir’s „must-go-to“ Festivals:

  • Luxembourg Kizomba Festival
  • Summer Sensual Days (SSD & CSSF) in Rovinj
  • Amsterdam Kizomba Festival
  • Mixtura (in Cullera bei Valencia), Anfang September unter seiner Leitung

Danke Albir

Wir waren sehr beeindruckt von Albir’s warmherziger, ruhiger und bedachten Art. Er nahm sich sehr viel Zeit für unser Interview und wir konnten spüren, wie wichtig es ihm war, seine Message in die richtigen Worte zu fassen, um Tänzer und andere Künstler zu erreichen. Unser Fazit: Albir ist nicht nur ein großartiger Tänzer, er ist auch ein Sympathieträger und hat das Herz am rechten Fleck! Wir freuen uns auf das nächste Festival mit ihm.

Albir around the world:

Ihr hattet noch nicht das Vergnügen bei Albir einen Workshop zu besuchen? Auf folgenden Festivals habt ihr die Möglichkeit:

 

25.-27. August 2017 – Kizomba Xperience – Disneyland® Paris, Frankreich

31. August – 4. September 2017 – Mixtura Kizomba Festival, Spanien

8.-11. September 2017 – KIFE, Italien

22.-25. September 2017 – Like Festival, Portugal

20.-23. Oktober 2017 – Amsterdam Kizomba Festival, Niederlande

14.-18. Dezember 2017 – K I Z M I, Italien

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